Mutter-Kind-Einheit der LWL-Klinik Herten feiert 10jähriges Jubiläum

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LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (Mitte) besuchte die Mutter-Kind-Einheit der LWL-Klinik Herten, die am kommenden Samstag 10-jähriges Jubiläum feiert (v.l.n.r.):Pädagogin Christiane Stach, eine Patientin mit ihrem Kind, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Prof. Hannelore Lier-Schehl, LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, Pflegedirektor Uwe Braamt und Ärztlicher Direktor Dr. Luc Turmes
Foto: LWL

 

Als vorbildlich hat der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Wolfgang Kirsch, die Arbeit der Mutter-Kind-Einheit in der LWL-Klinik Herten bezeichnet. Seit dem Start vor zehn Jahren sind auf der NRW-weit einzigen Station rund 600 Mütter mit postpartaler (nachgeburtlicher) Depression zusammen mit ihren neugeborenen Kindern behandelt worden – ambulant etwa 1500 Mütter. Zu einem Symposium am Samstag (6.7.) aus Anlass des Jubliäums haben sich über 60 Fachleute angemeldet.

„Wenn die frischgebackene Mutter ihr Baby nicht lieben kann, tut zügige Hilfe Not, damit tiefe Depressionen sich nicht zu einer irreparablen Bindungsstörung oder Schlimmerem auswachsen, bei dem die Betroffene sich oder ihrem Kind etwas antut“, so Kirsch am Dienstag (2.7.) in Herten. Nachgeburtliche Depressionen erleiden nach Expertenschätzungen etwa 80.000 Mütter in Deutschland.

„Die gemeinsam mit ihrem Kind behandelten Frauen überwinden ihre ernste Krise, lernen ihr Kind zu lieben, es zu versorgen, ihre Mutterrolle zu definieren“, sagte Dr. Luc Turmes, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik. Turmes kann als „Vater“ eines Behandlungskonzeptes gelten, das erfolgreich gegen psychische Probleme von, so schätzt er, „zehn bis 20 Prozent aller Mütter nach der Geburt ihres Kindes“ angeht.
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Dr. Luc Turmes. Foto: LWL
Rund 0,5 Prozent der jungen Mütter erkranken im Wochenbett sogar an einer postpartalen Psychose. Sie ist gekennzeichnet durch schwere Angst-, Erregungs- und Verwirrtheitszustände. In diesen Fällen ist eine psychotherapeutische Behandlung unbedingt notwendig. Therapieerfolge stellen sich vor allem dann schnell und nachhaltig ein, wenn die Mutter nicht isoliert behandelt wird, sondern gemeinsam mit ihrem Kind.

Da die Mutter mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat und diese durch eine Trennung nicht verstärkt werden sollten und auch eine Entfremdung des Säuglings von der Mutter fatale Folgen hätte, ist eine gemeinsame Behandlung immer zu befürworten.
Ursprünglich war die Mutter-Kind-Einheit im Jahr 2000 mit Unterstützung des Fördervereins „Bei aller Liebe“ – Verein der FreundInnen und FörderInnen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Mutter-Kind-Behandlungen im Ruhrgebiet e.V.“ in der LWL-Klinik Dortmund eingerichtet worden – mit zunächst drei Plätzen sowie der dazugehörigen Ambulanz.

Nach ihrem Umzug nach Herten 2003 wurde die Station kontinuierlich vergrößert und modernisiert. Derzeit stehen insgesamt acht vollstationäre Mutter-Kind-Plätze und zwei tagesklinische Behandlungsplätze zur Verfügung. Die Spezialambulanz in Dortmund kooperiert mit dem stationären Angebot in Herten.

Hintergrund Förderverein
„Bei aller Liebe“ wurde im Jahr 2000 in Dortmund gegründet mit dem Ziel, Müttern, die nach der Geburt eines Kindes in eine psychische Krise geraten, eine qualifizierte und bindungsfördernde Behandlung von Mutter und Kind zu ermöglichen – wie dies in den LWL-Kliniken Herten und Dortmund angeboten wird. Sein Ziel ist es, landesweit in allen psychiatrischen Einrichtungen Mutter-Kind-Einheiten zu etablieren. Seit 2010 hat der Verein seinen Sitz in Herten. Vorsitzende ist Dr. Frauke Nienburg, zweite Vorsitzende Dr. Barbara Paetzel.

 

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