Auke de Vries, stellt seine „Schwebenden Skulpturen“ im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl aus

Auke de Vries, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer der Niederlande, stellt jetzt seine „Schwebenden Skulpturen“ in Marl aus. Auke de Vries begann seine Ausbildung an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Den Haag. Zu Beginn war er als Maler und Grafiker tätig. Seit den 1970er Jahren fertigt er Metallskulpturen. Seine Skulpturen sind luftige, abstrakte Konstruktionen aus geometrischen Formen wie Linien, Kegel, Würfel, Zylinder und Flächen, die er zum Schweben zu bringen scheint. Er reagiert mit seinen Skulpturen für den öffentlichen Raum und mit seiner Kunst am Bau auf die Architektur, die er vorfindet.
Seine „Schwebenden Skulpturen“ eröffnen neue Sichtweisen und Grenzen. Die Figuren sind aus verschiedenen Einzelteilen zusammengesetzt, welche als solche in sich stimmig und ganz sind. Aus diesen ergeben sich wie bei einer »Collage intellectuel« große, formal zusammenhängende Gestalten. Es kommt zu Synthesen, doch gehen die Partien nicht vollständig in diesen fantasievollen Collagen auf. Die Einzelteile bleiben in ihren Formen und Funktionen erkennbar. Dies stellt ein Wesensmerkmal der Arbeiten von Auke de Vries dar. Er verwendet selbst nur ganz selten Titel für seine Skulpturen. Der Fantasie des Betrachtenden wird freier Lauf gelassen: es werden nur die optischen Reize vor Augen geführt, nicht die Idee vorgegeben.Museumsdirektor Elben gab bei der Eröffnung eine Einführung in sein Werk.
Der seit über 30 Jahren in Den Haag lebende Künstler hat sich eine unverwechselbare Handschrift erarbeitet, die jenseits modischer Strömungen angesiedelt ist. Diese Charakterisierung geht von der unmittelbaren Anschauung seiner Objekte aus: Sie wirken spielerisch, ihre Machart erscheint bastlerisch, sein künstlerisches Prinzip will keine technische Präzision, wohl aber eine hohe künstlerische Genauigkeit. Die figurativ erlebbaren Objekte scheinen Geschichten zu erzählen, sie entstehen beim Machen, von Skizzen mehr begleitet als vorbereitet. Immer nachvollziehbar bleibt der schöpferische Akt, weil er im handwerklichen Prozess gründet, dessen Spuren auch im Ergebnis sichtbar bleiben. Hintergrund ist keine abstrakte Theorie, eher ein humanistischer Blick auf die Welt .Die Skulpturen de Vries sind manifeste Zeichen im Raum, skizzenhaft unabhängig von ihrer Größe, denn sie wirken leicht, sie scheinen manchmal sogar dann zu schweben, wenn sie im Außenraum mehrere Meter groß werden. In der Marler Aus-stellung schwebt eine Gruppe sogar wirklich, denn die Inszenierung im ersten Raum der unteren Museumsebene ist von der Decke abgehängt wie ein von oben herabwachsendes Labyrinth. Diese ungewöhnliche Präsentationsform hat de Vries unmittelbar aus der Arbeitssituation im Atelier abgeleitet, das dem Besucher, wenn er mitten drin steht, wie eine wuchernde, von Lianen durchzogene Dschungellandschaft vorkommt. Die zweite große Installation spielt mit der Vorstellung einer Insel, auf der eine weitere Gruppe von Skulpturen zu einer Einheit wird, weil sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung stark beeinflussen. Eine Ausstellung ist – wenn sie funktioniert – immer mehr als die Summe der einzelnen Objekte. Bei Auke de Vries werden erst im Zusammenhang alle Bezüge sichtbar und seine Welt in ihrer Ganzheit vollständig erfahrbar.

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