Posts tagged ‘Zeche Hannover’

19. Juli 2013

Kohle, Koks und Kaffeeklatsch, Ferienwochenende im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

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Am Samstag, 20. Juli, lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) um 15 Uhr zu einer Führung auf der Zeche Hannover ein. Unter dem Motto „Kohle, Koks, Konsumanstalt“ erhalten die Besucher die Möglichkeit, das Industriedenkmal und seine Umgebung neu zu entdecken. Dabei bewegen sich die Besucher auf den Spuren der Industrialisierung Bochum-Hordels und erfahren, wie der Bau der Zeche die unmittelbare Umgebung verändert hat und wie sehr die damaligen Entwicklungen auch das heutige Stadtbild prägen.
Kosten: 2,50 Euro pro Person.

Speziell um die Industrie- und Kulturgeschichte der Getränke in Westfalen geht es am Sonntag, 21. Juli, von 14 bis 16 Uhr. Bei einer Führung durch die Ausstellung „Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum“ begeben sich die Besucher auf Spurensuche und gehen unter anderem der Frage nach: „Bier für das Ruhrgebiet? Schnaps für Westfalen?“. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Gespräch bei Kaffee und Kuchen.
Kosten 5 Euro pro Person.

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30. Juni 2013

Zeche Hannover: Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland

 

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Als „wichtigen Baustein für die Erforschung der Geschichte und Kultur von in Deutschland lebenden Polen und polnisch-stämmigen deutschen Bürgern“ bezeichnete Günter Winands, Stellvertreter von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, die neue Dokumentationsstelle in Bochum. Durch ein zentrales Internetportal solle die gemeinsame Geschichte lebendig werden. Die Verwaltungsvereinbarung über die Einrichtung und den Betrieb der Dokumentationsstelle wurde im Industriemuseum Zeche Hannover des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Bochum offiziell übergeben.

„Porta Polonica“ lautet der Name der bundesweit agierenden Dokumentationsstelle. Sie wird vom LWL getragen und aus dem Etat von Kulturstaatsminister Bernd Neumann dauerhaft mit 300.000 Euro pro Jahr gefördert. Ziel der Dokumentationsstelle ist es, die Orte der wechselvollen Geschichte und vielfältigen Kultur der Polen in Deutschland sichtbar zu machen, ein neues Bewusstsein für deren Bedeutung im europäischen Kontext zu schaffen und ein Forum für den Austausch über Erinnerung, Geschichte, Identität und Kultur herzustellen. Zentrales Medium wird ein Internetportal, das die Informationen zur Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland bündeln und dabei die Möglichkeiten der digitalen sozialen Netzwerke nutzen wird. Ein digitaler „Atlas der Erinnerungsorte“ soll neue Zugänge zur Geschichte der Polen in Deutschland eröffnen.

Die Einrichtung der Dokumentationsstelle ist Teil des Aktionsprogramms, das der „Runde Tisch“ mit Regierungsvertretern beider Länder und polnischen Organisationen in Deutschland vorgesehen und die Regierungen von Deutschland und Polen im vergangenen Jahr zum 20-jährigen Bestehen des deutsch-polnischen Freundschaftsvertrags beschlossen hatten.

„Das ist ein sehr wichtiger Tag für uns, der erste wichtige Schritt bei der Umsetzung unserer Anträge und Beschlüsse des Runden Tisches. Jetzt muss der zweite Schritt erfolgen, die bauliche Anpassung des Polnischen Hauses in Bochum, in dem die Dokumentationsstelle ihren endgültigen Sitz erhalten soll“, sagte Josef H. Malinowski, Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland, bei der Veranstaltung heute in Bochum.

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Besiegelten den Vertrag über die Dokumentationsstelle: (v.l.) Museumsleiter Dietmar Osses, Museumsdirektor Dirk Zache, LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Konsul Jan Sobczak, LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, Ministerialdirektor Günter Winands (BKM), Josef Malinowski, Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland, Dr. Jacek Barski, Leiter der Dokumentationsstelle, sowie Wladyslaw Pisarek (Bund der Polen).
Foto: LWL/ Hudemann Die Stadt Bochum war seit den 1890er Jahren das kulturelle und politische Zentrum der Polen in Deutschland. Mehr als 500.000 polnisch-stämmige Menschen lebten damals im Revier. Die wichtigsten Dachverbände und Organisationen hatten in der Bochumer Klosterstraße ihren Sitz, in der sich seit 1922 die Geschäftsstelle des Bundes der Polen in Deutschland befindet.

LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit von Fachleuten und der Bevölkerung mit deutschen und polnischen Wurzeln bei der Realisierung der Porta Polonica als „Tor zur Geschichte der Polen in Deutschland“: „Um erfolgreich zu sein, müssen unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen in die Arbeit der Dokumentationsstelle einfließen. Es freut uns sehr, dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, als erfahrener kultureller Dienstleister, die Realisierung der Porta übernehmen kann.“

Um sofort mit der Arbeit beginnen zu können, stellt das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum, das seit einem Jahrzehnt den Themenschwerpunkt „Migrationsgeschichte und kulturelle Vielfalt“ in NRW vertritt, Büroräume für die Dokumentationsstelle bereit. Die Leitung der Porta Polonica übernimmt der in Breslau geborene Kulturwissenschaftler Dr. Jacek Barski, der seit 1981 Jahren in Deutschland lebt.

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15. Juni 2013

Marler Historikerin Angelika Müller im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Historikerin Angelika Müller aus Marl (Foto: Brigitte Kraemer)

Zuwanderung als Glaubenssache: Religiöse Vielfalt im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist schon seit mehr als 150 Jahren eine Zuwanderungsregion. Kulturelle und religiöse Vielfalt prägt heute in hohem Maße das Revier. Welche Rolle dabei die Religion für das Zusammenleben der Menschen spielt, zeigt die Marler Historikerin Angelika Müller auf Einladung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Donnerstag, 20. Juni, ab 19 Uhr im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum.

Im Vordergrund steht dabei der Blick auf persönliche Familiengeschichten im Kontext der historischen Entwicklung.

Im Rahmen eines Projektes der Geschichtswerkstatt Marl zu Zuwanderung und Religion hat die Historikerin Angelika Müller die Geschichte von fünf Marler Familien über drei Generationen erforscht und sie zur Bedeutung der Religion im Alltag befragt. Dabei hat sie erstaunliche Parallelitäten in der Geschichte festgestellt: „Die ersten evangelischen Zuwanderer waren um 1900 den Menschen im katholischen Marl so fremd wie später die ersten Muslime“, berichtet die Historikerin aus ihrer Studie.

Die Integration der streng gläubigen protestantischen Masuren ist nach Müller dann ein Prozess gewesen, der sich über mehrere Generationen erstreckt habe. Die Familienmitglieder haben der Studie zufolge im Zusammenleben mit der neuen Gesellschaft in der Regel im Laufe der Zeit ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz entwickelt – die Bedeutung der Religion habe sich dabei jedoch verändert. „Am Beispiel der Familien lässt sich erkennen, dass die Religion für die erste Generation der Zuwanderer eine wichtige Orientierung und Lebenshilfe gibt. Für die Nachkommen wird Religion dann eher zur Privatsache, der berufliche Erfolg tritt in den Vordergrund“, hat Angelika Müller festgestellt.

Der Vortrag ist ein Beitrag zur Foto-Ausstellung „Im Guten Glauben. Religiöse Vielfalt im Ruhrgebiet“, die noch bis zum 30. Juni im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover zu sehen ist. Die Ausstellung ist bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Zum Vortrag bietet das LWL-Industriemuseum eine kleine Stärkung und Getränke an.

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24. Januar 2013

„Zechenmusik“ klingt nach

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Ministerin Svenja Schulze überreicht Ehrentafeln in Düsseldorf

 Großer Bahnhof in Düsseldorf: Svenja Schulze, NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, empfing jetzt in der Staatskanzlei Vertreter der 68 nordrhein-westfälischen „Ausgewählten Orte 2012“ aus dem bundesweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ in der Staatskanzlei. Darunter war auch Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums. Er nahm die offizielle Ehrentafel für das innovative Projekt „Zechenmusik“ entgegen.
Am 10. Juni 2012 hatten rund 60 Schüler das Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zum Klingen gebracht. Ihre selbst komponierten Stücke erklangen tief aus dem Stollen, hoch von der Ringofendecke, im Sandsteinbruch, auf dem Ruhraak und von der Feldbahn.

Mit dem Musikprojekt, das auf Bildungspartnerschaften mit Schulen aus dem Ruhrgebiet beruht, beschreitet das LWL-Industriemuseum seit drei Jahren neue Wege der Vermittlung. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen durch das Medium Musik einen persönlichen Zugang zur Industriegeschichte der Region zu verschaffen und ihr kreatives Potential zu fördern.

„Die Auszeichnung belohnt nicht nur das innovative Format des Projekts, sondern auch die Leistung der jungen Künstler. Und sie bestärkt uns weiterzumachen“, freut sich Projektleiterin Anja Hoffmann, Referentin für Bildung und Vermittlung im LWL-Industriemuseum. Im Jahr 2013 öffnet das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum seine Türen für die Schulen des Ruhrgebiets. Das Abschlusskonzert unter dem Titel „Pott-Symphonie ist dort für den 23. Juni geplant.

18. Oktober 2012

Führungen rund um die Zeche Hannover

Foto zur Mitteilung

Ein Wochenende für Wissbegierige

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bietet in seinem Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum am Freitag, den 19.Oktober 2012 die Möglichkeit ab 17 Uhr an einer offenen Führung zur Ausstellung „Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet teilzunehmen.
Die Besucher erhalten hier einen besonderen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderung aus Osteuropa ins Revier. Persönliche Erinnerungen führen durch die wechselvolle Geschichte politischer Flüchtlinge der Solidarnosc-Bewegung, deutscher Spätaussiedler aus Russland oder Schutzsuchender vor Bürgerkrieg und Verfolgung in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens. Lebensgroße Portraits, Interviews und persönliche Dinge der Einwanderer wurden in der Maschinenhalle der Zeche Hannover in Szene gesetzt – ein vielschichtiges Mosaik der jüngsten Geschichte des Ruhrgebiets. Die Ausstellung ist noch bis zum 28.10.2012 in der Maschinenhalle zu sehen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Am Samstag, den 20.Oktober 2012 führt der historische Rundgang „Kohle, Koks, Konsumanstalt“ durch das Industriedenkmal. Heute sind nur wenige Reste der mächtigen Zeche Hannover erhalten. Und auch in der Nachbarschaft erinnert nur noch wenig an den pulsierenden Industriebetrieb. Ab 15 Uhr führt die Geschichts-Tour durch die spannende Vergangenheit der Zeche und gibt einen Einblick in Industrie und Alltag während ihrer Betriebszeit. Eintritt 2,50€.

Foto zur Mitteilung

Speziell für Familien und Kinder (6-14 Jahre) bietet das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover eine Tour durch die Naturlandschaft rund das Industriedenkmal. Am Sonntag, den 21.Oktober 2012 erhalten die Besucher spannende Einblicke in die Verwandlung der Natur durch den Bergbau und in die Veränderung der Landschaft seit der Stilllegung der Zeche. Die Natur-Tour „Kohle, Kröte, Königskerze“ beginnt um 11 Uhr. Kosten 2,50€. Eine Anmeldung ist erwünscht unter: 0234 6100-874 oder zeche-hannover@lwl.org.

Wie jedes Wochenende steht die Zeche Knirps auch diesmal zum freien Spielen unter museumspädagogischer Aufsicht offen. Samstags von 14-18 Uhr und sonntags von 11-18 Uhr. Wer darüber hinaus die historische Dampfmaschine in Aktion erleben will, kommt am Sonntag, 12 Uhr oder 15 Uhr zur kostenfreien Erlebnisführung.

Fr., 19.10.2012

17 Uhr Führung durch die Ausstellung „Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet.“ (Eintritt frei)

Sa., 20.10.2012

15 – 17 Uhr Geschichts-Tour – „Kohle, Koks, Konsumanstalt“ (Kosten 2,50 €)
Treffpunkt: Zechenvorplatz.
Anmeldung erwünscht unter 0234 6100-874.

14 – 18 Uhr Freie Schicht auf dem Kinderbergwerk Zeche Knirps – mit museumspädagogischer Anleitung

So., 21.10.2012

11 Uhr Natur-Tour – „Kohle, Kröte, Königskerze“ (2,50 €)
Anmeldung erwünscht unter 0234/ 61 00 874 oder zeche-hannover@lwl.org.
11 – 18 Uhr Freie Schicht auf dem Kinderbergwerk Zeche Knirps – mit museumspädagogischer Anleitung

12 Uhr u. 15 Uhr Erlebnisführungen – mit Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine (kostenfrei)

Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
10.6.-28.10.2012
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
Geöffnet Mi-Sa 14-8 Uhr, So, 11-18 Uhr

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26. September 2012

Jugoslawien, die Suche nach Heimat

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Kurzfilmabend im Industriemuseum Zeche Hannover

Das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover widmet sich am Freitag, 28. September, der osteuropäischen Filmkunst. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 20 Uhr zu einem Kurzfilmabend ein. Themenschwerpunkt ist das ehemalige Jugoslawien. Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm der aktuellen Ausstellung „Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet“ und wird unterstützt vom Go East-Filmfestival, den Kurzfilmtagen Oberhausen, Cirkus Berlin sowie der Hochschule für Film und Fernsehen München. Der Eintritt ist frei.

Die Zuwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien begann bereits in den 1960er Jahren. Tausende von Menschen kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Die sozialistische Regierung hoffte dadurch, trotz Vorbehalten gegenüber dem kapitalistischen Ausland, die Arbeitslosigkeit im eigenen Land zu mindern. Die Öl- und Wirtschaftskrise führte 1973 zum Anwerbestopp. Mehr als die Hälfte der Jugoslawen blieb trotz zahlreicher „Rückführungsversuche“ dauerhaft in Deutschland. Die Kriege um die Unabhängigkeit der jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien lösten 1991 eine Flüchtlingswelle aus, die 350.000 Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland brachte. Vor dem Krieg im Kosovo flohen 1999 rund 40.000 weitere Menschen.

Sechs Filmbeiträge setzten sich in unterschiedlicher Art und Weise mit Fragestellungen zur Geschichte und Gegenwart des ehemaligen Jugoslawiens auseinander. Fragen zu Heimat und Fremdsein, zu Sprache und Identität werden dabei ebenso beleuchtet wie das Leben der Gastarbeiter der 1960er Jahre, der Daheimgebliebenen und die Auseinandersetzung mit den Kriegsjahren. Im Anschluss an die Veranstaltung erläutert die „Go-East“-Festivalleiterin Gaby Babic; in einer Diskussionsrunde die Besonderheiten des osteuropäischen Films.

Es werden folgende Filme präsentiert:

Provisorisches Leben – Prvoslav Maric 1973
(Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)
Viele Bewohner verlassen ihr Land und fahren zum Arbeiten in die Bundesrepublik Deutschland. Der Film zeigt die Ansichten der jugoslawischen Arbeiter über die deutsche Gesellschaft und ihre Perspektiven und Möglichkeiten als Gastarbeiter.

Bei der Mahlzeit – Vefik Hadzismajlovic 1972 (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)
Der materielle Wohlstand einiger Gastarbeiter im Ausland muss teuer erkauft werden. Familien sind verlassen und es gibt kein Familienleben mehr. Ein Film über die Ängste und Sehnsüchte jener Verwandten, deren Angehörige ins Ausland gezogen sind.

Michaela Kezele – Milan 2007
(Hochschule für Fernsehen und Film München)
Der Film erzählt die Geschichte zweier Brüder während der Nato-Bombardierungen Jugoslawiens. Der kleine Milan verabredet sich für später mit seinem großen Bruder, um im Wald Verstecken zu spielen. Sie werden sich nicht wiedersehen. Ein Film über die Absurdität des Krieges.

Szenen aus: Zelimir Zilnik – Tito zum zweiten Mal unter den Serben 1994
(Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)
Tito, im Glanze seiner besten Armeeuniform, ersteht 14 Jahre nach seinem Tode aus seinem Grabe und schlendert durch die Straßen der Innenstadt von Belgrad begierig, sich mit seinem Volk zu unterhalten. „Ist es seit meinem Tod besser oder schlechter?“

Katarina Zdjelar – There is no is 2006
(CIRCUS Berlin)
Wieder und wieder werden einer Frau Worte vorgesprochen. Man spürt die Spannung der Frau. Sie schreibt sich das Gehörte auf die Hand, doch die kulturell gestaltete Anatomie des Individuums verneint die Fähigkeit einer artikulationsgetreuen Rezeption.

Katarina Zdjelar – Shoum 2009

(CIRCUS Berlin)
Einer Person aus Belgrad wird ein Song vorgespielt. Sie hört das Lied mehrfach und schreibt den Text nieder. Da sie der englischen Sprache nicht mächtig ist, überträgt sie das Gehörte ins Serbische, oder erfindet neue, ähnlich klingende Worte. Eine neue Sprache entsteht.

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18. September 2012

So lebten und speisten die Bergarbeiter

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Angebot im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Was ist ein Henkelmann? Wie funktioniert ein Kohleherd? Was kam nach einem langen Arbeitstag bei den Bergleuten auf den Tisch? Antworten auf diese Fragen erhalten Teilnehmer einer besonderen Führung, zu der der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag, 23. September, um 11 Uhr in sein Industriemuseum Zeche Hannover einlädt.

Familien mit ihren Kindern von sechs bis 14 Jahren können bei der Tour „So lebten und speisten die Bergarbeiter“ ein Stück Alltag aus der Zeit um 1900 entdecken. Bei ihrem Rundgang durch die ehemalige Zechenkolonie erforschen die Kinder, wie die Arbeiterfamilien damals lebten. Zum Abschluss ernten sie frisches Gemüse aus dem Bergmannsgarten und bereiten es auf dem Kohleherd gemeinsam zu. Das Programm dauert insgesamt zwei Stunden; die Teilnahme kostet 5 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich (Tel. 0234 6100-874, zeche-hannover@lwl.org).

Auch die Zeche Knirps ist am Wochenende (Sa 14-18 Uhr; So 11-18 Uhr) zur „freien Schicht“ unter museumspädagogischer Aufsicht geöffnet. Wer mehr zur Zeche selbst erfahren will, kann an den Erlebnisführungen mit Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine teilnehmen (Sa, 22.9., 15 Uhr, 2,50 Euro; So, 23.9., 12 u. 15 Uhr, kostenfrei). Treffpunkt ist jeweils der Zechenvorplatz.

Samstag, 22.9.2012

14 – 18 Uhr
Freie Schicht auf dem Kinderbergwerk Zeche Knirps mit museumspädagogischer Anleitung

15 Uhr
Erlebnisführung mit Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine (2,50 Euro) Treffpunkt: Zechenvorplatz

Sonntag, 23.9.2012

11-18 Uhr
Freie Schicht auf dem Kinderbergwerk Zeche Knirps mit museumspädagogischer Anleitung

11 Uhr
„So lebten und speisten die Bergarbeiter“ (Kosten: 5 Euro). Anmeldung erforderlich Tel. 0234 6100-874 oder zeche-hannover@lwl.org

12 und 15 Uhr
Erlebnisführungen – mit Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine (kostenfrei)

17. September 2012

„Ein glänzender Ort, um (un)glücklich zu sein?“

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Vortrag von Ingo Grabowsky über Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien ins Revier

Um die Zuwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien geht es am Donnerstag, 20. September, im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover. Dr. Ingo Grabowsky vom Seminar für Slavistik/Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum hat seinen Vortrag mit der Frage überschrieben: „Ein glänzender Ort um (un)glücklich zu sein?“. Der Referent schlägt einen Bogen vom Partisanenmythos über die Gastarbeiter und Kriegsflüchtlinge hin zur Gegenwart von Zuwanderern aus Ex-Jugoslawien im Revier. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 19 Uhr zu der Veranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms der aktuellen Ausstellung „Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet“ ein.

Zahlreiche biografische Beispiele stehen stellvertretend für die vielschichtige Vergangenheit des ehemaligen Jugoslawien. So auch die Geschichte von Emir Hamidovic, Zeitzeuge und Student an der Ruhr-Universität Bochum. Das Seminar für Slawistik hat die Ausstellung „Nach Westen“ initiiert und zusammen mit Studierenden vorbereitet. „Ich glaube, dass ich zwei Heimaten habe“, sagte der 25-Jährige in einem Interview. Die Hälfte seines Lebens verbrachte er in Serbien. Seit über zehn Jahren lebt Emir nun in Deutschland. Das Studium der Slavistik an der Ruhr-Universität Bochum führte ihn dazu, sich eingehend mit seiner eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.

Die Ausstellung „Nach Westen“ ist bis zum Beginn des Vortrags geöffnet; der Eintritt ist frei.

15. September 2012

Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland

In Form eines Internetportals will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger einer künftigen Dokumentationsstelle Dokumente, Fotos und Filme zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland allgemein zugänglich machen. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale stellte das Konzept, das der LWL nach einer Machbarkeitsstudie und einem Workshop mit Wissenschaftlern und Vertretern polnischer Vereinigungen erarbeitet hat, am Mittwoch (12.09.) im LWL-Kulturausschuss in Corvey vor.

Kernstück und „Eingangsbereich“ des künftigen Internetportals soll ein elektronischer Atlas der Erinnerungsorte sein. „Der Atlas soll ausgehend von der NS-Zeit und den Orten der NS-Verbrechen an Polen alle für die Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland wichtigen Erinnerungsorte enthalten und dauernd erweitert werden. Er soll mit einer modernen Datenbank verbunden werden, die nicht nur eigene Einträge enthält, sondern auch mit anderen relevanten Datenbanken verbunden ist“, so Rüschoff-Thale. An der technischen Umsetzung habe das Fraunhofer-Institut großes Interesse bekundet und Unterstützung angekündigt, so die LWL-Kulturdezernentin weiter.

Der Aufbau der Dokumentationsstelle und der laufende Betrieb sollen durch eine Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der bereits die Machbarkeitsstudie gezahlt hat, finanziert werden. Die Dokumentationsstelle soll eng mit dem LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum zusammenarbeiten, da das LWL-Museum schon zahlreiche Ausstellungen und Projekte zur Geschichte und Gegenwart von Migrationsbewegungen durchgeführt hat und der LWL plant, seinen Museumsstandort langfristig zu einem Forum für Migration und Interkultur auszubauen.

Zunächst soll die Dokumentationsstelle auch in das LWL-Museum einziehen. Später soll sie im „polnischen Haus“ Am Kortländer in Bochum untergebracht werden, das zunächst noch saniert werden muss. Die Machbarkeitsstudie hat Bochum als Standort der Dokumentationsstelle empfohlen, da die westfälische Ruhrgebietsstadt lange das Zentrum des polnischen Kulturlebens in Deutschland bildete. Allein an der Klosterstraße, die heute zum Teil Am Kortländer heißt, hatten vor rund 100 Jahren rund 30 polnische Organisationen und Institutionen ihren Sitz.

Da der Bundesbeauftragte signalisiert hat, dass er die Dokumentationsstelle fördern wird, will der LWL kurzfristig einen Förderantrag stellen. 2013 soll die Dokumentationsstelle dann im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover eingerichtet werden.

Hintergrund
In Deutschland leben heute mehr als zwei Millionen Menschen mit polnischer Muttersprache und polnischer Identität. Beide Völker können auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück blicken. Sie ist geprägt von Phasen des Kriegs, der Verfolgung und des Leids, aber vor allem auch vom friedlichen Zusammenleben, guter Nachbarschaft sowie vielfältigen kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen.

Die Polen in Deutschland haben wesentlich zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beigetragen. Neben gegenseitigen Beeinflussungen in Musik, Literatur und Politik vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert ist vor allem der Beitrag der polnischen Zuwanderer zu erwähnen, die Ende des 19. Jahrhundert als Landarbeiter und Industriearbeiter nach Deutschland kamen. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs lebte mehr als eine halbe Millionen Menschen polnischer Herkunft und polnischer Muttersprache im Ruhrgebiet. Sie arbeiteten dort nicht nur in Zechen, Eisenhütten und Stahlwerken und trugen damit zum Aufbau und Wohlstand des Landes bei, sondern etablierten in Bochum, im Herzen des aufstrebenden Ruhrgebiets, ein Zentrum der polnischen Verbände, Banken, Verlage und Vereine, das ins gesamte Deutsche Reich ausstrahlte.
Trotz des Wegzugs von zwei Dritteln der so genannten Ruhr-Polen aus dem Revier nach Wiedererstehen des polnischen Staates konnte Bochum als Zentrum der Polen bis 1939 seine Bedeutung erhalten.

Mit dem Überfall auf Polen, der Verschleppung und Vernichtung wurden in vielen Teilen Deutschlands die Wurzeln des gedeihlichen Zusammenlebens, des kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs zerschlagen. Die polnischen und deutschen Grenzverschiebungen und die Einbindung in unterschiedliche politische und militärische Bündnissysteme nach dem Zweiten Weltkrieg haben lange Zeit die Annäherung und Versöhnung der beiden Völker erschwert. Mit dem Aufbruch zur Demokratisierung der Ostblockstaaten, der Anfang der 1980er Jahre von Polen  ausging, der endgültigen Bekräftigung der Grenzen und dem Vertrag zur guten Nachbarschaft und freundschaftlichen Zusammenarbeit haben beide Staaten 1991 die Weichen für die gemeinsame Zukunft in einem zusammenwachsenden Europa gestellt.

In der Phase des politischen Umbruchs sind hunderttausende Menschen aus Polen nach Deutschland gekommen. Im Gegensatz zu anderen Gemeinschaften von Zuwanderern tritt die Präsenz der Polen in Deutschland jedoch oft nur zurückhaltend in Erscheinung. Ihr weitreichender Beitrag zu einem gemeinsamen kulturellen Erbe, ihre Bedeutung für die Entwicklung und kulturelle Vielfalt in Deutschland ist daher vielen nicht bewusst.

Die Orte der wechselvollen Geschichte und vielfältigen Kultur der Polen in Deutschland sichtbar zu machen und ein Forum für den Austausch über Erinnerung, Geschichte, Identität und Kultur herzustellen ist, das Ziel der geplanten Dokumentationsstelle zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland. Um den deutsch-polnischen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vom 17. Juni 1991 zu erfüllen hat der Bundestag am 10. Juni 2011 beschlossen, eine Dokumentationsstelle zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland einzurichten.

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16. Juli 2012

Kinderfest, Natur-Tour und Kinderbergwerk

Foto zur Mitteilung

Ein Ferienwochenende auf der Zeche Hannover

Am Samstag, 21. Juli, gibt die Zeche Hannover ab 15Uhr Einblicke in die Geschichte des ehemaligen Industriebetriebs. Ein Rundgang durch die Zeche und ihre Nachbarschaft erläutert Industrie und Alltag zur Betriebszeit.

Eine spannende Entdeckungsreise durch die Industrienatur steht am Sonntag, 22. Juli, in Bochum auf dem Programm. In Kooperation mit der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet in Herne und dem Umweltspürnasenpass der Stadt Bochum können Interessierte die Industrienatur der Region erkunden. Pflanzen und Tiere haben sich das Gebiet zurückerobert – und manche neue Arten sind dazugekommen – welche, erfahren die Teilnehmer des Rundgangs, der um 11 Uhran der Zeche Hannover startet.

Ebenfalls am Sonntag, 22. Juli, veranstaltet der Förderverein der Zeche Hannover zum zweiten Mal ein Kinderfest. Das vielfältige Angebot lässt keine Langeweile aufkommen. Von 11 Uhr bis 18 Uhr können die Kinder auf der Hüpfburg springen, den Berggeist Flözian bemalen oder an einem der zahlreichen Spielangebote teilnehmen – für jedes Kind ist etwas dabei. Auch die Zeche Knirps steht den Kindern offen. Unter museumspädagogischer Aufsicht können sie schaufeln und fördern. Wie immer sorgt der Förderverein für das leibliche Wohl unserer Besucher. Der Eintritt ist kostenfrei.

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Geschichts-Tour: „Kohle, Koks, Konsumanstalt“
Sa, 21.7.12, 15 Uhr
Treffpunkt: Museumsvorplatz
Kosten: 2,50 Euro
Anmeldung erforderlich unter: 02323 55541

Natur-Tour: „Kohle, Kröte, Königskerze“
So, 22.7.12, 11 Uhr
Treffpunkt: Museumsvorplatz
Kosten: 2,50 Euro
Anmeldung erforderlich unter: 02323 55541

Kinderfest des Fördervereins Zeche Hannover
So, 22.7.12, 11-18 Uhr
kostenfrei

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