Wie hoch ist die Gefährdung unseres Trinkwasser?

Im Halterner und Hullerner Stausee ein wurde in den letzten Monaten ein
erhöhter Befund der Pflanzenschutzmittel Dimethenamid und Therbuthylazin festgestellt. Deshalb hatte die Stadtverwaltung einen Experten von Gelsenwasser in den Haupt und Finanzausschuss geladen um den Ratsmitgliedern auf ihre Fragen Antwort zu geben.

Die GELSENWASSER AG führte dem Hullerner See Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal zu. Hintergrund ist ein erhöhter Befund der Pflanzenschutzmittel Dimethenamid und Terbuthylazin im Talsperrenwasser. Diese im Maisanbau zur Anwendung kommenden Mittel wurden durch Starkregen Ende Juni 2013 aus den Böden ausgeschwemmt und über den Mühlenbach und die Stever in die Talsperren Haltern und Hullern eingetragen. Durch die Analysen des Rohwassers wurde die erhöhte Konzentration entdeckt und Gegenmaßnahmen ergriffen. Ziel der Maßnahmen war es, eine größere Menge Wasser aus den Talsperren abfließen zu lassen und durch Kanalwasser zu ersetzen.
Für das Trinkwasser besteht angeblich keine Gefahr, da im Wasserwerk Haltern durch die Aktivkohleanlage das Pflanzenschutzmittel adsorbiert wird. Das zuständige Gesundheitsamt wie die Bezirksregierung sind durch GELSENWASSER über den Fund informiert worden.
Fritz Dechert von der Bürgerliste WIR für Marl hakte in der Sitzung nach und gab folgenden Redebeitrag zu Protokoll:

Noch in den 50er Jahren strömten die Abwässer aus Industrie, Landwirtschaft und Haushalten ungeklärt in Flüsse und Seen. Viele Gewässer waren Kloaken.
Man hörte in diesem Zusammenhang durch PR-Abteilungen häufig den Slogan: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!
Tatsache ist, dass sich unsere dreckigen und belasteten Gewässer erholt haben. Damit schien lange Zeit das Umweltproblem gelöst zu sein.
Zu den Belastungen des Wassers, insbesondere durch chemische Verbindungen, Produkten der Chemieindustrie, sind in den letzten 30 Jahren viele Kenntnisse gewonnen worden.
Aber je genauer die Wissenschaftler untersuchten, je genauer die Analysemethoden wurden, desto klarer wurde und wird:
Trotz aufwendiger Reinigung und teuren Vorsichtsmaßnahmen:
in unseren Wassern schwimmt ein höchst gefährlicher Cocktail aus giftigen Stoffen.
Das sind vor allem moderne Chemikalien, die heute immer häufiger in Medikamenten, Haushaltsreinigern, Kosmetikartikeln, Düngemitteln, Pestiziden, Fungiziden und Dämmstoffen vorkommen.
Übertroffen werden die in der Landwirtschaft eingesetzten Produkte mittlerweile bei Wasseruntersuchungen durch Biozide (abgeleitet von bios griech. Leben und caedere lat. töten).
Dieser Giftcocktail wird unter anderem bei gedämmten Fassaden
gegen den Bewuchs mit Algen und ähnlichen Pflanzen massiv eingesetzt.
Daher beantragen wir in Ergänzung dieses Antrags, dass Gelsenwasser
die zuständigen Gremien des Rates umfassend über alle in diesem Zusammenhang relevanten Untersuchungen informiert. Sinnvoll ist es selbstverständlich, wenn die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen unserer Kläranlagen auf diese Produkte ebenso bekannt und im Umweltausschuss bewertet würden,so Fritz Dechert

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