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12. August 2015

Vogelschutz wirkt – Erfolge bei bedrohten Arten in Deutschland

Das Schicksal der bedrohten Vogelarten Europas ist in hohem Maße von den Naturschutzgesetzen der Europäischen Union abhängig. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachmagazin „Conservation Letters“ veröffentlicht wurde. Darin analysierten Wissenschaftler die Bestandszahlen und Populationstrends aller europäischen Vogelarten, die im vergangenen Jahr von den Mitgliedstaaten an die EU-Kommission gemeldet werden mussten.
„Ob eine Vogelart zunimmt oder abnimmt, hängt immer von mehreren Faktoren ab. Jetzt aber wissen wir endlich, was in Europa den größten Einfluss hat: Nämlich, ob eine Art dank der EU-Vogelschutzrichtlinie von besonderen Schutzmaßnahmen profitiert – oder eben nicht. Nach den neuesten Erkenntnissen hat dies wesentlich größeren Einfluss auf die Entwicklung einer Art als beispielsweise der Klimawandel“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
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Im Jahr 1979 verabschiedeten die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft die Vogelschutzrichtlinie, die seither in der EU den Schutz wildlebender Vogelarten und ihrer Lebensräume regelt. Sie gilt weltweit als eines der fortschrittlichsten und erfolgreichsten Naturschutzgesetze. Wird eine Vogelart im Anhang 1 der Richtlinie geführt, müssen die Mitgliedstaaten besondere Maßnahmen ergreifen und die wichtigsten Vorkommensgebiete als Vogelschutzgebiete ausweisen. Derzeit fallen 181 Arten in diese Kategorie. „Durch die Studie wissen wir jetzt: Ist eine Vogelart im Anhang 1 gelistet, hat sie wesentlich bessere Chancen auf einen positiven Bestandstrend als andere Arten“, so Tschimpke. Neben den Schutzgebieten dürften sich auch EU-finanzierte Hilfsprojekte auszahlen, die dank der EU-Naturschutzrichtlinien umgesetzt werden können.

Eine zweite wichtige Erkenntnis der Studie: Je länger die Vogelschutzrichtlinie in einem Land bereits gilt, desto besser fällt die Entwicklung der Anhang 1-Arten aus. In den neueren EU-Mitgliedstaaten sind die positiven Effekte noch schwächer ausgeprägt, doch in Deutschland – wo die Richtlinie seit 1979 greift – sind zum Teil spektakuläre Bestandszunahmen zu verzeichnen.

So hat etwa der Schwarzstorch maßgeblich von der EU-Vogelschutzrichtlinie profitiert (Zunahme in den letzten 25 Jahren um 1655 Prozent), aber auch der Seeadler (393 Prozent), die Wiesenweihe (238 Prozent), der Wanderfalke (215 Prozent) und Kranich (415 Prozent). Ebenso verzeichnet die ehemals fast ausgestorbene Großtrappe inzwischen eine solide Bestandszunahme (119 Prozent in den letzten zwölf Jahren). Auch die Bestände weniger bekannter Arten wie des Mittelspechts und der gefährdeten Singvogelarten Heidelerche, Blaukehlchen und Ortolan konnten sich dank der Schutzmaßnahmen wieder erholen.

Doch den Erfolgen stehen auch enorme Verluste in der Vogelwelt gegenüber. Vor allem bei den ehemals häufigen, weit verbreiteten und daher nicht durch Anhang 1 geschützten Arten gibt es Verlierer. Dazu zählen insbesondere Arten der Agrarlandschaft wie Rebhuhn (Abnahme um 95 Prozent in den letzten 25 Jahren), Kiebitz (minus 75 Prozent) oder Feldlerche (minus 34 Prozent). „Die EU-Agrarpolitik setzt mit ihren Subventionen genau die falschen Anreize. Sie fördert Naturzerstörung und lässt die Artenvielfalt im ländlichen Raum ausbluten“, so Tschimpke. Dagegen könne auch die Vogelschutzrichtlinie nicht ankommen.

Statt die Agrarpolitik zu reformieren, unterzieht die EU-Kommission derzeit die beiden wichtigsten EU-Naturschutzrichtlinien einem so genannten „Fitness-Check“. Dieser soll untersuchen, ob die Regeln gelockert werden könnten. EU-Kommissionspräsident Juncker fordert sogar das Ende einer eigenständigen EU-Vogelschutzrichtlinie. Dagegen haben sich jedoch in den vergangenen Wochen Hunderttausende Europäerinnen und Europäer in einer EU-weiten Online-Befragung ausgesprochen, die Sonntag endete. „Genau 520.325 Bürgerinnen und Bürger haben der EU-Kommission ein klares Signal gesendet: Sie wollen keine Aufweichung des Naturschutzes. Die Kommission darf dieses überwältigende Votum der Öffentlichkeit und die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht wegen einiger Lobbyisten aus der Agrarindustrie ignorieren. Die Richtlinien wirken, funktionieren und müssen beibehalten werden“, so Tschimpke. Um die Richtlinien vor Ort umzusetzen, benötige es aber mehr Geld, Personal und den nötigen politischen Willen.

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14. Januar 2015

Drastische Reduzierung der Stickstoffeinträge in den Boden ist notwendig ­

Der NABU- Naturschutzbund Deutschland e.V. hat die Bundesregierung aufgefordert, die alarmierend hohen Stickstoffemissionen aus Verkehr und Landwirtschaft durch ein verbindliches Aktionsprogramm drastisch zu reduzieren. „Das heute vom Sachverständigenrat für Umweltfragen vorgelegte Sondergutachten zum Thema Stickstoff belegt eindrücklich, dass die verheerenden Auswirkungen von Stickstoffeinträgen auf Klima, Biodiversität oder Grundwasser lange Zeit unterschätzt wurden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.6347-logo-nabu
Die Einträge von Stickstoffverbindungen wie Stickoxiden, Nitrat oder Ammoniak bewegen sich seit vielen Jahren trotz zahlreicher politischer Vorgaben auf sehr hohem Niveau. So liegen die Stickstoffbilanz-Überschüsse immer noch bei fast 100 Kilogramm pro Hektar und führen zu einer erheblichen Überdüngung nahezu sämtlicher Lebensräume sowie zu einem Artenverlust. Das Ziel, den Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft auf ein umweltverträgliches Maß zurückzuführen, wurde bislang nicht erreicht. In vielen Regionen ist der Stickstoffüberschuss in den letzten Jahren infolge des Booms bei Massentierhaltung und Biogasanlagen sogar deutlich angestiegen. Ein Teil der Überschüsse gelangt zudem in Luft und Wasser und belastet das Grundwasser, die Hauptquelle unseres Trinkwassers.Über die Hälfte der Grundwasservorkommen in Deutschland weist daher zu hohe Nitratwerte auf. Schließlich tragen gasförmige Stickstoffemissionen auch zur Versauerung der Böden bei.
Der NABU fordert daher die Bundesregierung auf, die relevanten Vorgaben zum Schutz von Mensch und Natur deutlich nachzubessern. Dies betreffe insbesondere die laufende Novelle der Düngeverordnung, bei der anspruchsvollere Ziele zur Stickstoffreduzierung vereinbart werden müssten. So müsste der maximal zulässige Nährstoffüberschuss auf 30 Kilogramm pro Hektar beschränkt und die Ausbringungsmenge für Stickstoff in sensiblen Gebieten bei 130 Kilogramm pro Hektar verankert werden. Zudem müssten bessere Kontrollen und schärfere Sanktionen zur Einhaltung der Düngeverordnung erfolgen. Der NABU begrüßt ferner die Forderung des Sachverständigenrats nach einer Abgabe auf Stickstoffüberschüsse, deren Einnahmen zweckgebunden in die Förderung einer Emissionsreduzierung investiert werden sollte. Im Bereich der Luftreinhaltepolitik müsse darüber hinaus unbedingt an den europäischen Minderungszielen für Ammoniak und Stickoxide festgehalten werden. „Sowohl die EU-Kommission als auch die Bundesregierung sollten endlich ihren Verpflichtungen nachkommen und dafür sorgen, dass umweltschädliche Stickstoffeinträge drastisch reduziert werden“, so Tschimpke weiter.
NABU fordert drastische Reduzierung der Stickstoffeinträge

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Tschimpke: Gutachten des Sachverständigenrats belegt negative Folgen für Klima und Umwelt

31. Mai 2013

Forschung geht uns alle an: BUND, DNR und NABU fordern nachhaltige Wissenschaftspolitik

 

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Der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund (NABU) fordern mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der Forschungspolitik. Anlässlich der heutigen Tagung „Partizipation und Transparenz in der Wissenschafts- und Forschungspolitik“ in Berlin legten die Verbände zum ersten Mal einen gemeinsamen Forderungskatalog an die Wissenschafts- und Forschungspolitik in Deutschland vor. Dieser Zehn-Punkte-Katalog wurde mit Verbänden aus der Entwicklungszusammenarbeit und dem kirchlichen Umfeld sowie Vertretern der Studentenschaft entwickelt, die sich alle zum Bündnis „Forschungswende“ zusammengeschlossen haben. Ziel ist es, eine transparentere Forschungspolitik in Deutschland voranzubringen.

 

Jedes Jahr gibt die Bundesregierung rund 14 Milliarden Euro zur Förderung von Forschungsprojekten aus. Die damit finanzierten Forschungsprogramme dienen vor allem wirtschaftlichen Interessen. Eine Beteiligung der Zivilgesellschaft, die für eine transparente und nachhaltige Wissenschaftspolitik erforderlich wäre, fehlt bislang.

 

DNR-Präsident Hartmut Vogtmann: „Natur- und Sozialwissenschaften müssen stärker zusammenarbeiten, um gesellschaftliche Zukunftsthemen zu erforschen. Wir fordern von den Wissenschaftsministerien eine faire Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Formulierung von Forschungsprogrammen.“

 

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Bei vielen Fragen der Energie-, Agrar- und Mobilitätswende fehlt ein breiter gesellschaftlicher Konsens. Außerdem werden Risiken und Kosten bestimmter Technologien, wie zum Beispiel der Kernfusion, oft ausgeblendet. Die Bundesregierung und das Forschungsministerium müssen ein öffentliches Wissenschaftsforum einrichten, in dem solche Fragen verhandelt werden können.“

 

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Wir brauchen transparente Prozesse bei der Auswahl der Inhalte und mehr Geld für soziale Forschungsansätze. Nur ein gut finanziertes Wissenschaftssystem kann innovative und überraschende Ideen für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung bereitstellen. Die Zivilgesellschaft wird so zukünftig zu einem Bündnispartner der Wissenschaft.“

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Die vollständigen Forderungen des Bündnisses und die aktuelle Liste der Unterzeichner finden Sie im Internet unter: http://www.bund.net/pdf/nachhaltige_wissenschaftspolitik

Gemeinsame Pressemitteilung vom 31. Mai 2013

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12. Oktober 2012

Die bedrohte Bekassine ist „Vogel des Jahres 2013

Botschafterin für die Lebensräume Moore und Feuchtwiesen

12. Oktober 2012 – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bekassine (Gallinago gallinago) zum „Vogel des Jahres 2013“ gekürt. In Deutschland leben heute nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare – etwa die Hälfte des Bestandes von vor 20 Jahren. Die Bekassine soll als Botschafterin für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen werben. Der taubengroße Schnepfenvogel mit dem beige-braunen Federkleid und dem markanten Schnabel wird wegen seines lautstarken Balzflugs gern „Meckervogel“ genannt.

Bekassine

Mit ihrem außergewöhnlichen Aussehen, ist die Bekassine vielen Menschen unbekannt.

„Die Bekassine hätte tatsächlich guten Grund, sich zu beschweren, denn mit Mooren und Feuchtwiesen schwindet ihr Lebensraum zusehends. Es wird allerhöchste Zeit, die letzten Moore in Deutschland streng zu schützen – auch im Interesse des Klimaschutzes. Gleiches gilt für Feuchtwiesen. Wir dürfen nicht länger zulassen, dass der Grundwasserspiegel abgesenkt und Flächen entwässert, Grünland umgepflügt, Ackerkulturen wie Mais für Biogasanlagen großflächig angebaut, Torf abgebaut und Wiesen aufgeforstet werden“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.

Der Lebensraum schwindet

„Dass die Bekassine in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, liegt vor allem an der systematischen Zerstörung ihrer Lebensräume. Der Biotopschwund betrifft viele weitere Arten, darunter nahe Verwandte wie den Großen Brachvogel oder die Uferschnepfe. Von der Politik erwarten wir daher einen konsequenten Schutz für alle Arten der Feuchtwiesen und Moore. Wiesen und Weiden zu erhalten und wiederzuvernässen ist zudem ein sehr effizienter Beitrag zum Klimaschutz“, so LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann.

Bekassine beim AbflugStart in eine bessere Zukunft?

Heute sind 95 Prozent der heimischen Moore zerstört und 90 Prozent des Grünlandes in Deutschland intensiv bewirtschaftet. Auch die Jagd macht dem Schnepfenvogel zu schaffen. Allein in der Europäischen Union werden jährlich über ein halbe Million Bekassinen geschossen. „Mit der Jagd auf Bekassinen muss endlich Schluss sein. Die Art gehört in der gesamten Europäischen Union dringend ganzjährig unter Schutz gestellt“, fordern Opitz und Sothmann.

Hierzulande ist die Bekassine am häufigsten noch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg anzutreffen. Ursprünglich war sie in ganz Mitteleuropa vom Tiefland bis in mittlere Höhen in größerer Zahl vertreten. Seit einigen Jahrzehnten gehen die Bestände fast überall dramatisch zurück. Für Europa schwanken aktuelle Schätzungen zwischen 930.000 und 1,9 Millionen Brutpaaren. Zwei Drittel des mitteleuropäischen Bestandes von etwa 24.000 bis 45.000 Paaren leben in Polen. Die meisten in Deutschland heimischen Brutvögel sind Kurzstreckenzieher. Sie verbringen den Winter in Südfrankreich, Spanien und Portugal.

 

Himmelsziege im Zick-Zack-Flug

Ein zentrales Merkmal der Bekassine ist der spektakuläre Balzflug der Männchen mit einem lautstarken „Wummern“, das wie Meckern klingt. Der Laut entsteht während des Sturzflugs durch den Wind, wenn der Vogel die beiden äußeren Schwanzfedern abspreizt. Die Männchen steigen auf meist 50 Meter Höhe in scharfem Zickzack steil auf, um dann jäh zur Seite abzukippen. Dieser Kunstflug ist besonders gut von März bis Mai zu beobachten. Der mit sieben Zentimetern überproportional lange und gerade Schnabel ist ihr auffälligstes Kennzeichen. Bekassinen stochern mit ihm tief im weichen Boden, um Kleintiere zu orten und zu ertasten. Neben Würmern, Schnecken und Insekten stehen auch Sämereien und Beeren auf ihrem Speiseplan.

NABU und LBV verfolgen seit Jahren die Strategie des Flächenkaufs für den Naturschutz und übernehmen die fachkundige Betreuung von Schutzgebieten. Dadurch konnten bereits viele Gebiete als Lebensräume für den Vogel des Jahres 2013 gerettet werden. Darüber hinaus kann jeder Einzelne zum Schutz der Bekassine beitragen, indem er torffreie Blumenerde verwendet, so die Verbände.

 

Wissenswertes über die Bekassine Basisinfos

Ein zentrales Merkmal der Bekassine ist der spektakuläre Balzflug der Männchen mit einem lautstarken „Wummern“, das wie Meckern klingt. Der Laut entsteht während des Sturzflugs durch den Wind, wenn der Vogel die beiden äußeren Schwanzfedern abspreizt. mehr Mehr

Wir gehen voranProjekte, die helfen

NABU- und LBV-Gruppen setzen sich für die Bekassine ein, kaufen Flächen, stauen Gräben auf und pflegen Feuchtwiesen. Viele Lebensräume unseres Jahresvogels können auf diese Weise gerettet werden oder sogar neu entstehen. mehr Mehr

Der Vogel des Jahres 2013 braucht unseren SchutzHelfen Sie der Bekassine!

Die Bekassine wird gern „Meckervogel“ genannt. Sie hätte tatsächlich guten Grund sich zu beschweren, denn mit Mooren und Feuchtwiesen schwindet ihr Lebensraum zusehends. In vielen Gegenden ist unsere „Himmelsziege“ bereits ausgestorben. Auch Sie können der Bekassine einfach helfen. mehr Mehr

Broschüren, Aufkleber und mehr einfach hier bestellenInfomaterial zum „Vogel des Jahres 2013“

Auch zum Vogel des Jahres 2013, der Bekassine, gibt es wieder viele informative und nützliche Materialien. Von der Broschüre bis zum Button – in unserem Shop finden sie alles rund um die Dohle. Massenbestellungen sind ganz einfach online möglich. mehr Mehr

 

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18. April 2012

Azubis hängen Nistkästen auf

Insgesamt gibt es auf dem Gelände jetzt 15 neue Nistkästen.

Der Naturschutzbund und Auszubildende des Bergwerks Auguste Victoria haben selbstgebaute Nistkästen für die gefiederten Bewohner des Geländes der Schachtanlage AV 1/2 aufgehängt.

Für den Start in den Frühling

Nach detaillierten Bauanleitungen, die von der Hertener Nabu-Gruppe zur Verfügung gestellt wurden, hatten die angehenden Facharbeiter in den vergangenen Wochen die Nisthilfen gebaut. Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn konnten sie nun in den Grünzonen um die Ausbildungsabteilung aufgehängt werden.

Noch mehr Nistkästen

„Diese Kooperation ist für die Auszubildenden eine tolle Sache“, findet Betriebsdirektor für Personal und Soziales Alois Thull. Weitere Nistkasten-Aktionen sind in den kommenden Wochen für die Halde Brinkfortsheide und die Schachtanlage AV 3/7 geplant.

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19. Januar 2012

NABU fordert komplettes Schwerölverbot für Kreuzfahrtschiffe

NABU-Experten empfehlen Lehren aus „Concordia“-Unglück

Berlin (ots) – Der NABU-Meeresbiologe Dr. Kim Detloff, der drei Jahre im Unglücksgebiet forschte, sieht große Gefahren für das Naturparadies vor der Insel Giglio, vor allem durch die 2400 Tonnen Schwer- und Dieselöl, die in den Tanks des verunglückten Kreuzfahrtschiffes gebunkert sind. „Schweröl ist eine hochgiftige, teerartige Substanz, die schwer abzupumpen ist. Wenn das Schweröl ausläuft, sinkt es auf den Meeresboden ab und überdeckt dort alles. Damit würden weite Areale unter Wasser unweigerlich zum Friedhof für alle Lebewesen.“

So ist das Schweröl im Rumpf der „Concordia“ eine tödliche Gefahr für Zehntausende von Meerestieren, die in dem 1996 gegründeten Nationalpark Toskanischer Archipel mit seiner besonders großen Artenvielfalt leben. „Das Gebiet um Giglio ist ein Naturparadies mit bunten Korallenwänden, in dem große Schwärme von Barrakudas, Lippfischen- und Meerbrassen vorkommen. Zudem gehören die Gewässer zu einem wichtigen Walschutzgebiet, in dem Pott- und Finwale und verschiedene Delfine leben. Die Insel ist Rastplatz für viele Zugvögel, auch kommen hier die seltenen Sturmtaucher und die Korallenmöwe vor“, erklärt NABU-Experte Detloff.

Zudem ist Schweröl besonders schwer zu bekämpfen: „Die bisherigen Schiffskatastrophen zeigen leider, dass es praktisch unmöglich ist, alles austretende Öl abzufangen.“ Noch dazu ist nicht ausgeschlossen, dass die Gifte des Schweröls auch in die Nahrungskette gelangen, erklärt der NABU-Meeresbiologe: „Falls Öl austritt, wird es von Kleinlebewesen aufgenommen und gelangt so zwangsläufig in den Körper von Fischen, die womöglich am Ende auf unserem Mittagstisch landen. Aber diese Zusammenhänge sind bisher erst ansatzweise erforscht. Man sollte hier nicht unnötig dramatisieren.“

Der NABU dringt auf politische Konsequenzen aus dem Unglück. „Der NABU fordert, das Kreuzfahrtschiffe, die Naturschutzgebiete und sensible ökologische Meeres- und Küstenräume befahren, komplett auf Schweröl verzichten müssen“, sagt der Leiter der NABU-Verkehrspolitik Dietmar Oeliger Oeliger. „In Europa dürfen Schiffe bislang nur in der Nord- und Ostsee nicht mit Schweröl angetrieben werden. In der Antarktis dagegen ist es seit kurzem verboten Schweröl mitzuführen. Es ist völlig unverständlich, warum diese Regelung nicht auch für das stark befahrene Mittelmeer gilt.“

„Angetrieben mit Schweröl stoßen allein die 15 größten Seeschiffe jedes Jahr mehr schädliche Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid und Rußpartikel aus, als alle Autos weltweit. Und die gigantischen Abgaswolken in Häfen und vor den Küsten belasten Mensch und Umwelt. Eine Studie des dänischen Center for Center for Energy, Environment and Health zufolge kosten diese Schadstoffe jedes Jahr bis zu 50 000 Menschen vorzeitig das Leben, die zum Beispiel an Krebs erkranken und vorzeitig sterben“, erklärt NABU-Experte Oeliger. Die Schiffsabgase zu reinigen wie bei Diesel-Pkws funktioniert mit Schweröl nicht. „Deshalb fordern wir seit Jahren den Umstieg, denn das teurere Dieselöl enthält viel weniger Schadstoffanteile. Zudem kann man beim Einsatz von Schiffsdiesel Rußfilter installieren und so einen großen Teil der Schadstoffemissionen verhindern.“

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11. Januar 2012

NABU kritisiert Aigners Haltung zu EU-Agrarförderung

Tschimpke: Deutschland torpediert ökologische Bedingungen für Landwirtschaft

Berlin – „Mit dem vorgeschobenen Argument der Verwaltungsvereinfachung versucht das Bundeslandwirtschaftsministerium die Reformvorschläge der europäischen Agrarpolitik zu unterlaufen“, kritisiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zum Jahresende hatte das Ministerium von Ilse Aigner ein internes Papier an die Bundesländer verschickt, in dem 60 Vereinfachungsvorschläge aufgelistet sind. Demnach sollen viele landwirtschaftliche Betriebe vom Verbot von Monokulturen im Ackerbau und von der Ausweisung von ökologischen Vorrangflächen ausgenommen werden und dennoch weiterhin in den Genuss der europäischen Agrarförderung von rund 300 Euro pro Hektar kommen.

„Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um einen Frontalangriff des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf die Versuche der EU-Kommission, die Agrarmilliarden in Zukunft endlich einer wirksamen ökologischen Qualifizierung zu unterziehen und sinnvoller auszugeben“, kritisiert der NABU-Präsident. So bliebe von den Kommissionsvorschlägen für die Ökologisierung – das so genannte „Greening“ – der Direktzahlungen durch abwechslungsreichere Fruchtfolgen im Ackerbau und die Ausweisung von sieben Prozent ökologischer Vorrangflächen in jedem landwirtschaftlichen Betrieb wenig übrig, wenn sich das Bundeslandwirtschaftsministerium mit seinen Vorschlägen durchsetzen würde. „Die dringend nötigen Verbesserungen zum Schutz der natürlichen Tier- und Pflanzenvielfalt in den Agrarlandschaften wird es auf diese Art nicht geben“, fürchtet NABU-Agrarexperte Matthias Strobl. Doch ein Umbau der Agrarpolitik nach dem Grundsatz „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ ist längst überfällig, um die Agrarsubventionen vor Steuerzahlern und Bürgern zu rechtfertigen.

Der NABU lehnt es auch ab, dass Ministerin Aigner neben Biobetrieben auch konventionell wirtschaftende Höfe von den neuen Umweltauflagen befreien will, sobald sie sich nach einem nicht näher beschriebenen Nachhaltigkeitssystem zertifizieren lassen. „Mit solchen Vorschlägen betreibt das Bundeslandwirtschaftsministerium eher scheinheiliges Greenwashing statt ökologisch sinnvolles Greening“, kritisiert der NABU.

Grundsätzlich hält auch der NABU Verwaltungsvereinfachungen in den Agrarförderprogrammen und den dazugehörigen Kontrollen an vielen Stellen für möglich und sinnvoll. Doch die Vorschläge Aigners dazu sind nur an einigen wenigen Stellen echte Verbesserungen und an vielen anderen Punkten kontraproduktiv, erklärt Strobl.

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4. Januar 2012

NABU ruft zur Wintervogelzählung auf!

Berlin: Zwischen dem 06.01. und 08.01.2012 ruft der NABU wieder deutschlandweit zur Zählung der Wintervögel auf. Mitmachen kann jeder, der sich an einem der kommenden Tage etwas Zeit nimmt und sich für eine Stunde mit den Wintervögeln der Großstadt Berlin beschäftigt.

Haben Sie sich für die kommenden Tage schon etwas vorgenommen? Wenn Sie oder Ihre Familie noch eine schöne Beschäftigung für das kommende Wochenende suchen, dann lohnt sich die Stunde der Wintervögel auf jeden Fall.
Suchen Sie sich einfach einen Platz, von wo aus Sie gut Vögel beobachten können. Notieren Sie von jeder Art die höchste Anzahl der Vögel, die Sie im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachten konnten. Der NABU hält für diese Aktion in der NABU-Geschäftsstelle noch Meldebögen bereit. Darauf können Sie Ihre Beobachtungen eintragen und dann die Karte an den NABU senden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen die vertrauten und oft weit verbreiteten Vogelarten. Wo kommen sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden? Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser kann sich der NABU für den Schutz der Vögel stark machen.

Angesichts der milden Temperaturen mag man vielleicht denken, dass sich die Vögel nicht so gut beobachten lassen, doch dem ist nicht so. Wie in jedem Jahr haben viele Wintergäste in Berlin Einzug gehalten, wie beispielsweise die verschiedenen Entenarten, deren Zahl durch Zuzug aus Skandinavien jeden Winter zuverlässig auf den Berliner Gewässern ansteigt. Und wer bereits jetzt vorsichtshalber sein Futterhäuschen bestückt hat, der kann trotz dieser teilweise frühlingshaften Temperaturen eindrucksvolle Beobachtungen machen, wenn sich Meisen und Kleiber versammeln. Mitmachen lohnt sich also immer!

Wo kann beobachtet werden?
Das ist ganz Ihnen überlassen. Vielleicht haben Sie in der Nähe einen Park oder wohnen gar am Stadtrand. Oder Sie haben ein kleines Vogelhäuschen, welches Sie während der kalten Jahreszeit für die Wintergäste aufgestellt haben. Wichtig ist, dass Sie von einem ruhigen Plätzchen aus beobachten können, wer sich innerhalb einer Stunde bei Ihnen einfindet. Ansonsten bietet der NABU Berlin auch vier geführte Beobachtungsmöglichkeiten an.

Samstag, 07.01.2012
ab 9 Uhr: Wintervögel am Teltowkanal, Treffpunkt: Lichterfelde, Wismarer Straße an der Eugen-Kleine-Brücke, Dauer: ca. 3 Stunden

Sonntag, 08.01.2012
ab 10 Uhr: Wasservögel am Tegeler Hafen, Treffpunkt: Greenwichpromenade Tegel am „Roten Telefon“, Dauer: ca. 2 Stunden

ab 11:30 Uhr: Winterliche Vogelwelt am Tegeler See, Treffpunkt: Borsigdamm Ecke Eisenhammerweg, Dauer: ca. 1,5 Stunden

ab 13:30 Uhr: Vogelbeobachtung am Schleipfuhl, Treffpunkt: Naturschutz Schleipfuhl, HermsdorferStr. 11A, Dauer: ca. 2 Stunden

Wann und wo erfahre ich die Ergebnisse?
Die Auswertung der Meldungen läuft dann noch bis zum 16. Januar und kann im Internet über http://www.stundederwintervoegel.de verfolgt werden. Sobald die genauen Zahlen für Berlin vorliegen, werden auch die landesspezifischen Ergebnisse selbstverständlich veröffentlicht. Unter den Teilnehmern verlost der NABU wertvolle Buch- und DVD-Gutscheine.

Also…
Melden Sie uns Ihre Beobachtungen! In unserer Geschäftsstelle halten wir für Sie Meldebögen bereit und senden Sie Ihnen auf Anfrage gerne zu. Ihre Antworten senden Sie bitte an den NABU, Kennwort: Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin oder Sie nehmen im Internet unter http://www.stundederwintervoegel.de teil. Die Aktion läuft vom 06.01. bis zum 08.01.2012, Einsendeschluss ist der 16.01.2012.

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28. Dezember 2011

NABU „Dino des Jahres 2011“ für AIDA und TUI Cruises

Aus Profit fahren Kreuzfahrtschiffe mit giftigem Schweröl

Der NABU verleiht Deutschlands peinlichsten Umweltpreis in diesem Jahr an die Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises. „Ihre angeblich ‚Weißen Flotten‘ sind in Wahrheit dreckige Rußschleudern, denn die Kreuzfahrtschiffe fahren auf hoher See immer noch mit giftigem Schweröl“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Damit stößt ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke. Die Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen ließen sich leicht vermeiden, aber aus Profitgier verweigern die deutschen Reeder bislang die Verwendung von Schiffsdiesel und den Einbau von Abgastechnik wie etwa Rußpartikelfilter.“

Stellvertretend für die gesamte Hochseeschifffahrt verleiht der NABU den „Dinosaurier des Jahres 2011“ an Michael Thamm, Präsident AIDA Cruises, und Richard J. Vogel, Vorsitzender TUI Cruises. „Sie sind die Speerspitze der überaus lukrativen deutschen Kreuzschifffahrt. Sie dekorieren ihre Schiffe mit schönen Schlagworten wie Wohlfühlen, Fahrtwind und Seeluft – aber aus den Schornsteinen ihrer Luxusliner kommen enorme Mengen giftiger Schadstoffe. Von wegen Seeluft und Traumschiff! Für Küsten- und Hafenbewohner und die Umwelt sind sie der reinste Albtraum“, betont der NABU-Präsident. Tatsächlich ließen sich die bedrohlichen Emissionen eines Schiffs sehr leicht durch die Umstellung von Schweröl auf schwefelarmen Schiffsdiesel und eine geringere Fahrtgeschwindigkeit verbessern: „So lassen sich Schwefeldioxid und Feinstaub um bis zu 90 Prozent reduzieren, und der Ausstoß von klimaschädlichen Rußpartikeln verringert sich um mehr als 40 Prozent“, erläutert Dietmar Oeliger, Leiter der NABU-Verkehrspolitik.

„AIDA und TUI übertrumpfen sich mit aufwendigster Unterhaltung an Bord, nichts ist zu teuer für Restaurants, Wellness und Casinos – aber für einen Rußpartikelfilter ist angeblich kein Geld da..

Das ist Heuchelei!“, kritisiert NABU-Präsident Tschimpke. „Es ist völlig unverständlich, wie die Veranstalter von Kreuzfahrten derart mutwillig ihr größtes Kapital, nämlich eine intakte Natur aufs Spiel setzen.“ Mit der Kampagne „Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“, will der NABU Kreuzfahrt-Kunden aufklären und die Reeder zur Einhaltung von Umweltstandards verpflichten. Tatsächlich beweisen etliche Studien die verheerenden Auswirkungen der dreckigen Schiffsabgase: Sie sind verantwortlich für rund 50.000 vorzeitige Todesfälle allein in Europa, sie überdüngen Meere und versauern Böden und nicht zuletzt tragen sie auch erheblich zum bedrohlichen Klimawandel bei: Die schwarzen Rußpartikel aus den Schornsteinen lagern sich auf dem Eis der Arktis ab und beschleunigen das Abschmelzen. „Das schlechte Gewissen der Reedereien wird in ihren Verkaufsbroschüren wegroutischiert. Die meisten Fotos in Katalogen und im Internet sind nachbearbeitet, der Kunde soll die Abgasfahne, die aus den gigantischen Schornsteinen aufsteigt, nicht sehen. Tatsächlich aber verpestet allein die AIDA Flotte die Luft ähnlich stark, wie alle deutschen Autos zusammen“, so Oeliger.

„Auch die Politik versagt, indem sie Schiffen auf hoher See einen Schadstoffausstoß erlaubt, der x-tausendfach über den Grenzwerten liegt, die Pkw und Lastwagen an Land einhalten müssen“, kritisiert Tschimpke. „Aber die Reeder müssen nicht auf Vorgaben warten – sie könnten heute schon der massiven Umweltzerstörung endlich ein Ende bereiten.“ Mit der Verleihung des Dinosauriers an AIDA und TUI Cruises hofft der NABU, den überfälligen Sinneswandel zu beschleunigen. „AIDA und TUI Cruises präsentieren sich in ihren Hochglanz-Werbebroschüren gerne als vorbildlich umweltfreundlich. Beide Kreuzfahrtriesen haben die wirtschaftliche Kraft und das Innovationspotenzial der gesamten Schiffsbranche den ökologischen Weg zu weisen. Die Reedereien müssen endlich auf Schiffsdiesel umsteigen und insbesondere bei den geplanten Neubauten moderne Abgastechnik einbauen. Schluss mit der Luftverpestung auf hoher See und in den Häfen“, fordert Tschimpke.

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