Marler Rathaus findet internationale Aufmerksamkeit bei der 14. Architektur-Biennale in Venedig

Der niederländische Pavillon auf der 14. Architektur-Bienale in Venedig hat seine Türen geöffnet, da fällt der Blick der internationalen Besucher auf großformatige Fotos des Marler Rathauses. Denn die Niederlande würdigen mit einer multimedialen Ausstellung das Wirken des Architekten Jacob (Jaap) Bakema, der unter anderem das Rathaus Marl entworfen hat.
Bereits im März hatten sich der Fotograf Johannes Schwartz und Kurator Dirk van den Heuvel für das Het Nieuwe Institut und das Bakema-Studien-Zentrum der Universität Delft auf den Weg nach Marl gemacht, um das Rathaus zu besichtigen und Fotos für die Ausstellung über den prominenten niederländischen Architekten Jaap Bakema zu machen. Einige der Fotos sind nun – solo oder in der Kombination mit anderen Gebäuden von Bakema – bis zum 23. November auf der Architektur-Bienale in Venedig zu sehen.
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Architektur für eine offene Gesellschaft
Die Ausstellung „A Bakema Celebration“, die vom niederländischen Kulturministerium gefördert wird, reflektiert kritisch das Wirken von Jaap Bakema (1914-1981) und seine Idee einer offenen Gesellschaft. Bakema – er war Partner von Johannes Hendrik von den Broek im gemeinsamen Architekturbüro und unterrichtete außerdem als Professor für Architektur an der technischen Universität Delft – zählte zu den führenden Nachkriegsarchitekten in den Niederlanden und darüber hinaus. Er hatte das Ziel, so heißt es in einer Pressemitteilung zur Ausstellung in Venedig, für eine neue offene und demokratische Gesellschaft zu bauen. Bakema war u.a. verantwortlich für wegweisende Projekte wie das Lijnbaan-Einkaufzentrum in Rotterdam (1948-1953), die im Grundriss quadratischen „Punkthäuser“ mit gegeneinander verschobenen Halbetagen im Hansa-Viertel in Berlin (1957), das Städtische Zentrum Eindhoven (1973) und auch das Rathaus Marl (1960 bis 1965).
„Architektonischer Ausdruck einer demokratischen Gemeinschaft“
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Zum Architekturwettbewerb für das neue Rathaus hatte die Stadt Marl Ende der 50er Jahre namhafte Architekten aus Europa eingeladen, wie Arne Jacobsen aus Dänemark, Alvar Aalto aus Finnland, Hans Scharoun aus Deutschland, der später die Schule an der Westfalenstraße entwarf, sowie Johannes Hendrik van den Broek und Jacob Berend Bakema aus den Niederlanden. Die Erwartungen an das neue Marler Rathaus waren hoch. Die Architekten hatten, wie der Historiker Stefan Kleineschulte in seiner Dissertation („Das Rathaus Marl. Zur Bedeutung der Architektur für die politische Sinnstiftung auf kommunaler Ebene“) schreibt, „die Aufgabe, nicht nur ein funktionales Verwaltungsgebäude zu gestalten“, sondern auch ein Gebäude, das der „Inbegriff demokratisch-bürgerlicher Selbstverantwortung“ und „architektonischer Ausdruck einer demokratischen Gemeinschaft“ sein sollte.
„Zurück in die Moderne“
Wir immer man das Resultat bewerten mag: Mit der Bakema-Ausstellung auf der Architektur-Bienale in Venedig erlebt das Marler Rathaus eine architektonische Renaissance. Auch „Spiegel online“, das Internetportal des bekannten deutschen Nachrichten-Magazins, bebildert seinen Vorbericht über die Architektur-Bienale in Venedig unter dem Titel „Zurück in die Moderne“ mit einem Archivfoto vom Modell des Marler Rathaus – und würdigt das Gebäude damit als Beispiel der neuen Architektur nach 1945.
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Marler Rathaus ist heute ein Sanierungsfall
Heute muss das Rathaus saniert werden und das kostet der Stadt Marl zig Millionen Euro. Der ehemaligen Bürgermeister Heiland war eine umstrittene Persönlichkeit, deren politisches Wirken eng mit der Entwicklung des Rathauses der Stadt Marl verbunden war. Heiland forcierte prestigeträchtige teure Bauprojekte. Die Lobeshymnen sind verstummt. Die Prophezeiungen von Kritikern gingen in Erfüllung. Alles Gebäude deren Sanierung den Marler Steuerzahler Millionen Euro kosteten und noch kosten werden. Die Folgekosten spielten für ihn und seine SPD Fraktion keine Rolle. Die Kassen leer, die Stadt verschuldet. Heute ist der stolze Traum von Heilands Marl ausgeträumt. Heiland focht es nicht an, daß seine großzügigen Bauvorhaben zum Teil mit Schulden finanziert wurden. Das Erbe der früheren SPD Politiker ist nicht einfach , sie gaben das Geld mit vollen Händen aus, Rücklagen für schlechtere Zeiten wurden nicht gebildet.

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