Posts tagged ‘zeche zollern’

2. März 2017

Ruhrgebietsfotografien 1928-1933 von Erich Grisar in der Zeche Zollern

Vor der Westfalenhütte, Dortmund, 1928-1933
Siedlung Kaiserstuhl, Dortmund, 1928-1933

Schwarz-weiß-Fotografien von Erich Grisar aus dem Revier der späten 1920er und frühen 1930er Jahre zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 24. Februar bis zum 8. Oktober in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund. Ergänzt wird die Präsentation durch Bilder anderer zeitgenössischer Fotografen sowie Arbeiten von Schülern aus der Dortmunder Nordstadt, die sich mit Fotoapparat, Kamera und Mikrophon zu Orten und Menschen ihres Stadtbezirks begeben haben.

Die Aufnahmen des Dortmunder Schriftstellers und Fotografen Erich Grisar entstanden überwiegend in seiner Heimatstadt. Sie zeigen den städtischen Alltag, die harte körperliche Arbeit und die Siedlungen mit den mächtigen Industrieanlagen im Hintergrund. „Die Aufnahmen erlauben eine einmalige Innensicht des Reviers und dokumentieren ein wichtiges Stück Ruhrgebiets-Geschichte. Die Zeche Zollern befand sich zu jener Zeit in ihrer Hochphase. Insofern könnte dieser Ort für die Präsentation kaum passender sein“, erklärte Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums am Donnerstag (23.2.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Dortmund.

Die Schau ist Ergebnis eines Kooperationsprojektes von Ruhr Museum, LWL-Industriemuseum, LWL-Literaturkommission, Fritz-Hüser-Institut, Stiftung Geschichte des Ruhrgebietes und Stadtarchiv Dortmund. Dort lagert der umfangreiche fotografische Nachlass Grisars – insgesamt über 4200 Negative und Glasplatten, wovon 1500 im Ruhrgebiet entstanden sind. „Das ist ein wahrer fotografischer Schatz für unsere Stadt und die gesamte Region. Wir sind froh, dass wir einen Teil dieses Schatzes im Rahmen der Kooperation jetzt der Öffentlichkeit präsentieren können“, so der Dortmunder Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Für das Gemeinschaftsprojekt wurde dieser Bestand erstmals ausgewertet. Die „größte Entdeckung“ waren für Dr. Stefan Mühlhofer die genau beobachteten Szenen auf der Straße: „Vor allem die Motive mit spielenden und arbeitenden Kindern nehmen den Betrachter gefangen“, sagte der Leiter des Stadtarchivs.
Für die Ausstellung wurde eine Auswahl von knapp 200 Fotos getroffen, die unter den Überschriften „Städtisches Leben“, „Kindheit“ sowie „Arbeit und Alltag im industriellen Ballungsraum“ präsentiert werden. Stefanie Grebe vom Ruhr Museum, wo die Schau 2016 zu sehen war, hebt die „enorme ästhetische Kraft und Qualität“ der Aufnahmen und die Nähe zwischen Fotograf und Motiven hervor. „Die Bilder sind geprägt von einem empathischen Blick für die Menschen und auch deshalb noch heute so faszinierend für uns“, betonte die Kuratorin.

Parallel zu den Ruhrgebietsfotografien Erich Grisars zeigt ein ergänzender Ausstellungsbereich, wie andere zeitgenössische Fotografen, darunter Heinrich Hauser, Heinrich Zille und August Sander, das Arbeitermilieu gesehen haben. „Die Beispiele zeigen deutlich, wie sich der Tiefenblick Grisars ins Milieu von dem der anderen Fotografen, die großenteils aus anderen Regionen Deutschlands stammten und einen bürgerlichen Hintergrund hatten, unterscheidet. Grisar kannte die Härten und Eigenheiten des Lebens im Ruhrgebiet aus erster Hand“, unterstrich Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer.

Zu sehen sind außerdem Arbeiten von 150 Kindern und Jugendlichen aus vier Schulen der Dortmunder Nordstadt (Kielhornschule, Gertrud-Bäumer-Realschule, Anne-Frank-Gesamtschule und Rheinisch-Westfälische Realschule). Sie haben sich gemeinsam mit Museumspädagogin Annette Kritzler über mehrere Wochen mit der Welt der 1920er Jahre auseinandergesetzt, um anschließend mit Fotoapparat, Kamera und Mikrophon Orte und Menschen ihres Stadtbezirks zu porträtieren. Mit ihren Bildern und Videointerviews zeigen sie ein persönliches Bild ihrer Lebenswelt.

10. Januar 2015

Wettersteiger vom Bergwerk Auguste Victoria in Marl als Zeitzeuge auf Zeche Zollern

Industrie (75)Bei „frischem Wetter“ denkt der Bergmann selten an einen kühlen, windigen Tag – gutes Wetter bedeutet Frischluft frei von gefährlichen Gasen im gesamten Grubengebäude. Am Sonntag (11.1.) stellt Detlef Niedzwetzki im Rahmen der Reihe „Zeitzeugen“ Besuchern der Zeche Zollern seine Arbeit als Wettersteiger vor. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 15 Uhr zu der Veranstaltung in sein Dortmunder Industriemuseum ein.
Aufgabe des Wettersteigers ist die Versorgung der gesamten Grube mit ausreichenden Mengen an Frischluft. Mit Grubenrissen und verschiedenen Messgeräten veranschaulicht Detlef Niedzwetzki die aufwendigen technischen Maßnahmen, die für die „Bewetterung“ des Bergwerks notwendig sind. Der Grubenwehrmann kann auch von einem gefährlichen Einsatz berichten, den er 2003 auf der Zeche Prosper bei der Bekämpfung eines Grubenbrandes erlebt hat.

Detlef Niedzwetzki arbeitet seit 1977 im Bergbau. Er begann auf der Zeche General Blumenthal, wo er eine Lehre zum Elektriker machte. Später wurde er Elektrotechniker und Wettersteiger auf dem Bergwerk Auguste Victoria in Marl .

Wie jeden Sonn- und Feiertag finden um 11.30 Uhr und 12 Uhr kostenlose öffentliche Führungen über die Tagesanlagen der Zeche Zollern statt. Besucher müssen sich nicht anmelden und zahlen nur den Museumseintritt (Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder ab sechs Jahren 2 Euro).

8. Januar 2015

Wettersteiger vom Bergwerk Auguste Victoria in Marl als Zeitzeuge auf Zeche Zollern

Bei „frischem Wetter“ denkt der Bergmann selten an einen kühlen, windigen Tag – gutes Wetter bedeutet Frischluft frei von gefährlichen Gasen im gesamten Grubengebäude. Am Sonntag (11.1.) stellt Detlef Niedzwetzki im Rahmen der Reihe „Zeitzeugen“ Besuchern der Zeche Zollern seine Arbeit als Wettersteiger vor. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 15 Uhr zu der Veranstaltung in sein Dortmunder Industriemuseum ein.
Aufgabe des Wettersteigers ist die Versorgung der gesamten Grube mit ausreichenden Mengen an Frischluft. Mit Grubenrissen und verschiedenen Messgeräten veranschaulicht Detlef Niedzwetzki die aufwendigen technischen Maßnahmen, die für die „Bewetterung“ des Bergwerks notwendig sind. Der Grubenwehrmann kann auch von einem gefährlichen Einsatz berichten, den er 2003 auf der Zeche Prosper bei der Bekämpfung eines Grubenbrandes erlebt hat.

Detlef Niedzwetzki arbeitet seit 1977 im Bergbau. Er begann auf der Zeche General Blumenthal, wo er eine Lehre zum Elektriker machte. Später wurde er Elektrotechniker und Wettersteiger auf dem Bergwerk Auguste Victoria in Marl .Industrie (75)

Wie jeden Sonn- und Feiertag finden um 11.30 Uhr und 12 Uhr kostenlose öffentliche Führungen über die Tagesanlagen der Zeche Zollern statt. Besucher müssen sich nicht anmelden und zahlen nur den Museumseintritt (Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder ab sechs Jahren 2 Euro).

15. August 2014

Das Ensemble des Geierabends gibt ein Gastspiel zugunsten des Türmchen Marl

Am 18. September um 20:00 Uhr kommt der Geierabend in seine Partnerstadt Marl und gibt ein Gastspiel zugunsten des Türmchen .
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Einmal im Jahr ist Ruhrpott – Wenn der Geierabend auf Zeche Zollern einzieht und acht Wochen die Bude rockt. Seit 1992 gibt es die Veranstaltung, „Alternativkarneval“ nennt sich das Spektakel. Das schockt viele, die denken, dabei in die Spießerfalle zu geraten, wächst aber zu einem großartigen Mix aus Kabarett, Comedy und Karneval, wenn man sich auf den anarchischen Ursprung des närrischen Treibens besinnt. Das tun die Geier.
Acht Schauspieler und fünf Musiker (die sonst gerne richtig seriös Jazz spielen) legen ein Drei-Stunden-Spektakel hin und ziehen bis zu 20 000 Besucher pro Session an. Sie werden dabei seit Jahren vom WDR beobachtet, der den Geierabend in Radio und Fernsehen überträgt.
Auf Zeche gibt es feste Figuren, wie den knorrigen Sauerländer Joachim Schlendersack, die langjährige Miss Annen, die Zwei vonne Südtribüne mit der philosophischen Grundfrage: „Nehm wa no einen?“ oder eine namenlose Dame „mit Bandscheibe“. Dazu geht es jedes Jahr um neue, aktuelle Themen und immer um den Ruhrpott.
Geierabend
Jetzt kommt der Geierabend in seine Partnerstadt Marl – moderiert wird das ganz vom Steiger, von Martin Kaysh. Der ist in Marl geboren und verbrachte sein halbes Leben da.
Der ‚Steiger‘ ist mittlerweile sogar Ehrenhauer auf Zeche Auguste Victoria.
Aus seiner Grubenlore schlägt er spitze Satirekerben in den Ruhrpotttrott, deckt ungeahnte Skandale auf und lässt die größten Leistungen regionaler Antihelden mit dem Pannekopp des Jahres prämieren. Natürlich alles immer sauber und penibel recherchiert. Das muss man können, wenn man mehrere Jahre als Autor bei ARD, WDR, WAZ, SZ und TAZ sein Unwesen getrieben hat.
Online ist er auch regelmäßig als Kolumnist für die „Ruhrbarone“ unterwegs.
Seiner Liebe zum Kabarett zollt er Tribut als AWO-Oppa Willi und hat zudem bereits drei Solo-Programme auf die Bühne gebracht.

9. März 2013

Zeitzeugengespräch auf Zeche Zollern: Knappschaftsältester – ein Leben für die Rechte des Bergmanns

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Schlagende Wetter. Illustration aus dem Jahr 1899 von E. Drippe.
Repro: LWL
In der Reihe „Zeitzeugen“ haben Besucher des LWL-Industriemuseums am kommenden Sonntag, 10. März, wieder die Gelegenheit, Einblick in ein Ehrenamt im Bergbau zu bekommen. Horst Bosy aus Dortmund-Brechten wird in der Schwarzkaue der Zeche Zollern die Aufgaben eines Knappschaftsältesten vorstellen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 15 Uhr zu der Veranstaltung in sein Dortmunder Industriemuseum ein.

Bosy kennt sich mit allen gesetzlichen Regelungen des bergmännischen Unfall-, Kranken- und Rentenversicherungswesens aus. „Ich komme aus einer alten Bergmannsfamilie. Hier und in der Zechensiedlung habe ich früh ein Bewusstsein für die Notlagen der Bergleute gewonnen. Die hatten nach der Schicht keine Zeit mehr, Gesetze zu wälzen und Anträge zu stellen. Dafür brauchten sie einen Experten, der auf ihrer Seite stand – den Knappschaftältesten“, erinnert sich Bosy.

Der 76-Jährige hat mit 14 Jahren seine Schlosserlehre auf der Dortmunder Zeche „Minister Stein“ begonnen und ging dort 1986 in Rente – ein ungewöhnlicher Lebenslauf mitten in der Strukturkrise. Nach seiner Arbeit als Schlosser unter Tage engagierte er sich als freigestellter Betriebsrat und war darüber hinaus 30 Jahre lang ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Dortmund und über Jahre auch am Landessozialgericht in Essen. 1966 übernahm er mit 30 Jahren den Sprengel als Knappschaftsältester in Dortmund-Brechten und Holthausen. „So eine Arbeit macht man nur aus voller Überzeugung. Ich musste miterleben, wie mein Vater mit einer schweren Silikose seine Rechte nur begrenzt wahrnehmen konnte, weil ihm niemand so zur Seite stand, wie es nötig gewesen wäre. Das hat mich überzeugt, mich mit ganzer Kraft für den Bergmann einzusetzen“, sagt Bosy. Etwa 1500 versicherte Bergleute und ihre Angehörigen hatte Bosy in seinem Sprengel zu beraten und zu betreuen. „Wichtig war die ortsnahe Betreuung der Versicherten, denn nicht jeder hatte damals ein Auto.“ Erst im November 2011 gab Horst Bosy wegen einer Umstrukturierung des Aufgabenbereiches sein Amt ab.

Horst Bosy wird die Aufgaben des Knappschaftsältesten auch mit Hilfe eines kurzen Films erläutern, freut sich aber auf das Gespräch mit den Besuchern.

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2. März 2013

Beteiligung von Ingenieuren an den Staatsverbrechen der NS-Zeit sowie deren mangelhafte Ahndung in der Nachkriegszeit

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Kritischer Vortrag über Albert Ganzenmüller im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern Er machte Karriere als Ingenieur bei der Bahn und bei der NSDAP. 1942 wurde er Staatssekretär im nationalsozialistischen Reichsverkehrsministerium. In dieser Funktion war Albert Ganzenmüller zentral an der Deportation der europäischen Juden beteiligt. Er prägte die Parole „Räder müssen rollen für den Sieg!“ So lautet auch der Titel eines Vortrags, zu dem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am kommenden Dienstag, 5. März, um 19.30 Uhr in sein Industriemuseum Zeche Zollern nach Dortmund einlädt.

Dr. Alfred B. Gottwaldt vom Deutschen Technik-Museum Berlin, der ausführlich zur Geschichte der Deutschen Reichsbahn und ihrer Verstrickung in die Judentransporte geforscht hat, wird über den NS-Verbrecher sprechen. Ganzenmüller wurde 1973 vor dem Schwurgericht in Düsseldorf der Beihilfe zum Mord an Millionen jüdischer Kinder, Frauen und Männer angeklagt – das einzige Strafverfahren gegen einen Reichsbahner, der wegen der organisatorischen Mitwirkung an Deportationen von Juden angeklagt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich Ganzenmüller in Argentinien versteckt. Als er 1955 nach Deutschland zurückkehrte, hatte er die Stirn, eine Pension als Staatssekretär einzuklagen – erfolglos. Bis 1968 war er für die Hoesch AG in Dortmund tätig und dort zuständig für alle Entwicklungsaufgaben auf dem Gebiet des Transportwesens sowie die technische Abwicklung der Auslandsprojekte. Vor 40 Jahren begann in Düsseldorf der Prozess gegen „des Teufels Staatssekretär“. Durch einen Herzinfarkt entging er der Verurteilung. 1996 verstarb Ganzenmüller im Alter von 91 Jahren in München.

„Sein Lebenslauf wie der Strafprozess stehen symbolhaft für die Beteiligung von Ingenieuren an den Staatsverbrechen der NS-Zeit sowie deren mangelhafte Ahndung in der Nachkriegszeit“, so Referent Gottwaldt. Sein reich bebilderter Vortrag stützt sich auf Selbstdarstellungen Ganzenmüllers bis 1945, auf historische Unterlagen des Düsseldorfer Verfahrens, auf persönliche Hinterlassenschaften sowie auf jahrzehntelange eigene Forschungen.

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23. Februar 2013

Biographien in Kohle geschrieben. Neue Ausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

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Eine Bergbauklisse in Kattowitz hat Ewald Gawlik mit Pinsel und Farbe festgehalten.
Foto: Schlesisches Museum Kattowitz

Mehr als 20 Ausstellungen hat das LWL-Industriemuseum in den letzten zehn Jahren schon in der Reihe „Galerie Industriearbeit“ auf der Zeche Zollern gezeigt. Dabei bildeten Themen aus der deutsch-polnischen Geschichte einen wichtigen Schwerpunkt. Auch die neue Ausstellung „Biographien in Kohle geschrieben“ kommt aus Polen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert die Schau mit 55 Gemälden von Laienkünstlern aus Oberschlesien ab Sonntag, 24. Februar, in seinem Dortmunder Industriemuseum.

In Oberschlesien wie im Ruhrgebiet bildeten sich in den 1950er Jahren Laienkünstlergruppen auf den Zechen. Sie wurden dabei von den Betriebsleitungen unterstützt, die Arbeits- und Ausstellungsräume zur Verfügung stellten. „Hier wie dort thematisierten die malenden Bergleute in oft leuchtender Farbigkeit ihre Arbeit und ihre Freizeit, die Städte und Industrielandschaften, in denen sie lebten, ihr Familienleben, die Nachbarschaft und die Kultur des Bergbaus“, erklärt Dr. Dagmar Kift vom LWL-Industriemuseum. Viele von ihnen entwickelten sich zu überregional und international anerkannten Vertretern der Naiven Kunst. Dazu zählen Ludwik Holesz, Marek Idziaszek, Pawel Kurzeja, Jan Nowak, Teofil Ociepka, Waldemar Pietzko und Erwin Sówka, deren Werke in der Ausstellung „Biographien in Kohle geschrieben“ zu sehen sind.

Ihre Bilder zeigen die schlesische Industrielandschaft, die Arbeit unter Tage und das Leben in den Vorstädten – mit Schrebergärten, Kohlehändlern, Picknick im Park, Bergmannskapellen und Kirmes. Häufig findet auch die heilige Barbara Berücksichtigung. Außerdem mythische Themen, exotische Sujets und die Einsamkeit des Menschen in der modernen Welt der Technik .

„Die Werke der schlesischen Bergleute zeichnen sich durch eine tiefe Verbundenheit mit der Region, aus, mit ihren Bräuchen und ihrer Kultur, sowie durch eine tiefe Religiosität. Sie bilden die Realität nicht ab, sondern interpretieren sie auf immer wieder andere und faszinierende Weise. Sie überzeugen durch individuelle und originelle Handschrift“, so Kift.

Hintergrund

„Biographien in Kohle geschrieben“ ist eine Gastausstellung des Schlesischen Museums Kattowitz, zu dem das LWL-Industriemuseum seit mehreren Jahren freundschaftliche Beziehungen unterhält. Kooperationen bieten sich nicht nur aufgrund von ähnlichen Sammlungsbeständen und Ausstellungskonzeptionen an, sondern auch in Bezug auf den Standort. Zur Zeit bereitet das Schlesische Museum seinen Umzug auf ein ehemaliges Zechengelände vor. „Dort steht ein spektakulärer Museumsneubau kurz vor der Vollendung. Er ist von gründerzeitlichen Tagesanlagen des ehemaligen Steinkohlenbergwerks Ferdinand umgeben, die den Ehrenhof-Bauten der Dortmunder Zeche Zollern II/IV ähneln. Eine originale Fördermaschine ist in Kattowitz ebenfalls noch vorhanden“, erklärt Dr. Thomas Parent, stellvertretender Direktor des LWL-Industriemuseums, der seit Jahren die Kontakte nach Polen pflegt und die Ausstellungsreihe „Galerie Industriearbeit“ betreut.

Die Ausstellung „Biographien in Kohle geschrieben“, wird am Sonntag (24.2.) um 11 Uhr eröffnet. Es sprechen LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, der polnische Vizekonsul Jakub Wawrzyniak sowie die Ausstellungskuratorin Sonia Wilk aus Kattowitz. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

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„Es ist so ein Tag“ hat Erwin Sówka sein Gemälde betitelt. Bergleute begleiten hier die Heilige Barbara.
Foto: Schlesisches Museum Kattowitz

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21. Januar 2013

Vortrag im Industriemuseum Zeche Zollern,über den preußischen Staatsbergbau

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Für Dienstag (22.01.) lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zu einem Vortrag innerhalb der Reihe „Der Weg zur Zeche Zollern II/IV“ ein. Der Veranstaltungsort ist die „Galerie Industriearbeit“ der Dortmunder Zeche, der Zentrale des LWL-Industriemuseums. Der Vortrag beginnt um 19.30. Der Eintritt ist frei. Ab 19 Uhr können Besucher auf der Galerie zudem die Ausstellung „Das Revier von gestern“ besichtigen, die mehr als 50 Federzeichnungen von Helmut Bungert umfasst.
Als die Gelsenkirchener Bergwerks AG um 1900 die Zeche Zollern II/IV errichtete, stand der Konzern in Konkurrenz zur Harpener Bergwerks AG und zur Hibernia AG, die ebenfalls prachtvolle Musterzechen errichteten, um ihre wirtschaftliche Bedeutung zu unterstreichen. Gemeinsam standen die Zechengesellschaften in Konkurrenz zum preußischen Staat, der damals den privatwirtschaftlichen Bergbau unter Druck setzte, indem er Grubenfelder erwarb und eigene Zechen errichtete. Manche dieser neuen Staatszechen wurden demonstrativ nach preußischen Ministern benannt, zum Beispiel nach Theodor Möller oder Georg von Rheinbaben. Auch die Zeche Waltrop, deren Tagesanlagen noch heute beindrucken, war in ihren Anfangsjahren eine preußische Musteranlage.

Im Sommer 1904 beherrschte dieser Staatsbergbau über Wochen als Wirtschaftsskandal die Pressemeldungen im Deutschen Kaiserreich. Der preußische Wirtschaftsminister hatte versucht, zusammen mit der Dresdner Bank heimlich die Aktienmehrheit an der Bergwerksgesellschaft Hibernia zu erwerben. Die Übernahme des drittgrößten deutschen Zechenbetreibers durch den Staat stieß auf erbitterten Widerstand aus Großbanken und Bergbaukreisen, die einen gravierenden Eingriff in die Privatwirtschaft befürchteten. Es gelang, das Vorhaben abzuwehren. Minister Möller musste sich vorhalten lassen, sein Amt aus persönlichen Motiven missbraucht zu haben. Auf Grubenfeldern, die der Staat bereits besaß entstanden damals allerdings mehrere Staatszechen – neben Waltrop, auch Bergmannsglück und Zweckel -,die Ende der 1920er Jahre zusammen mit der Hibernia die Grundlage der VEBA AG bilden sollten. Der Vortrag beschreibt die Neubelebung des preußischen Staatsbergbaus Anfang des 20. Jahrhunderts und diskutiert die Hintergründe der Hibernia-Affäre.

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27. Dezember 2012

Geierabend auf der Zeche Zollern

Einen bissigen Start ins Neue Jahr verspricht der Geierabend auf der Dortmunder Zeche Zollern. Unter dem Motto „Ein Zombie hing am Förderseil“ kommentieren die alternativen Karnevalisten vom 27. Dezember 2012 bis 12. Februar 2013 das Ruhrpott-Geschehen und verleihen den Schrottorden „Pannekopp des Jahres“.

Geierabend 2013 – Ein Zombie hing am Förderseil

Der Ruhrpott im Endzeitstadium: Stillgelegte Bergwerke, verlassene Industriebrachen, sterile Shopping-Galerien und austauschbare Hochkulturtempel zeugen vom Untergang einer ganzen Zivilisation. Doch der Ruhri lässt sich nicht stilllegen. Unter der Oberfläche des Reviers brodelt bereits das vermeintlich Totgeglaubte. Die Ruhris kehren als Zombies zurück und machen vor nichts und niemandem halt.

Blutrünstig, erbarmungslos und unaufhaltsam starten die Geier auch 2013 zum Angriff auf die Lachmuskeln. Mit einem brandneuen Drei-Stunden-Spektakel aus Comedy, Kabarett und kohlenschwarzer Komik tobt der alternative Ruhrpott-Karneval Geierabend quer durch das Leben im Revier und die skurrilen Höhepunkte des aktuellen Zeitgeschehens. Acht Schauspieler und fünf Musiker versetzen an 36 Abenden die Zeche Zollern II/IV in Ausnahmezustand.

Die Figuren

Der Präsident Kurzform „Präsi“. Nur echt mit roter Kinderstrumpfhose auf dem Kopf und stets begleitet von einem Präsidentenmarsch. Tätä!

Udo & Moni Die Nordstadt-FDP lebt – und sie vermehrt sich. Ein liberaler Politiker, seine stets hochschwangere Frau und eine Mission Impossible.

Siegfried und Roy Die beiden gesprächigen Dortmunder Vorstädtler haben
stets viel Zeit für ein Palaver am Fenster.

Der Hauer Der Neuzugang von Unter Tage. Dieser klotzige Typ kann zu allem und jedem seinen Senf dazugeben.

Radio Heimatlos Die subversive Radioshow. Investigativer Journalismus aus Dortmund für Dortmund.

Die Zwei vonne Südtribüne Die heimlichen Meistermacher mit ihren bierseligen Philosophien rund um König Fußball. „Nehm wa noch einen? Ja, sicha!“
Der Steiger Schießt von seiner Lore aus mit rhetorischen Giftpfeilen am liebsten auf die Mächtigen an Emscher und Ruhr.

Lilli & Lotti Die Power-Kellnerinnen nehmen kein Blatt vor den Mund, denn sie haben mal wieder so´n Hals.
und viele mehr…

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16. November 2012

Das Revier von gestern

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Federzeichnungen von Helmut Bungert

Detailgetreu und federleicht – so kommen die Zeichnungen von Helmut Bungert daher. Viele Jahre lang war der Bochumer mit Block und Bleistift im Revier unterwegs und bannte Hochöfen, Maschinenhallen und Fördergerüste auf Papier. Auch Fotografien aus Sammlungen und Archiven dienten ihm als Vorlagen. Eine Auswahl seiner Federzeichnungen zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Sonntag, 18. November, unter dem Titel „Das Revier von gestern“ in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund.

Helmut Bungert wurde 1927 in Bochum-Wattenscheid geboren. Der Künstler ist von Hause aus Architekt. Seine Zeichnungen besitzen durch die detailgenaue Abbildung eine ähnliche Bildwirkung wie Fotos. Anders als Fotografien sollen seine Bilder aber keine Momentaufnahmen sein, sondern eine umfassende Dokumentation typischer historischer und technischer Motive aus dem Ruhrgebiet liefern. So finden sich neben Motiven von Zechen und Hochöfen auch immer wieder Bauernhöfe, Mühlen und Bethäuser, die ein Stück Heimatkunde überliefern. Seine Detailverliebtheit spiegelt sich in jedem Bild wider. „Jeder noch so kleine Ziegel und jeder noch so versteckte Giebel findet so seine Aufmerksamkeit“, sagt LWL-Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus. Für ein Bild benötigt der Künstler zwischen 50 und 70 Stunden. Mit dieser Ausdauer, gepaart mit einer liebevollen, Ruhe ausstrahlenden Darstellung erweise er den technischen Errungenschaften der Industrieanlagen und Hochöfen seine Referenz.

Das Revier von gestern.
Federzeichnungen von Helmut Bungert
18.11.-17.2.2012

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Grubenweg 5, 44388 Dortmund
Geöffnet 10:00 – 18:00 Uhr

Zur Eröffnung am Sonntag (18.11.) um 11 Uhr in der historischen Zechenwerkstatt sind Gäste herzlich willkommen. Zur Einführung spricht der Dortmunder Historiker Michael Dückershoff, Leiter des Hoesch-Museums.

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