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7. Februar 2014

Bundesregierung ebnet Weg für Genmaisanbau.

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BUND fordert Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte

„Die Bundesregierung macht gegen den Willen der eigenen Bevölkerung den Weg frei für den Anbau einer höchst problematischen Genmaissorte in Europa“, kritisierte Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Enthaltung der schwarz-roten Koalition zur Anbauzulassung des Gentech-Mais 1507 des US-Unternehmens Pioneer. „Bei der erstbesten Gelegenheit straft die Bundesregierung den Koalitionsvertrag Lügen. ‚Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegen grüne Gentechnik an’, heißt es dort. Jetzt zeigt sich: Die Interessen der Agrarkonzerne und des großen Handelspartners USA gehen bei Schwarz-Rot über die Verbraucherinteressen und den Umweltschutz“, sagte Moldenhauer. Dies lasse nichts Gutes für das gerade verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA erwarten.
Über 80 Prozent der Bevölkerung, der Bauernverband, Lebensmittelhersteller und Supermarktketten sprächen sich in Deutschland gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aus. Der Genmais 1507 sei besonders problematisch, da er deutlich mehr Insektengift produziere, als der von der damaligen Agrarministerin Ilse Aigner 2010 verbotene Mais Mon 810. Damit gefährde er viele für den Maisanbau unschädliche, für die Artenvielfalt hingegen wichtige Insekten wie Schmetterlinge und Motten. Verwendet würde der Mais in Tierfutter und in Biogasanlagen.
Moldenhauer: „Um die Wahlfreiheit der Verbraucher sicherzustellen, muss die Bundesregierung in Brüssel dafür sorgen, dass eine Kennzeichnungspflicht tierischer Produkte eingeführt wird, die mit Gentech-Futter erzeugt worden sind. Das hat die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt.“ Da der Mais 1507 auch für Biogasanlagen genutzt werde, sei auch eine Kennzeichnungspflicht für so gewonnene Energie notwendig. „Gentechnik verschwindet immer da vom Markt, wo sie als Gentechnik erkennbar ist. Wenn es der großen Koalition mit dem Verbraucherschutz wirklich ernst ist, muss sie für sichtbare Gentechnik-Markierungen auf allen betroffenen Produkten sorgen“, forderte die BUND-Gentechnikexpertin.

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11. September 2013

„Biosprit“ : „Sozial und ökologisch nicht verantwortbar“

EU-Parlament fördert weiter schädlichen „Biosprit“.

„Die Entscheidung, Agrarsprit in der geplanten Größenordnung dem Benzin und Diesel beizumischen, ist sozial und ökologisch nicht verantwortbar“, sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Beschluss des EU-Parlaments, Agrarkraftstoffe auch weiterhin zu fördern. Die Deckelung auf sechs Prozent bei der Anrechnung von Agrarsprit auf die für 2020 anvisierten EU-Verkehrs- und Klimaziele sei wegen der negativen Klimabilanz vieler Agrarkraftstoffe und gravierender Folgen für die Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern zu zaghaft. „Das reicht nicht aus, um die aberwitzige Biosprit-Politik der letzten Jahre zu revidieren“, sagte Weiger.

„Die Verbraucher wollen Klarheit, ob Agrarkraftstoffe klimafreundlich sind oder ob sie es nicht sind. Solange es für Agrarsprit keine realistische Klimabilanz gibt, werden sie über die Auswirkungen des expandierenden Anbaus der Rohstoffe im Unklaren gelassen“, sagte der BUND-Vorsitzende.

Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) würden Agrarkraftstoffe – trotz fragwürdiger Klimabilanz – in der EU mit jährlich über acht Milliarden Euro gefördert. Weiger findet es daher unverständlich, „dass viele konservative und liberale EU-Abgeordnete diese Verschwendung von Steuergeldern und die Ausweitung des Einsatzes von Agrarsprit weiter befürworten“. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollten die EU-Parlamentarier sich fragen, wie viele Geldgeschenke an die Industrie sie den Bürgern noch zumuten wollten.

In Deutschland habe eine kürzlich durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des BUND ergeben, dass 71 Prozent der Bürger die Förderung von Agrarsprit in der EU ablehnten. 78 Prozent seien außerdem dagegen, dass sie an den Zapfsäulen gezwungen würden, Agrarsprit – der mittlerweile allen Kraftstoffen beigemischt wird – zu tanken.

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9. September 2013

30 Prozent der Nivea-Produkte enthalten hormonell wirksame Stoffe.

30 Prozent der Nivea-Produkte enthalten hormonell wirksame Stoffe. 30000 Menschen fordern Hersteller Beiersdorf zum Ausstieg auf

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Kosmetikhersteller Beiersdorf aufgefordert, auf hormonell wirksame Chemikalien in Nivea-Produkten zu verzichten. Der BUND startete auf der Internetplattform change.org gemeinsam mit einer Berliner Mutter eine entsprechende Petition. Die Berlinerin Britta Steffenhagen hatte zuvor festgestellt, dass mehrere ihrer Nivea-Produkte hormonell wirksame Stoffe enthalten, darunter auch eine Body Lotion, die sie während ihrer Schwangerschaft benutzt hatte. Die Petition wurde inzwischen bereits von mehr als 30000 Menschen unterzeichnet.

Eine Auswertung der Inhaltsstoffe der 250 auf der Nivea-Webseite aufgeführten Produkte hätte ergeben, dass ein Drittel hormonell wirksame Chemikalien enthalten, sagte der BUND-Chemieexperte Jurek Vengels. Diese stünden im Verdacht, Brust- und Hodenkrebs zu begünstigen, die männliche Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen und bei Mädchen zu einer verfrühten Pubertät zu führen. Besonders häufig mit hormonell wirksamen Parabenen oder UV-Filtern belastete Nivea-Produkte seien Gesichtscremes, Bodylotions, Handcremes und Sonnenmilch.

Dr. Klaus Peter Liesenkötter, Berliner Kinderarzt und Endokrinologe: „Für die Stoffe gibt es zwar Grenzwerte, die in den einzelnen Kosmetikprodukten nicht überschritten werden. Bei der häufigen Benutzung von Produkten mit hormonell wirksamen Chemikalien summieren sich diese im Körper jedoch zu Dosen, die zu Krankheiten führen können. Besonders gefährdet sind jüngere Kinder und Föten, die die Chemikalien über die Nabelschnur ihrer Mütter aufnehmen. Dieses Risiko kann und sollte vermieden werden, indem die Hersteller Alternativen einsetzen.“

„Beiersdorf muss die Sorgen von zigtausenden Verbrauchern ernst nehmen. Wir erwarten, dass der Konzern einen Plan vorlegt, bis wann er hormonähnliche Stoffe in Nivea-Produkten ersetzen wird. Bis dahin wird der Protest weitergehen“, sagte der BUND-Chemieexperte Jurek Vengels.

Wer wissen möchte, welche Kosmetika hormonell wirksame Stoffe enthalten, kann dies mit der kostenlosen ToxFox App vom BUND herausfinden. Diese ermöglicht es, den Barcode von Kosmetikprodukten einzuscannen oder einzutippen. Dann wird sofort sichtbar, ob hormonell wirksame Chemikalien enthalten sind. Bei belasteten Produkten lässt sich über die App außerdem eine Protestmail an den jeweiligen Hersteller senden. Die ToxFox App gibt es kostenlos für das iPhone im iTunes App-Store und als Web-App unter http://www.bund.net/toxfox.

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23. August 2013

Statt überdimensionierter Neubauvorhaben sollen Länder umweltschonende und kostengünstige Projekte planen

BUND meldet bei Bundesregierung 30 Alternativen zu geplanten Autobahnen und Bundesstraßen an.

 

 

Für 30 neue Autobahnen, Autobahnabschnitte und Bundesstraßen in ganz Deutschland hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Alternativen erstellt, die im nächsten Bundesverkehrswegeplan Berücksichtigung finden sollen. Dazu gehören Alternativen zur Verlängerung der Autobahn A 14 zwischen Schwerin und Magdeburg, zur Berliner Stadtautobahn A 100, zur Weiterführung der A 20 Richtung Bremerhaven und zur A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kündigte in Berlin an, diese und weitere Alternativvorschläge über die jeweiligen Landesregierungen in die vom Bundesverkehrsministerium aktuell zu erstellende Planungsliste einzubringen. Der Umweltverband wolle so mehr als 30 naturzerstörende, verkehrstechnisch fragwürdige und überteuerte Straßenbauvorhaben verhindern, sagte Weiger.

 

Für die Ertüchtigung der Bahn, den Erhalt der Fernstraßen oder die Sanierung von Brücken fehlt oftmals das Geld. Auf der anderen Seite verschlingen Dutzende überteuerte, naturzerstörende und sinnlose Straßenneubauten Milliarden. Werden nur die 30 von uns vorgeschlagenen Alternativen umgesetzt, könnten bereits über fünf Milliarden Euro eingespart werden. Die Bundesregierung muss ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele endlich ernst nehmen und sich im Verkehrssektor für ökologische und preiswerte Lösungen entscheiden“, sagte der BUND-Vorsitzende.

 

Weiger forderte Bundesverkehrsminister Ramsauer auf, die „organisierte Verantwortungslosigkeit in der Verkehrsplanung“ zu beenden. Ramsauer müsse dafür sorgen, dass die Bundesländer ihre Straßenbaulisten entsprechend der vom Bundesverkehrsministerium erstellten Kriterien überarbeiteten. Diese Kriterien sähen den Erhalt der Straßen vor Neubauten, eine umfassende Bürgerbeteiligung und die Prüfung von Alternativen vor.

 

Erst vor kurzem hatte der BUND die Anmeldepolitik der Bundesländer untersucht und kritisiert, dass viel zu viele Straßenprojekte beim Bundesverkehrsministerium eingereicht würden. Der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh warf den Ländern vor, dabei Naturschutz- und Umweltaspekte weitgehend auszuklammern, für Städte keine Lösungen für deren Verkehrsprobleme zu haben und sinnvolle Planungsalternativen zu ignorieren.

 

Es ist verantwortungslos, wenn Landesregierungen weiter naturzerstörende und unnötige Projekte planen, obwohl sie wissen, dass im Bundeshaushalt mindestens eine Milliarde Euro zur Sanierung von Fernstraßen und Brücken fehlen. Unsere Alternativvorschläge müssen jetzt von den Straßenbauverwaltungen der Länder sachgerecht und vorurteilsfrei geprüft werden. Außerdem muss viel mehr Güterverkehr auf Bahn und Schiffe verlagert werden, als das gegenwärtig der Fall ist. Erforderlich sind außerdem Lärmminderungsmaßnahmen in den Ortschaften. Das ist oft effizienter als Ortsumfahrungen zu planen“, sagte Reh.

 

Neben Autobahnen, Bundesstraßen und Ortsumfahrungen wird der neue Bundesverkehrswegeplan auch die zwischen 2015 und 2030 vom Bund zu bauenden Schienenverbindungen und Wasserwege enthalten. Für Straßenprojekte endet die Anmeldefrist im September.

 

 

 

 

 

 

 

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13. August 2013

Ungerechte Verteilung der Stromkosten zu Lasten der Privathaushalte

 

 

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 BUND fordert Kostendämpfung durch Abschaffung teurer Industrieprivilegien

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP aufgefordert, ihre Angriffe auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einzustellen. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist nicht hauptsächlicher Treiber der Stromkosten“, sagte die BUND-Energieexpertin Tina Löffelsend. Kostentreiber seien vor allem Rabatte, die der Industrie gewährt würden. Auf diese Weise würde ein privater Durchschnittshaushalt die Stromrechnung der energieintensiven Industrie inzwischen mit insgesamt etwa 69 Euro pro Jahr bzw. zwei Cent pro Kilowattstunde subventionieren. Allein die von den Regierungsparteien ausgeweiteten Rabatte und die neu eingeführte Offshore-Umlage führten nach BUND-Berechnungen 2013 zu einem Aufschlag von rund einem Cent pro Kilowattstunde Strom.

 

Bundeswirtschaftsminister Rösler und Bundesumweltminister Altmaier vergießen Krokodilstränen über steigende Stromkosten. Zugleich verschärft die Bundesregierung aber die ungerechte Kostenverteilung, indem sie die Industrie verschont. Außerdem hat sie es versäumt, endlich dafür zu sorgen, dass auch kleine Verbraucher von der Energiewende profitieren“, sagte Löffelsend.

 

Die erneuerbaren Energien senkten zwar die Preise an der Strombörse, dies komme jedoch bislang vor allem Großverbrauchern zugute. „Eine Regierung, die auf die Strompreisbremse treten will, muss die Industrieprivilegien weitestgehend abschaffen und gesetzlich festschreiben, dass sinkende Preise an alle Verbraucher weitergegeben werden“, sagte Löffelsend.

Würde bei den Rabatten für die Industrie nicht endlich die Notbremse gezogen, könne die Mehrbelastung im kommenden Jahr nach BUND-Prognosen auf bis zu 79 Euro pro Haushalt steigen. Größte Kostentreiber seien nach Berechnungen des Instituts für Zukunftsenergiesysteme (IZES), die der BUND in Auftrag gegeben hatte, die Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Würden diese Ausnahmen gestrichen, läge die EEG-Umlage derzeit bei lediglich 3,8 statt 5,3 Cent pro Kilowattstunde.

 

Eine verantwortliche Umwelt- und Wirtschaftspolitik müsse die Energiewende beschleunigen anstatt sie auszubremsen. Das allein stabilisiere künftig die Energiekosten und ermögliche eine Energieversorgung ohne Atom- und Kohlestrom, sagte Löffelsend.

 

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31. Juli 2013

BUND veröffentlicht Jahresbericht 2012: Zahl der Mitglieder erreicht Höchststand. Verband mischt mit Kandidaten-Check im Bundestagswahlkampf mit

 

 

Über 496000 Mitglieder und Förderer unterstützten Ende 2012 den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Das waren knapp sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch bei den Einnahmen legte der Verband erneut zu. Drei Viertel des Gesamtbudgets von fast 18 Mio. Euro stammen aus Mitgliedsbeiträgen bzw. Spenden und Erbschaften. Seit Jahren konstant ist hingegen der Anteil der Verwaltungskosten an den Ausgaben, sie betragen etwas mehr als sechs Prozent. Für den Schutz von Natur und Umwelt leisteten ehrenamtliche BUND-Mitglieder 2012 rund drei Millionen Arbeitsstunden.

 

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Die Unterstützung vieler Bürgerinnen und Bürger ermöglicht es uns, national und international erfolgreiche Kampagnen für mehr Natur- und Umweltschutz durchzuführen. So wächst die Zahl gentechnikfreier Regionen und Kommunen. Die Elbe konnte – jedenfalls vorläufig – vor gravierenden Vertiefungen am Unterlauf geschützt werden. Und unser Engagement zum Schutz der Moore hat dazu geführt, dass inzwischen fast jeder Hersteller torffreie Gartenerde im Angebot hat.“

 

Zum ersten Mal hat der Umweltverband 2012 ein Programm zur Reform der Wissenschaftspolitik ausgearbeitet. Weiger: „Wir befürworten eine Forschung, die sich den großen Herausforderungen unserer Zeit stellt. Dazu gehören der Schutz knapper Ressourcen und ihre gerechte Verteilung. Erforderlich ist auch eine Neudefinition von Wachstum in begrenzten Naturräumen. Intensiver als bisher erforscht werden müssen außerdem Wege weg von atomaren und fossilen Energiequellen. Für diese Aufgaben benötigt die Zukunftsforschung in Deutschland etwa eine Milliarde Euro pro Jahr.“

 

Anlässlich der Bundestagswahl veröffentlichte der BUND zehn Kernforderungen zu Umwelt-, Natur- und Energiethemen. Außerdem wurden rund 1400 DirektkandidatInnen der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien in einem „Kandidaten-Check“ zu den Themen Energiewende, Massentierhaltung und Ausbau der Bürgerbeteiligung befragt. 1007 Kandidatinnen und Kandidaten – knapp 70 Prozent – antworteten bisher, darunter Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin, Philipp Rösler und Katja Kipping.

 

Norbert Franck, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BUND: „Würden die Kandidatinnen und Kandidaten gewählt, die am BUND-Check teilgenommen haben, könnte man aus Umweltsicht optimistisch in die kommende Legislaturperiode schauen. Eine deutliche Mehrheit der Kandidaten plädiert für eine Beschleunigung der Energiewende, für mehr Bürgerbeteiligung und gegen die industrielle Massentierhaltung.“

 

In allen Parteien gebe es außerdem Kandidaten, die von der offiziellen Linie ihrer Partei abwichen. So hätten sich mehrere SPD-Kandidaten für den Ausstieg aus der Kohlekraft und mehrere Kandidaten von Union und FDP gegen die industrielle Massentierhaltung ausgesprochen.

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29. Juli 2013

Bürgermeister für mehr Bürgerbeteiligung.

Sie unterstützen einen Aufruf, bei der Bundestagswahl Kandidaten zu wählen, die sich für mehr Demokratie einsetzen

 

 Mehr als 50 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus verschiedenen politischen Parteien rufen dazu auf, bei der Bundestagswahl am 22. September für Kandidaten zu stimmen, die sich glaubhaft für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung einsetzen. Sie unterstützen damit ein vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ins Leben gerufenes „Bündnis Bürgermeister für Beteiligung“.

 

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Bürgerbeteiligung muss in Deutschland verbindlicher geregelt werden. Das fordern inzwischen immer mehr Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Bei der Bundestagswahl im September geht es auch darum, ob die Politik demokratischer und transparenter wird. Das verlangen nicht nur die Teilnehmer der großen Demonstrationen gegen Atomkraft oder die Massentierhaltung. Die Defizite in Sachen Bürgerbeteiligung werden auch den Amtsträgern und Politikern zunehmend bewusst. Deutlich wird dies vor allem bei fehlgeplanten Großprojekten wie Stuttgart 21 oder dem Berliner Großflughafen.“

 

Der BUND fordert, bei Verkehrs- und Bauprojekten ökologische Alternativen verbindlich zu prüfen. Nur so ließen sich Fehlplanungen künftig vermeiden. Im Aufruf des „Bündnisses Bürgermeister für Beteiligung“ werden außerdem ein Transparenzgesetz für die Offenlegung der Planungsunterlagen seitens der Behörden sowie die Einführung eines bundesweiten Volksentscheides verlangt.

 

Im Bündnis der Bürgermeister engagieren sich Vertreter von CDU, CSU, SPD, FDP, Grünen, Linken sowie Parteilose. Darunter befinden sich die Grünen Boris Palmer (Tübingen) und Jochen Partsch (Darmstadt), Bonns SPD-Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Daniel Rapp (CDU) aus Ravensburg.

 

 

Eine Liste aller teilnehmenden Bürgermeister und Bürgermeisterinnen finden Sie hier: www.bund.net/buergermeister

 

26. Juni 2013

Antibiotikamissbrauch in der Tierhaltung: BUND sieht in geplanter Arzneimittelnovelle verpasste Chance


 Reinhild Benning

 Die beschlossene Novellierung des Arzneimittelgesetzes wird den Antibiotikaeinsatz in industriellen Tierhaltungen nicht entscheidend senken. Zu dieser Einschätzung kommt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) anlässlich der heutigen Einigung zwischen Bund und Ländern im Vermittlungsausschuss. Da ein klares Senkungsziel fehle, werde der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung nicht effizient reduziert.

 

„Das Arzneimittelgesetz greift viel zu kurz. Beispielsweise setzen 90 Prozent der Geflügelbetriebe in Deutschland regelmäßig Antibiotika ein. Das Gesetz wird aber nur für einen Bruchteil dieser Unternehmen Folgen haben, da Behörden nur bei Betrieben mit besonders hohem Antibiotikaeinsatz aktiv werden können“, sagte Reinhild Benning, Agrarexpertin des BUND.

 

Ungeklärt sei auch, ob Verbraucherinnen und Verbraucher künftig detaillierte Informationen über den Antibiotikaeinsatz in der Fleischproduktion erhalten können oder ob wegen eines vorgeblichen Datenschutzes weiterhin die Geheimniskrämerei der Fleischbranche fortgesetzt werde. Nicht nachvollziehbar sei, dass nach dem Gesetz die Tierhalter den Antibiotikaeinsatz nur für einige Tierarten und teils nur für bestimmte Altersklassen an die Behörden melden müssen.

 

Benning: „Die Verantwortung für das lasche Gesetz trägt Schwarz-Gelb. Die Bundesregierung hat kein Interesse daran gezeigt, die Bürger besser vor antibiotikaresistenten Keimen aus der Intensivtierhaltung zu schützen. Eine künftige Bundesregierung muss es sich zum Ziel setzen, den Antibiotikaeinsatz bis 2018 um 50 Prozent zu senken.“

 

Kathrin Birkel, BUND-Antibiotikaexpertin: „Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einem Zeitalter, in dem Antibiotika nicht mehr wirken. Der oftmals leichtfertige Einsatz der Arzneimittel in der Tierhaltung verschärft das Problem. Der jetzige Kompromiss bleibt weiter hinter den Maßnahmen zurück, die die anderen EU-Staaten schon ergriffen haben. Die Regierungsparteien haben einen weitergehenden Kompromiss verhindert und so eine große Chance für den Schutz der Verbraucher verspielt.“

 

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26. Juni 2013

Agrarreform läutet Paradigmenwechsel ein. Erfolg hängt von Umsetzung in Mitgliedstaaten ab. Deutschland muss Spielräume voll ausnutzen

Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender. Wenn Sie auf das Bild klicken, erhalten Sie eine Printversion.

 Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Entscheidung der EU-Staaten für eine Agrarreform als „Schritt hin zu einem Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft“ begrüßt. Erstmals würden Milliarden Euro an Subventionen für Landwirte an Gegenleistungen für mehr Umweltschutz geknüpft. „Dieser Beschluss ist Grundlage dafür, die Landwirtschaft künftig ökologischer gestalten zu können“, sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. „Gefragt sind jetzt die Mitgliedstaaten, die die vorhandenen Spielräume bei der Verteilung der Gelder maximal ausschöpfen müssen.“ Deutschland müsse Zahlungen, die direkt an Landwirte flössen, künftig an den Erhalt von Arbeitsplätzen knüpfen und 15 Prozent der Gelder für die Umsetzung von Umweltprogrammen umwidmen. Nur so könnten tatsächlich Schäden an der Natur, den Menschen und Tieren durch die Landwirtschaft reduziert und Arbeitsplätze erhalten werden.


Weiger kritisierte, dass im Rahmen der Agrarreform künftig vor allem beim Ökolandbau und weniger bei konventionellen Großbetrieben Mittel gestrichen werden sollen. „Kanzlerin Angela Merkel hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Ökobauern weniger unterstützt werden sollen. Es steht in ihrer und der Verantwortung der künftigen Bundesregierung, die für die Umwelt und die Verbraucher kontraproduktiven Kürzungen durch die Umwidmung der Direktzahlungen wieder auszugleichen“, sagte der BUND-Vorsitzende. Flösse nur jeder siebte Euro der direkten Zahlungen an Landwirte in Agrarumweltprogramme, könnte in Deutschland das Angebot an Ökolebensmitteln massiv verbessert werden. Dieses hinke bisher der rasch wachsenden Nachfrage massiv hinterher.

Laut der gestern beschlossenen EU-Agrarreform müssen Subventionsempfänger künftig bestimmte Umweltregeln einhalten, andernfalls werden ihnen mindestens 30 Prozent ihrer Prämien abgezogen. Bis auf Ökobetriebe sollen künftig alle Betriebe fünf und später sieben Prozent ihrer Ackerfläche so bestellen, dass sie zumindest teilweise dem Artenschutz dienen, etwa mit dem Anbau von Eiweißpflanzen, Hecken oder Blühstreifen. Wiesen und Weiden dürfen nur noch unter Auflagen umgepflügt werden. Auf rund 70 Prozent der Ackerflächen eines Subventionsempfängers sind jedoch weiterhin Monokulturen erlaubt.

Eine Entscheidung des EU-Parlaments zur Reform wird in Kürze erwartet.

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21. Mai 2013

22. Mai: Tag der biologischen Vielfalt 2013.

 

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 Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai), der in diesem Jahr unter dem Motto „Wasser und Biodiversität“ steht, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die besondere Gefährdung der Süßwasserfische in Deutschland und Europa hingewiesen. Von den 89 in Deutschland beheimateten Fischarten sei rund ein Viertel im Bestand bedroht. Von den über 500 in Europas Flüssen und Seen lebenden Fischarten seien es sogar 40 Prozent.

 

„Am stärksten bedroht sind Fische, die weite Entfernungen zu ihren Laichplätzen zurücklegen müssen, damit ihre Population überleben kann. Dazu gehören u. a. Störe, Neunaugen, Lachs, Aal, Ziege und Maifisch“, sagte der BUND-Wasserexperte Sebastian Schönauer. An größeren Flüssen und Nebenflüssen in Deutschland müsse mehr getan werden, um die früheren natürlichen Gegebenheiten wiederherzustellen und die Durchgängigkeit für wandernde Fischarten zu verbessern. Der Schutz der Natur dürfe an der Wasseroberfläche nicht aufhören, forderte Schönauer.

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„Verantwortlich für den Rückgang der Fischpopulationen sind Querbauwerke wie Wehre, Wasserkraftanlagen, Schleusen, der Ausbau der Flüsse u. a. für die Schifffahrt, die Landwirtschaft, aber auch Gewässerverschmutzungen und Überfischung. Deshalb ist es erforderlich, dem Natur- und Gewässerschutz mehr Gewicht zu verleihen und die Lebensräume der verschiedenen Fischarten wieder in einen Zustand zu bringen, der ihr Überleben garantiert“, sagte der BUND-Wasserexperte.

 

Inzwischen ausgestorbene Süßwasserfische wie der Rhein-Schnäpel sowie die früher ausschließlich im Bodensee lebenden Tiefseesaiblinge und Kilche seien warnende Beispiele für die Gefährdung der Fischarten in Deutschland.

 

Der BUND-Experte verwies auf die besondere Bedeutung des Störs für den Schutz weiterer Fischarten. „Der Stör ist gewissermaßen Leitfisch für andere Fischarten. Das heißt, wenn seine Population auf Grund besserer Lebensbedingungen und höherer Durchgängigkeit in den Flüssen wächst, dann werden davon viele Fischarten profitieren. Kommt der Stör auf seinen Wanderungen durch Flüsse und Ströme ohne Behinderungen voran, dann steigen auch für alle anderen kleineren Fischarten die Entwicklungschancen“, sagte Schönauer.

 

Als ein positives Beispiel für eine verbesserte Stör- bzw. Fischdurchgängigkeit nannte Schönauer die an der Unterelbe am Wehr Geesthacht errichteten Fisch-Aufstiegshilfen. Der BUND-Experte forderte, nun auch die Durchgängigkeit für den Stör in allen größeren Nebengewässern der Elbe wiederherzustellen. Gute Chancen zur Wiederansiedlung des Störs gebe es in Havel, Spree, Saale und Mulde. 

 

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