Internationaler Frauentag am 8. März 2014

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird am 8. März gefeiert und ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.
„Heraus mit dem Frauenwahlrecht!“ war die Hauptforderung der „Mütter“ des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität.
Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jährlich begangen.
Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam.
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Den internationalen Charakter unterstützt auch die Tatsache, dass die Vereinten Nationen an die Tradition des Internationalen Frauentags angeknüpft haben. 1977 rief die UN-Generalversammlung in einer Resolution einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Die jährlich stattfindenden Veranstaltungen stehen seither unter wechselnden Schwerpunktthemen von länderübergreifender Relevanz.
2014 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Equality for women means progress for all“ (Gleichberechtigung für Frauen ist Fortschritt für alle.) In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr „Heute für morgen Zeichen setzen!“.
Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen Länder, in denen der Internationale Frauentag von 1911 an gefeiert wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei Clara Zetkin , die mitgewirkt hatte, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.
100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag ist bereits viel von der Geschichte in Vergessenheit geraten. Diese war in Deutschland besonders bewegt: Hier wurde der Tag während des Nationalsozialismus verboten und geriet in der jungen Bundesrepublik zeitweilig in Vergessenheit. Spätestens mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte der Internationale Frauentag aber ein Comeback feiern. Heute ist er Plattform einer vielfältigen Frauenbewegung und fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert.
Die DGB Frauen fordern:
Wir unterstützen das Ziel der Europäischen Union, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu fördern: Frauen müssen die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt haben wie Männer, sie müssen ihren Lebensunterhalt eigenständig durch eine Existenz sichernde Beschäftigung bestreiten können!
Wir wollen die Gleichstellung von Frauen und Männern durch verbindliche und wirksame europäische Regelungen vorantreiben: bei der Durchsetzung von gleichem Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, bei der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt, durch mehr Frauen in Führungspositionen oder durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dafür hat Europa unverzichtbare Impulse geliefert, die wir auch in Zukunft brauchen!
Gewalt gegen Frauen: EU-Studie ist alarmierend
Zur neuen Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) zu Gewalt gegen Frauen, meint die Bürgerliste WIR für Marl.
Die Zahlen dieser größten jemals durchgeführten internationalen Studie sind alarmierend.
Die Gefahr für Frauen in den eigenen vier Wänden ist besonders hoch: 22 Prozent aller Befragten gaben an, körperliche oder sexuelle Gewalt durch den eigenen Partner erfahren zu haben. Über die Übergriffe vom Partner im Alltag sind Frauen sehr häufig nicht in der Lage zu reden und sehen von einer Anzeige ab.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen einen klaren Handlungsbedarf für die Politik. Rettung aus der Gewaltspirale im eigenen Heim bieten oft nur Frauenhäuser an, in denen die Frauen Schutz und Hilfe bekommen. Hilfetelefone und Frauenberatungsstellen dienen als wichtige Anlaufstelle für Betroffene.
Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, ein Konzept für eine verlässliche Finanzierung der Frauenhäuser vorzulegen und sich verstärkt für Hilfetelefone und Beratungsstellen für Frauen gemeinsam mit den Ländern und Kommunen einzusetzen. Polizistinnen und Polizisten, Richterinnen und Richter sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sollten in ihrer Ausbildung zum Thema geschult und sensibilisiert werden. Denn Gewalt gegen Frauen ist kein neues Phänomen sondern seit Jahrzehnten ein gesellschaftliches Thema, bei dem niemand wegschauen darf.
Hintergrund:
Jede dritte EU-Bürgerin war seit ihrem 15. Lebensjahr schon einmal Opfer sexueller oder physischer Gewalt – Gewalt zu Hause, am Arbeitsplatz, an öffentlichen Plätzen. Fünf Prozent der insgesamt 62 Millionen betroffenen Frauen sind vergewaltigt worden. So lautet das Ergebnis der europaweiten Erhebung der Grundrechte-Agentur FRA im Auftrag des EU-Parlaments, bei der insgesamt 42.000 Frauen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren befragt wurden. Frauen in Deutschland sind mit 35 Prozent etwas häufiger von Gewalt betroffen als im EU-Schnitt.

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