Waldzustandsbericht 2015 NRW

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Nur 28 Prozent der NRW-Bäume ohne Schäden / Waldökosysteme in schlechtem Zustand

Anlässlich der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2015 weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die Gefährdung der nordrhein-westfälischen Waldökosysteme hin. „Minister Remmel hat heute einen Baumzustandsbericht vorgelegt, keinen Waldzustandsbericht. Dem Waldökosystem geht es leider schlechter als den Bäumen“, sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND.

Bereits ein Viertel der Arten des Waldes in NRW sind gemäß Zahlen des Landesamts für Naturschutz (LANUV) gefährdet oder bereits ausgestorben. Grund hierfür sei die Strukturarmut. „Ein Großteil unserer Wälder sind keine Wälder im ökologischen Sinne sind, sondern Plantagen mit entsprechend monotoner Arten- und Altersstruktur“, sagte Sticht.    Auch im Hinblick auf die voranschreitende Klimaveränderung hätten nach Ansicht des BUND alle heimischen Baumarten die besten Aussichten, wenn sie sich als Teil ihrer naturnahen Lebensräume entwickeln könnten. Im monotonen Forst seien Bäume anfälliger für alle möglichen Stressfaktoren, weil ein Teil ihrer Symbionten fehlten.

„Im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel wird es entscheidend sein, die zahlreichen Aufforstungsexperimente Vergangenheit sein zu lassen und zukünftig auf aus sich selbst heraus gewachsene Wälder zu setzen, also auf Waldökosysteme statt auf Forste“, sagte Sticht.   Der BUND fordert daher, staatliche Förderungen für Aufforstungen stark einzuschränken sowie auf landeseigenen Flächen die künstliche Verjüngung einzustellen. Dies würde zusätzlich positive Effekte für den Schutz der biologischen Vielfalt und andere Wohlfahrtswirkungen haben.

Die Waldökosysteme leiden aber nicht nur unter dem Klimawandel. Ursache des schlechten Waldzustandes sind nach wie vor die Schäden, die durch Schadstoffeinträge aus Industrie, Verkehr und industrieller Landwirtschaft verursacht werden. Diese können – wenn überhaupt – bestenfalls langfristig kompensiert werden, so der BUND. In diesem Zusammenhang sei der Bau neuer Anlagen zur Massentierhaltung ebenso kontraproduktiv wie das Festhalten der Landesregierung am Bau neuer Kohlekraftwerke wie denen in Datteln und Bergheim-Niederaußem.

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