Besuch von Marler Schülerinnen und Schüler in der Gedenkstätte Hadamar

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Auch in diesem Jahr beteiligen sich wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler an der Gedenkfeier zum 27.1.2014 im Rathaus Marl. So zeigte und erläuterte der katholische Religionskurs der Klasse 10 an der Günther-Eckerland-Realschule eine Ausstellung über einen Besuch in der Gedenkstätte Hadamar, wo während der NS-Zeit Tausende von behinderten und erkrankten Menschen umgebracht wurden.
Die Ausstellung machte deutlich, wie bürokratisch, akribisch und zugleich kalt dieser organisierte Mord an Menschen mit Behinderungen von statten ging.
Die Ausstellung ist ein Auftrag an alle: „Minderheiten verdienen unsere besondere Fürsorge und unseren Schutz.“ Es wird oft – „zu oft“ – gefragt, ob es denn mit dem ewigen Erinnern nicht langsam genug sei. Das Gegenteil ist richtig, je weiter die Zeit voranschreite, umso wichtiger werde es. Auch mit Blick auf die Gegenwart: „Immer, wenn Rechte meinen, gegen Minderheiten Stimmung machen zu müssen, ist es geboten aufzustehen und gemeinsam deutlich zu machen, das Marl eine weltoffene und tolerante Stadt ist, meint die Bürgerliste WIR für Marl.“l
Tötungsanstalt Hadamar
1883 nahm in Hadamar eine Korrigendenanstalt ihren Betrieb auf. Aus ihr ging 1906 die Landesheilanstalt hervor. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges nutzte die Wehrmacht das Gebäude als Reservelazarett. Ende 1940 ließ die „T4“-Zentrale Umbauten in der Landesheilanstalt durchführen, um sie als Tötungsanstalt für die „T4-Aktion“ einzusetzen. Eine Gaskammer, ein Sezierraum und zwei Verbrennungsöfen wurden installiert sowie eine Busgarage erbaut.

Graue Busse holten die Patientinnen und Patienten aus den „Zwischenanstalten“ (Andernach, Eichberg, Galkhausen, Herborn, Idstein, Scheuern, Weilmünster, Weinsberg und Wiesloch) ab, in denen sie zunächst für einige Wochen untergebracht waren. Nach der Ankunft in Hadamar mussten die Patientinnen und Patienten in der verschlossenen Busgarage aussteigen und wurden in das Hauptgebäude geführt. Dort hatten sie sich zu entkleiden und dem Arzt vorzustellen. Dieser bestimmte anhand der mitgeschickten Patientenakte eine angeblich natürliche Todesursache für die später auszustellende Sterbeurkunde. Anschließend wurden die Patientinnen und Patienten von Schwestern und Pflegern in die im Keller gelegene Gaskammer geführt. Ihre Leichen beseitigten die „Brenner“ in den beiden Krematoriumsöfen. Die Angehörigen erhielten einen so genannten „Trostbrief“, der sie über das plötzliche Ableben informierte. Der angeblich krankheitsbedingte Tod wurde als Erlösung dargestellt. Die auf Wunsch zugesandte Urne enthielt – entgegen der Ankündigung – nicht die Asche der oder des Ermordeten.

Vom 13. Januar bis zum 24. August 1941 starben über 10.000 Opfer in der Hadamarer Gaskammer.

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