Sturmschädenbeseitigung in Marl: Gewittertief Ela macht weiterhin viel Arbeit

Das Gewittertief Ela, das das Pfingstfest stürmisch beendete, hat auch in Marl deutlich mehr Schäden angerichtet, als auf den ersten und zweiten Blick sichtbar war. Erste Schadenseinschätzungen zeigen, dass über 500 Bäume mit der Kettensäge und mithilfe von zwei Hubsteigern zu bearbeitet sind. Voraussichtlich 100 Bäume werden infolge des Sturmtiefs Ela gefällt werden müssen. Die größte Gefahr geht derzeit von sogenannten Kronenbrüchen aus, den Abrissen von großen Ästen oder Kronenteilen in den Wipfeln der Bäumen, die noch am „seidenen Faden“ hängen und jederzeit herunterfallen können. Diese versteckten Gefahren müssen entfernt werden. Erst dann ist ein Baum oder Park wieder als verkehrssicher zu bezeichnen.
Viele tun viel
Seit den frühen Morgenstunden des Dienstag, 10. Juni sind alle verfügbaren Mitarbeiter des ZBH mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Es wurden Überstunden und Samstagsarbeit angeordnet, Kollegen aus dem Urlaub zurück gebeten, zusätzliche Spezialgeräte gemietet und Aufträge an Privatunternehmen erteilt. Alle verfügbaren Mitarbeiter und alle Fahrzeuge des ZBH, die dafür geeignet sind, sind im Einsatz. „Trotz dieses Großaufgebots an Mitarbeitern und Material werden wir es nicht schaffen, in absehbarer Zeit die Schäden zu beseitigen“, schätzt Michael Lauche, Allgemeiner Betriebsleiter des Zentralen Betriebshofs der Stadt Marl (ZBH), die Lage ein. Es gibt aber auch Positives zu melden: Der Betrieb in den Kindergärten und Schulen läuft ohne Einschränkungen, sämtliche Hauptverkehrsstraßen sind frei.
Enormes Gefahrenpotential – Sperrungen ernst nehmen
Alle Schadenmeldungen, die den ZBH in der vergangenen Woche erreichten und die von den verantwortlichen Mitarbeitern erkannt wurden, sind in einer Prioritätenliste aufgeführt. Primär geht es darum, das reibungslose Funktionieren der Infrastruktur wieder herzustellen. Nachdem alle verkehrswichtigen Straßen geräumt und die Bäume dort kontrolliert und zuerst unsichtbare Schäden erkannt und beseitigt sind, werden nach und nach alle weiteren Straßenzüge abgearbeitet. Dazu kommen weitere viel genutzte Wegebeziehungen – wie Verbindungswege und in den nächsten Tagen auch die Zechen- und die Erzbahntrasse. Beide Trassen wurden zwar per Ordnungsbehördlicher Verordnung gesperrt, die Anordnung wird aber von den Marlern konsequent ignoriert. „Das Gefahrenpotential auf beiden Wegen ist enorm, die Passanten gehen mit dem Betreten ein hohes Risiko ein“, warnt Michael Lauche noch einmal ausdrücklich und mahnt an, alle Sperrgebiete zu respektieren.
Der Friedhof in Polsum bleibt gesperrt
In den kommenden Tagen werden die Aufräumarbeiten in der Stübbenfeld- und der Ophoffstraße weiter vorangehen. Viele Straßenzüge sind bereits kontrolliert und für verkehrssicher erklärt worden. Eine Anzahl von Straßen steht auf der Prioritätenliste noch weit oben. Dazu zählen die Schacht- und die Bogenstraße, die Carl-Duisberg- und die Römerstraße wie auch die Hammer-, die Obersinsener- und die Halterner Straße. Einige Besucher des Friedhofs in Polsum müssen sich weiter in Geduld üben, der Auftrag zur Herrichtung von Teilen der Anlage ist vergeben, konnte aber wegen des enormen Arbeitsanfalls noch nicht erledigt werden.
Asthaufen liegen lassen
Die Mitarbeiter des ZBH und der beauftragten Unternehmen beseitigen zuerst die akuten Gefahren: Es werden Straßen geräumt, hängende Äste aus den Bäumen entfernt, grob zersägt und so gelagert, dass sie keine Unfallgefahr bilden. Dieses Material wird zu einem späteren Zeitpunkt gehäckselt und die Lagerplätze wieder hergerichtet. Der ZBH bittet darum, die Gehölze so liegen zu lassen und die Haufen nicht auseinander zu ziehen.
Sicherheit geht vor Pflegemaßnahmen
„Dadurch, dass die Mitarbeiter des ZBH an die Aufräumarbeiten gebunden sind, können zurzeit so gut wie keine Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Das warme Wetter und die Feuchtigkeit bilden die besten Wachstumsbedingungen für alle Pflanzen – auch der Gräser und Wildkräuter. „Wir haben großes Verständnis für den Wunsch der Marler Bürger nach einem ordentlichen Stadtbild, müssen jedoch der Sicherheit in den kommenden Wochen den Vorrang einräumen“, sagt Michael Lauche.

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