Bauen wie die Römer: Mitmach-Ausstellung im LWL-Römermuseum Haltern

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Die Ferienausstellung „Hier baut Rom!“ vom 8. Juli bis 24. August im LWL-Römermuseum in Haltern am See will vermitteln, wie die Römer bauten. Von der Dachbedeckung über die Brunnenverschalung bis zur römischen Wasserleitung zeigt die ungewöhnliche Ausstellung römische Bautechniken und lädt alle Altersgruppen dazu ein, die Ärmel aufzukrempeln, die Werkzeuge zur Hand zu nehmen und selbst auf den „Baustellen“ im LWL-Römermuseum Hand anzulegen. „Antike Bauchtechnik verstehen durch Ausprobieren“ lautet dann an den zehn verschiedenen Experimentierstationen das Motto.
Die Mitmach-Ausstellung orientiert sich an Originalfunden aus den römischen Stützpunkten an der Lippe, wenn neben römischen Werkzeugen Hölzer von Fachwerkbauten, Teile von Wasserleitungen und Brunnen oder eben das frisch restaurierte Stück Wand in den Vitrinen die Vorbilder für das sind, was unter den eigenen Händen entsteht. Die Ausstellung wird gerade vorbereitet und die Vitrinen werden mit besonderen Fundstücken wie dem Wandstück gefüllt.

Ein Stück Wand
Es ist das größte zusammenhängende Stück römischer Wand einschließlich Verputz, das je im römischen Hauptlager in Haltern ans Tageslicht kam. Ein Stück Wand, das die Handwerker der römischen Legion zur Zeit von Kaiser Augustus mit eigenen Händen und mithilfe von Flechtwerk errichtet haben. Es kommt unmittelbar aus der Restaurierungswerkstatt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. In der Mitmachausstellung „Hier baut Rom wird es einer der Funde während der Sommerferien sein.

Restaurator Eugen Müsch ist mit Skalpell, Spachtel, Schaber, Kratzer und Pinsel ganz vorsichtig bis zum Kern des gut zehn Zentimeter großen Lehmblocks vorgedrungen, der von den LWL-Archäologen während der Ausgrabungen an der Arminiusstraße in Haltern in Gips eingepackt und in die Restaurierungswerkstatt transportiert wurde. „Das eigentliche Stück Wand musste auf diese Weise freipräpariert werden“, erläutert er. Denn es gab einen Brand im Hauptlager der Römer in Haltern. Das Gebäude stürzte ein, die Wand brach ebenfalls zusammen und fiel in eine drei Meter tiefe Grube innerhalb des Hauses.
Das Stück Wand ist für Haltern einzigartig und zeigt mit verbrannten Holzkohlestücken, Brandspuren und eisernen Nägeln, wie die Römer damals die Gebäude in ihrem Lager errichtet haben. Weidenruten wurden für das Flechtwerk benutzt, auf dem der häufig mit Stroh vermengte Lehm aufgetragen wurde. Die Römer haben außerdem Wände gern verputzt und oft sogar bemalt. „Der Putz dieses Halterner Fragments lässt sich optisch noch erkennen“, sagt Eugen Müsch und zeigt auf eine dünne hellere Schicht. „An manchen kleineren Wandstücken kann man sogar sehen, dass die Wände mehrfach verputzt wurden.“
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Hintergrund für die Ferienausstellung ist der Römerpark Aliso, der hinter dem LWL-Römermuseum geplant ist. Hier werden orginalgetreue Nachbauten des Halterner Hauptlagers entstehen. Die Teilnehmer dieser ganz besonderen Ausstellung können selbst aus eigener Anschauung erleben, was es bedeutete, vor mehr als 2.000 Jahren ein Lager für die Legionäre zu erriechten.

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