Posts tagged ‘LWL’

29. Juli 2014

Grubenfahrt auf der Zeche Auguste Victoria in Marl zu gewinnen

Industrie (75)
1.000 Meter unter Tage
LWL-Industriemuseum verlost Grubenfahrt an Ausstellungsbesucher

Es ist eine einmalige Gelegenheit, die Welt unter Tage vor dem baldigen Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland hautnah zu erleben: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gibt den Besuchern seines Industriemuseums im Rahmen eines Gewinnspiels die Chance, an einer Grubenfahrt in Marl teilzunehmen. In Marl geht es über 1.000 Meter in die Tiefe. Zu gewinnen ist außerdem die Teilnahme an einer „Hauerschicht“ im Besucherbergwerk des LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall in Witten.
Das Gewinnspiel läuft ab sofort im Rahmen der Ausstellung „Über Unterwelten. Zeichen und Zauber des anderen Raums“, die der LWL aktuell in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund zeigt. Dort sowie auf der Zeche Nachtigall in Witten liegen bis zum 24. August die Teilnahmekärtchen aus. Neun Fragen rund um das Thema Bergbau und Unterwelt gilt es zu beantworten. Für die beiden Aktionen werden unter allen richtigen Lösungen sechs mal zwei Plätze verlost.

Die Gewinner der Grubenfahrt fahren am Mittwoch, 10. September, in Marl in eins der letzten aktiven Bergwerke ein. Bei entsprechender gesundheitlicher Eignung sind dafür Personen im Alter von 18 bis 60 Jahren zugelassen. Sechs Stunden Zeit müssen eingerechnet werden. Konkrete Hinweise zu Einschränkungen liegen in den beiden Museen aus. Die „Hauerschicht“ findet am 19. September in Witten statt. Das fünfstündige Programm rund um die Arbeitswelt der „Kumpel“ von einst mit Besichtigung des Besucherbergwerks Zeche Nachtigall und zünftigem Imbiss ist geeignet für Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren.

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4. Juni 2014

Bauen wie die Römer: Mitmach-Ausstellung im LWL-Römermuseum Haltern

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Die Ferienausstellung „Hier baut Rom!“ vom 8. Juli bis 24. August im LWL-Römermuseum in Haltern am See will vermitteln, wie die Römer bauten. Von der Dachbedeckung über die Brunnenverschalung bis zur römischen Wasserleitung zeigt die ungewöhnliche Ausstellung römische Bautechniken und lädt alle Altersgruppen dazu ein, die Ärmel aufzukrempeln, die Werkzeuge zur Hand zu nehmen und selbst auf den „Baustellen“ im LWL-Römermuseum Hand anzulegen. „Antike Bauchtechnik verstehen durch Ausprobieren“ lautet dann an den zehn verschiedenen Experimentierstationen das Motto.
Die Mitmach-Ausstellung orientiert sich an Originalfunden aus den römischen Stützpunkten an der Lippe, wenn neben römischen Werkzeugen Hölzer von Fachwerkbauten, Teile von Wasserleitungen und Brunnen oder eben das frisch restaurierte Stück Wand in den Vitrinen die Vorbilder für das sind, was unter den eigenen Händen entsteht. Die Ausstellung wird gerade vorbereitet und die Vitrinen werden mit besonderen Fundstücken wie dem Wandstück gefüllt.

Ein Stück Wand
Es ist das größte zusammenhängende Stück römischer Wand einschließlich Verputz, das je im römischen Hauptlager in Haltern ans Tageslicht kam. Ein Stück Wand, das die Handwerker der römischen Legion zur Zeit von Kaiser Augustus mit eigenen Händen und mithilfe von Flechtwerk errichtet haben. Es kommt unmittelbar aus der Restaurierungswerkstatt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. In der Mitmachausstellung „Hier baut Rom wird es einer der Funde während der Sommerferien sein.

Restaurator Eugen Müsch ist mit Skalpell, Spachtel, Schaber, Kratzer und Pinsel ganz vorsichtig bis zum Kern des gut zehn Zentimeter großen Lehmblocks vorgedrungen, der von den LWL-Archäologen während der Ausgrabungen an der Arminiusstraße in Haltern in Gips eingepackt und in die Restaurierungswerkstatt transportiert wurde. „Das eigentliche Stück Wand musste auf diese Weise freipräpariert werden“, erläutert er. Denn es gab einen Brand im Hauptlager der Römer in Haltern. Das Gebäude stürzte ein, die Wand brach ebenfalls zusammen und fiel in eine drei Meter tiefe Grube innerhalb des Hauses.
Das Stück Wand ist für Haltern einzigartig und zeigt mit verbrannten Holzkohlestücken, Brandspuren und eisernen Nägeln, wie die Römer damals die Gebäude in ihrem Lager errichtet haben. Weidenruten wurden für das Flechtwerk benutzt, auf dem der häufig mit Stroh vermengte Lehm aufgetragen wurde. Die Römer haben außerdem Wände gern verputzt und oft sogar bemalt. „Der Putz dieses Halterner Fragments lässt sich optisch noch erkennen“, sagt Eugen Müsch und zeigt auf eine dünne hellere Schicht. „An manchen kleineren Wandstücken kann man sogar sehen, dass die Wände mehrfach verputzt wurden.“
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Hintergrund für die Ferienausstellung ist der Römerpark Aliso, der hinter dem LWL-Römermuseum geplant ist. Hier werden orginalgetreue Nachbauten des Halterner Hauptlagers entstehen. Die Teilnehmer dieser ganz besonderen Ausstellung können selbst aus eigener Anschauung erleben, was es bedeutete, vor mehr als 2.000 Jahren ein Lager für die Legionäre zu erriechten.

29. Juli 2013

Am 30. Juli ist der Internationale Tag der Freundschaft

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Poesiealben sind seit langer Zeit ein beliebtes Mittel, um Worte der Freundschaft schriftlich festzuhalten und damit für die Zukunft zu bewahren. „Und dies im wahrsten Sinne des Wortes“, wie Katharina Klapdor von der Volkskundlichen Kommission beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) anlässlich des Internationalen Tages der Freundschaft am 30. Juli erklärt. „Wer ein Poesiealbum besitzt und eine andere Person auffordert, sich dort zu verewigen, signalisiert, dass er sich für die Person interessiert und diese in Erinnerung behalten will.“

Im Archiv der LWL-Kommission bewahren die Volkskundler Poesiealben, die teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. War es zunächst nur in Adelskreisen üblich, Poesiealben zu pflegen, erreichte diese Sitte schnell auch bildungsbürgerliche Kreise. Wer ein Poesiealbum besaß, ließ aber nicht nur Freunde und Freundinnen etwas hineinschreiben, sondern auch Lehrer, Pfarrer, Eltern oder Personen, die man bewunderte. In dieser Zeit waren es vor allem Erwachsene, die diese Bücher pflegten. Der Sinnspruch war als Eintrag stets beliebt, die Einträge aus dieser Zeit haben häufig einen Bezug zum christlichen Glauben. So schrieb Johanne H. aus Bielefeld im Jahr 1897 für ihre Freundin Johanne K.: „Verzage nicht! Ergib dich Gottes Willen; Mag auch in Nacht sich deine Zukunft hüllen, der lebt ja noch, der spricht: ‚Es werde Licht!‘ Verzage nicht!“
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Neben diesen aufmunternden Botschaften finden sich in den Poesiealben aber auch mahnende Worte. Wilhelmine Q. aus Unna schrieb ihrer Cousine Clara Sch. im Jahr 1905: „Das Glück hat enge Grenzen, gar klein ist sein Gebiet. Verlange nicht nach Kränzen, wenn dir dein Stündlein blüht.“

Waren Poesiealben zu dieser Zeit Bücher, die lediglich auf den Einbänden reich verziert und sonst mit leeren Seiten bestückt waren, sind die Poesiealben heutzutage bereits vorformatiert. Bekannt sind Poesiealben heute vielerorts als Freundschaftsbücher. Häufig werden Fragen vorgegeben, die beantwortet werden sollen, wobei der Antwort nur eine bestimmte Zeilenanzahl eingeräumt wird. Die Fragen reichen vom Namen und dem Geburtsdatum und über Frage nach Hobbys, Lieblingsbüchern oder Lieblingsmusik bis zu der Aufforderung, dem Besitzer mitzuteilen, „Was ich dir schon immer mal sagen wollte.“ „Diese Aufforderung führe häufig zu der einfachen aber gutgemeinten Bitte: Bleib wie du bist!“, wie Klapdor hinzufügt. Die Tatsache, dass die Eintragungen im Poesiealbum, wenn sie einmal niedergeschrieben stehen, nicht wieder rückgängig gemacht werden können, führe dazu, das in diesen Alben damals wie heute ein überaus höflicher Ton herrscht.

„Poesiealben und Freundschaftsbücher geben Aufschluss darüber, wie die Menschen zu einer bestimmten Zeit in ihrem Umfeld mit Freundschaft umgegangen sind, was sie einander wünschten und mit welchen Worten sie dem jeweiligen Freund in Erinnerung bleiben wollten“, erklärt Klapdor.

Mehr zum Thema Poesiealben finden Interessierte im online-Archivportal der Volkskundlichen Kommission für Westfalen unter http://www.lwl-volkskundearchiv.org

 

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20. Juli 2013

Hans-Werner-Henze-Preis an den Komponisten und Dirigenten Enno Poppe

Der LWL zeichnet den Komponisten und Dirigenten Enno Poppe mit dem Hans-Werner-Henze-Preis aus.  Foto: Kai Bienert

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vergibt seinen mit 12.800 Euro dotierten Hans-Werner-Henze-Preis in diesem Jahr an den in Hemer (Märkischer Kreis) geborenen Komponisten und Dirigenten Enno Poppe. Das hat eine achtköpfige Jury unter Vorsitz von LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch jetzt beschlossen. Der LWL vergibt seinen Musikpreis alle sechs Jahre für besondere Leistungen zeitgenössischer Komponisten, die aus Westfalen stammen oder hier wirken. Die Preisverleihung findet im Herbst 2013 statt.

Enno Poppe zählt zu den international renommiertesten Komponisten seiner Generation und strahlt auch als Dirigent im Bereich zeitgenössischer Musik große Wirksamkeit aus. Sein Schaffen ist durch das Ausloten verschiedenster musikalischer Systeme gekennzeichnet, die der Komponist aufstellt, um sie dann in ihrer selbst auferlegten Beschränktheit an ihre Grenzen zu führen“, erläutert Juryvorsitzender Kirsch die Begründung der Jury.

„Die Befragung des kompositorischen Materials im Horizont mathematischer Prozesse, die überlegte Formgestaltung und die kluge Entfaltung der harmonischen, rhythmisch-metrischen und melodischen Dimensionen des musikalischen Satzes münden in eine mitunter sehr komplexe, aber dennoch sehr sinnliche Musik“, so die Jury weiter. „Diese Musik ist mit einem untrüglichen Gespür für instrumentale und vokale Klangfarben verbunden.“

Der 1969 in Hemer geborene Enno Poppe lebt und arbeitet heute in Berlin. Von 1990 bis 1998 absolvierte er ein Dirigier- und Kompositionsstudium an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit 1998 ist er der musikalische Leiter des „ensemble mosaik“, mit dem er dreimal einen Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung erhielt. Seit 2008 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin, seit 2009 der Akademie der Wissenschaften und Künste des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hintergrund:
Der Westfälische Musikpreis, der im Jahr 1959 das erste Mal vergeben wurde, ist seit 2001 nach dem international renommierten westfälischen Komponisten Hans-Werner-Henze benannt. Henze selbst erhielt den Musikpreis im Jahr 1995. Die Auszeichnung soll darauf aufmerksam machen, dass hervorragende Komponisten aus Westfalen stammen oder hier wirken. Die Komponisten leisten somit durch ihre Werke einen Beitrag zur aktuellen musikalischen Kultur Westfalens.

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16. Juli 2013

Phoenix soll Gebärdensprache für Nachrichtensendungen beibehalten

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat den Fernsehsender Phoenix aufgefordert, die Übersetzung seiner Nachrichtensendungen in Gebärdensprache beizubehalten.

Auch wenn die geplante Ausweitung der Untertitelung von Sendungen begrüßenswert sei, dürfe dem jedoch nicht die Gebärdensprachen-Verdolmetschung von wichtigen Sendungen zum Opfer fallen, heißt es in einem Brief aller LWL-Fraktionen an die Phoenix-Geschäftsführung.

Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung: „Für Gehörlose, die sich der Gebärdensprache bedienen, baut Phoenix damit eine Barriere auf. Viele Gehörlose sind des Schriftdeutschen nicht ausreichend mächtig, um die komplexen Inhalte der Nachrichtensendungen per Untertitel verstehen zu können. Es passt nicht in die Zeit der UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderungen, neue Barrieren auf- statt abzubauen.“

Die Fraktionen der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe begrüßten, dass Phoenix die Verdolmetschung der Nachrichtensendungen nicht wie geplant beendet habe und die Behindertenverbände in seine Planungen einbeziehe.

Gebhard: „Wir unterstützen die Forderung der Verbände, das Angebot im Interesse der Gehörlosen dauerhaft fortzuführen und das ursprüngliche Vorhaben von Phoenix, die Übersetzung der Nachrichtensendungen in Gebärdensprache einzustellen, nicht weiter zu verfolgen.“

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11. Juli 2013

Grandseigneur und Militär: LWL und Deutsches Historisches Institut präsentieren Nachlass von Emmanuel de Croÿ

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Emmanuel Herzog von Croÿ, Fürst von Solre, Marschall von Frankreich (1718-1784) absolvierte eine glänzende militärische und diplomatische Laufbahn und repräsentierte den Typus eines aufgeklärten grandseigneur des 18. Jahrhunderts. Jetzt haben der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und das Deutsche Historische Institut in Paris (DHI) wesentliche Teile seines Nachlasses, darunter 41 Tagebuch-Bände, in einem gemeinsamen Projekt erschlossen und digitalisiert. „Erstmals sind die digitalisierten Originale für die Forschung und jeden Interessierten online abrufbar. Es sind die ersten digitalisierten Archivalien überhaupt, die über das nordrhein-westfälische Online-Portal http://www.archive.nrw.de zugänglich sind“, so LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch bei der Vorstellung am Donnerstag (11.7.) in Münster.

Im Nachlass finden sich zum Beispiel Berichte aus Croÿs Zeit als Berater des Königs: Als Robert François Damiens im März 1757 als Hochverräter und „Königsmörder“ in Paris gevierteilt wurde, war Croÿ unter den Zuschauern. Er hatte zuvor als Bevollmächtigter des französischen Königs Ludwig XV. die Untersuchungen zum verhinderten Königmord geführt. Die schriftlichen Aufzeichnungen zu diesen Untersuchungen sind Teil des Nachlasses, den das LWL-Archivamt und das DHI digital erschlossen haben.

Sein breitgefächertes, ja beinahe enzyklopädisches Interesse für alles, was seine Zeit bewegte, sei es Geistes- und Naturwissenschaften, Militärwesen, Geographie, Volkswirtschaft oder Kunst, spiegelt sich in den zahlreichen Manuskripten und Dossiers seines Nachlasses wider, der bisher von der Forschung nur sehr wenig beachtet wurde. Auch wurden seine wertvollen und umfangreichen Tagebücher, die den bekannten Teil seines Nachlasses ausmachen, bisher nur zu einem Drittel veröffentlicht.
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Hintergrund
Emmanuel de Croÿ starb 1784, fünf Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution, und so blieben ihm die gewaltigen Umwälzungen der folgenden Jahrzehnte erspart, die schließlich zur Emigration seiner Familie nach Westfalen führen sollten. Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 war den Croÿ als Kompensation für den Verlust ihrer rechtsrheinischen Besitzungen die westfälische Herrschaft Dülmen zugesprochen worden. Dülmen wurde so zum Stammsitz der herzoglichen Familie. In seinem Testament hatte der Herzog noch bestimmt, dass seine gesamten Nachlasspapiere zum Nutzen seiner Nachkommen stets zusammen aufbewahrt werden sollten.

Im 18. Jahrhundert lag das Croy’sche Archiv (sowohl Familien- als auch Herrschaftsarchiv) zunächst auf Schloss Condé, dem Stammsitz der Familie. Während der Französischen Revolution wurden die Archivalien nach Tournai (im heutigen Belgien) in Sicherheit gebracht und kehrten nach den Wirren der Zeit nach Frankreich zurück, diesmal auf das Schloss Hermitage, das als einziger Sitz nicht beschlagnahmt worden war. Im 19. Jahrhundert wurden die wichtigsten Archivteile dann endgültig nach Dülmen gebracht, darunter auch der Nachlass des Emmanuel von Croÿ, der nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

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3. Juli 2013

Mutter-Kind-Einheit der LWL-Klinik Herten feiert 10jähriges Jubiläum

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LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (Mitte) besuchte die Mutter-Kind-Einheit der LWL-Klinik Herten, die am kommenden Samstag 10-jähriges Jubiläum feiert (v.l.n.r.):Pädagogin Christiane Stach, eine Patientin mit ihrem Kind, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Prof. Hannelore Lier-Schehl, LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, Pflegedirektor Uwe Braamt und Ärztlicher Direktor Dr. Luc Turmes
Foto: LWL

 

Als vorbildlich hat der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Wolfgang Kirsch, die Arbeit der Mutter-Kind-Einheit in der LWL-Klinik Herten bezeichnet. Seit dem Start vor zehn Jahren sind auf der NRW-weit einzigen Station rund 600 Mütter mit postpartaler (nachgeburtlicher) Depression zusammen mit ihren neugeborenen Kindern behandelt worden – ambulant etwa 1500 Mütter. Zu einem Symposium am Samstag (6.7.) aus Anlass des Jubliäums haben sich über 60 Fachleute angemeldet.

„Wenn die frischgebackene Mutter ihr Baby nicht lieben kann, tut zügige Hilfe Not, damit tiefe Depressionen sich nicht zu einer irreparablen Bindungsstörung oder Schlimmerem auswachsen, bei dem die Betroffene sich oder ihrem Kind etwas antut“, so Kirsch am Dienstag (2.7.) in Herten. Nachgeburtliche Depressionen erleiden nach Expertenschätzungen etwa 80.000 Mütter in Deutschland.

„Die gemeinsam mit ihrem Kind behandelten Frauen überwinden ihre ernste Krise, lernen ihr Kind zu lieben, es zu versorgen, ihre Mutterrolle zu definieren“, sagte Dr. Luc Turmes, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik. Turmes kann als „Vater“ eines Behandlungskonzeptes gelten, das erfolgreich gegen psychische Probleme von, so schätzt er, „zehn bis 20 Prozent aller Mütter nach der Geburt ihres Kindes“ angeht.
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Dr. Luc Turmes. Foto: LWL
Rund 0,5 Prozent der jungen Mütter erkranken im Wochenbett sogar an einer postpartalen Psychose. Sie ist gekennzeichnet durch schwere Angst-, Erregungs- und Verwirrtheitszustände. In diesen Fällen ist eine psychotherapeutische Behandlung unbedingt notwendig. Therapieerfolge stellen sich vor allem dann schnell und nachhaltig ein, wenn die Mutter nicht isoliert behandelt wird, sondern gemeinsam mit ihrem Kind.

Da die Mutter mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat und diese durch eine Trennung nicht verstärkt werden sollten und auch eine Entfremdung des Säuglings von der Mutter fatale Folgen hätte, ist eine gemeinsame Behandlung immer zu befürworten.
Ursprünglich war die Mutter-Kind-Einheit im Jahr 2000 mit Unterstützung des Fördervereins „Bei aller Liebe“ – Verein der FreundInnen und FörderInnen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Mutter-Kind-Behandlungen im Ruhrgebiet e.V.“ in der LWL-Klinik Dortmund eingerichtet worden – mit zunächst drei Plätzen sowie der dazugehörigen Ambulanz.

Nach ihrem Umzug nach Herten 2003 wurde die Station kontinuierlich vergrößert und modernisiert. Derzeit stehen insgesamt acht vollstationäre Mutter-Kind-Plätze und zwei tagesklinische Behandlungsplätze zur Verfügung. Die Spezialambulanz in Dortmund kooperiert mit dem stationären Angebot in Herten.

Hintergrund Förderverein
„Bei aller Liebe“ wurde im Jahr 2000 in Dortmund gegründet mit dem Ziel, Müttern, die nach der Geburt eines Kindes in eine psychische Krise geraten, eine qualifizierte und bindungsfördernde Behandlung von Mutter und Kind zu ermöglichen – wie dies in den LWL-Kliniken Herten und Dortmund angeboten wird. Sein Ziel ist es, landesweit in allen psychiatrischen Einrichtungen Mutter-Kind-Einheiten zu etablieren. Seit 2010 hat der Verein seinen Sitz in Herten. Vorsitzende ist Dr. Frauke Nienburg, zweite Vorsitzende Dr. Barbara Paetzel.

 

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1. Juli 2013

10 Jahre Mutter-Kind-Einheit an der LWL-Klinik in Herten“


Eine gesunde Beziehung zwischen Mutter und Kind von Geburt an ist die Basis für eine positive Entwicklung in Kindheit und Jugend. Doch die Geburt eines Kindes löst bei der Mutter nicht immer ein Glücksgefühl aus. 15 bis 20 Prozent aller Mütter entwickeln nach der Geburt ihres Kindes eine „postpartale Depression“ und benötigen dann dringend eine qualifizierte und bindungsfördernde Behandlung, um Entwicklungsstörungen mit langfristigen emotionalen und kognitiven Folgen beim Kind möglichst zu verhindern.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) richtete vor zehn Jahren an seiner LWL-Klinik Herten für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik unter Leitung ihres Ärztliches Direktors Dr. Luc Turmes die Mutter-Kind-Einheit ein und kann seitdem auf zahlreiche Behandlungserfolge zurückblicken. Mittlerweile lassen sich Patientinnen aus ganz NRW mit ihren Säuglingen hier behandeln.

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27. Juni 2013

Misshandlungen in Kinder- und Jugendpsychiatrie Marsberg in den 1950- bis 70er-Jahren sollen aufgearbeitet werden

 

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St. Johannes-Stift Marsberg um 1960. Foto: LWL

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will die Misshandlung von früheren Patienten in seiner Kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik St. Johannes-Stift Marsberg (Hochsauerlandkreis) in den 1950er, 60er und 70er Jahren wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Dafür hat der LWL in Münster 150.000 Euro bewilligt. Die historische Aufarbeitung soll das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Zusammenarbeit mit dem LWL-Psychiatrieverbund leisten.

Die Abgeordneten im LWL-Gesundheitsausschuss appellierten einstimmig an die Bundesregierung, wie beim „Fonds Heimerziehung“ einen Fonds für diese ehemaligen Patienten einzurichten. So sollen auch Menschen, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie Unrecht erlitten haben, Entschädigungs- bzw. Unterstützungsleistungen zur Milderung der Folgeschäden erhalten.

„Glaubwürdige Berichte“
Das Thema der Misshandlungen von Schutzbefohlenen in den 50er, 60er und 70er Jahren sei vor allem durch die Arbeit des „Runden Tisches Heimerziehung“ in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt, sagte LWL-Krankenhausdezernent Dr. Meinolf Noeker. Nach Berichterstattung in den Medien (WDR Fernsehen) hatten sich seit März diesen Jahres 26 betroffene ehemalige Patienten (20 Männer, 6 Frauen) des St. Johannes-Stifts gemeldet. Noeker: „Sie berichten glaubwürdig und übereinstimmend von massiven Gewalt- und Missbrauchserfahrungen.“ Dabei gehe es um unangemessene Ruhigstellung mit Medikamenten, Fixierungen mit fest gezurrten Gurten, Zwangsjacken und „stundenlanges in der Ecke stehen“, Körperverletzungen, „Eisbäder“, Essen von Erbrochenem sowie um sexuelle Übergriffe durch Teile des Klinikpersonals und ältere Jugendliche.

Der LWL hat eine Kontaktstelle für Betroffene eingerichtet:

Telefon: 0251 591-3862 sowie 0251 591-6806
Internet: http://www.lwl.org, „Kontaktstelle Kinder- und Jugendpsychiatrie 1950er bis 1970er Jahre“.

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24. Juni 2013

Forensikstandort Schachtanlage Haltern 1/2 ?

LWL Dezernent  PD Dr. Meinolf Noeker antwortet auf eine Anfrage aus Haltern zum Inhalt einer Ratsresolution des Stadtrates Marl, die hatte die Bürgerliste WIR für Marl aus inhaltlichen Gründen, als einzige Fraktion im Stadtrat abgelehnt.
Der Brief in Auszügen:
Der LWL-PsychiatrieVerbund hat sich sofort nach Bekanntwerden eines möglichen Alternativstandortes für die im Landgericht Essen aufzubauende neue Forensische Klinik auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Haltern 1/2 mit der Betriebsleitung der LWL-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Marl zusammengesetzt, um die Auswirkungen einer möglicherweise in unmittelbarer Nachbarschaft errichteten neuen Klinik für Forensische Psychiatrie zu diskutieren und zu bewerten. Im Rahmen dieser sehr intensiven und vielfältige Teilaspekte erfassenden Abwägung waren selbstverständlich auch die von lhnen gestellten Fragen zu beantworten.
Im Ergebnis darf ich lhnen mitteilen, dass der LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen und die Betriebsleitung der LWL-Klinik Marl keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine solche Standortentscheidung geltend machen würde. Allein die Tatsache einer modernen Kinder- und Jugendpsychiatrie in ca. 1,5 km Entfernung zu einem möglichen Forensik-Standort kann für sich genommen kein sachgerechtes und begründetes „Veto-Kriterium“ sein für eine umfassende Prüfung der Eignung der ehemaligen Schachtanlage Haltern 1/2.

In diesem Zusammenhang muss ich ohnehin darauf hinweisen, dass der LWL-PsychiatrieVerbund schon aus Zuständigkeitsgründen kein Votum zu dieser alternativen Standortfrage abgeben kann.
Wie Sie wissen, liegt die Zuständigkeit hierfür beim Land NRW; der LWL hat auf denEntscheidungsprozess des Landes keinen Einfluss. Mit dieser klaren Positionierung des Trägers der Kinder- und Jugendpsychiatrie Marl wird lediglich festgestellt, dass die Tatsache einerbenachbarten Kinder- und Jugendpsychiatrie kein Ausschlusskriterium für die weiteren Prüfungsschritte sein kann.

In dieser Einschätzung fühlen wir uns bestätigt durch unsere eigenen langjährigen Erfahrungen an anderen Standorten von LWL-Kliniken. Beispielsweise behandeln am Standort Marsberg traditionell eine forensische Klinik, eine LWL-Klinik für Erwachsenenpsychiatrie und eine LWL-Klinik für Kinder-

und Jugendpsychiatrie in vergleichbarer Nähe ihre jeweiligen Patientengruppen sehr erfolgreich. Ebenso wurde die Standortentscheidung für die seit 2005 eröffnete LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie Dortmund (Wilfried-Rasch-Klinik) im Wissen um den Standort der Elisabeth-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Marsbruchstraße getroffen. Auch in Dortrnund arbeiten seither eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, eine Erwachsenenpsychiatrie und
eine Forensische Klinik in vergleichbarer Nähe erfolgreich und ohne Nachteile für die jeweilige Patientengruppe oder die Dortmunder Bürger zusammen. Grundlage dieser positiven Erfahrungen ist ohne Frage das erfolgreiche und sichere Behandlungskonzept der LWL-Kliniken für Maßregelvollzug.
Am Rande möchte ich darauf hinweisen, dass es im Bundesgebiet auch bei anderen Trägern psychiatrischer Fachkrankenhäusern und anderen Bundesländern nicht selten Klinikstandorte gibt,bei denen eine Forensische Klinik und eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sogar auf dem selben Klinikgelände angesiedelt sind.
So der Brief
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