Archive for Januar, 2013

31. Januar 2013

Hans-Christian Ströbele MdB: Den Antrag zum Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan lehne ich ab.

Karneval der Kulturen 2003

 

Persönliche Erklärung von Hans-Christian Ströbele zur namentlichen Abstimmung über den Antrag der Bundesregierung (17/11685) zur Verlängerung des ISAF-Mandats für die Bundeswehr am 31.1. 2013:

 

Den Antrag zum Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan lehne ich ab.

Seit mehr als 11 Jahren führt Deutschland inzwischen Krieg in Afghanistan. Zehntausende Menschen, ganz überwiegend Zivilisten, sind getötet und verletzt worden. Zweidrittel der deutschen Bevölkerung lehnt den Krieg ab. Er ist nicht zu gewinnen. Trotzdem soll er fortgesetzt werden, zunächst bis März nächsten Jahres mit bis zu 4400 Soldaten. Dann soll das Mandat erneut verlängert werden mindestens bis Ende 2014. Tausende Menschen werden wieder Opfer sein – afghanische Zivilisten, Polizisten und Soldaten, aber auch Nato-Soldaten. Die Versicherungen der Bundesregierung einer fortschreitenden Verbesserung der Sicherheitslage für die afghanische Bevölkerung sind trügerisch. Aktuelle Auswertungen internationaler Organisationen zeichnen ein anderes Bild. Sie gehen davon aus, dass die afghanischen Sicherheitskräfte überfordert und unvorbereitet auf den Übergang sind. Dafür spricht auch die hohe Zahl der im letzten Jahr getöteten afghanischen Sicherheitskräfte von über 3000. Auch die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung ist im letzten halben Jahr wieder gestiegen. Weiter Krieg zu führen ist der falsche Weg. Die offensive Aufstandsbekämpfung durch die ISAF-Truppen führt unweigerlich zu weiterer Eskalation. Wertvolle Zeit wird vertan. Anstatt Kommandounternehmen und gezielte Tötungen einzustellen und mit den Aufständischen über Waffenstillstand zu verhandeln und das bisher Erreichte zu erhalten, wird weiter gemacht bis zum bitteren Ende, in der Hoffnung, es werde noch alles gut und sicher in Afghanistan.

 

Völkerrechtswidrige gezielte Tötungen von „feindlichen Kämpfern“, durch Spezialeinheiten oder bewaffnete Drohen werden intensiviert. Im deutschen Verantwortungsbereich wurden Kampfdrohnen mit Tötungsauftrag stationiert. Aufgrund welcher Informationen die Todeslisten erstellt werden, ist undurchsichtig und nicht überprüfbar. Den gezielten Tötungen fallen häufig am Krieg völlig Unbeteiligte oder zu Unrecht Denunzierte zum Opfer. Die Bundesregierung behauptet, die Bundeswehr beteilige sich nicht an solchen Tötungen. Sie hat aber eingeräumt, sie könne nicht ausschließen, dass Informationen, die sie für Aktionen zur Gefangennahme liefert, nicht doch zum Auffüllen der Tötungslisten für Drohnen oder „special forces“ der Alliierten genutzt werden. Die Folge ist immer neuer Hass, Gewalt und Krieg – Verhandlungen kommen nicht zustande. Ohne Verhandlungen aber, Vereinbarungen und Waffenstillstandsabkommen mit den Ausständischen wird es nichts mit mehr Sicherheit, auch nicht bis Ende 2014.

 

Und viel schlimmer noch, als Konsequenz für die Zeit danach droht erneut ein fürchterlicher Bürgerkrieg – oder doch die Verlängerung des NATO-Kampfeinsatzes und Krieges.

 

Dann wird es ein neues „Schutzmandat“ mit Kampfauftrag geben. Auch das ISAF-Mandat war ursprünglich lediglich ein Mandat zum Schutz der Zivilbevölkerung und der Regierung in Kabul, – anders als das Mandat Enduring Freedom. ISAF wurde dann zum Kriegsmandat von heute umgedeutet. Ein „Weiter-So“ darf es nicht geben. Der Krieg in Afghanistan muss unverzüglich beendet werden. Die Alternativen sind Verhandlungen mit allen Beteiligten auch den Aufständischen und Waffenstillstandsabkommen, vielleicht zunächst regionale im Verantwortungsbereich der Bundeswehr.

Deshalb stimme ich mit NEIN.

 

 

31. Januar 2013

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) -Umlage steigt auf 16,4 Prozent

Foto zur Mitteilung

LWL-Kämmerer Matthias Löb.
Foto: LWL

Der Umlage-Hebesatz für die 27 Kreise und Großstädte im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) steigt. Er wird für den LWL-Haushalt 2013 um 0,3 Prozentpunkte von 16,1 auf 16,4 Prozent angehoben. Der Verbandsetat hat in diesem Jahr ein Volumen von 2,8 Milliarden Euro.

Mehr als 80 Prozent seiner Finanzmittel gibt der Verband für gesetzlich festgelegte soziale Leistungen zur Integration und Inklusion kranker und behinderter Menschen aus. Dabei schlägt die so genannte Eingliederungshilfe mit jährlichen Steigerungsraten zwischen 70 bis 90 Mio. Euro besonders zu Buche.

Bei der Etateinbringung Ende vorigen Jahres hatte die LWL-Verwaltungsspitze zum Haushaltsausgleich eine Umlageerhöhung auf 16,6 Prozent vorgeschlagen, um eine erneute Inanspruchnahme der Ausgleichsrücklage zu vermeiden. Die Rücklage sei inzwischen von früher 325 Mio. Euro auf nur noch 70 bis 80 Mio. Euro geschrumpft. Der LWL habe allein in den Jahren 2010 und 2011 240 Mio. Euro neue Schulden gemacht, hieß es damals. Bei den Kosten für die Behindertenhilfe brauche die kommunale Familie dringend Entlastung durch den Bund.

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31. Januar 2013

* Attac und Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft fordern bei Pressekonferenz der Deutschen Bank Stopp von Nahrungsmittelspekulation

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* Im Zweifel gegen die Hungernden?

 

 

Aktive von Attac und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft haben am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank in Frankfurt gegen die fortgesetzte preistreibende Spekulation des Instituts mit Agrarrohstoffen protestiert und ihr Verbot gefordert.

Anlass der Aktion war die öffentliche Ankündigung der Deutschen Bank, weiterhin mit Nahrungsmitteln zu spekulieren.

 

„Die Rechtfertigung der Deutschen Bank, es gäbe keine echten Beweise für die preistreibende Wirkung von Wetten auf Agrarrohstoffe, ist Augenwischerei. Es ist unter Experten unbestritten, dass die Wetten die Preisschwankungen erhöhen, auch wenn sich das nicht auf den Cent genau ausrechnen lässt“, sagte Jutta Sundermann vom Attac-Koordinierungskreis.

„Die Deutsche Bank handelt nach der zynischen Devise: Im Zweifel gegen die Hungernden und für den eigenen Profit.“ So hat die UN-Welternährungsorganisation FAO bereits 2011 gefordert, die Preiswetten auf Agrarrohstoffe zu stoppen.

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Die Deutsche Bank hat das Volumen ihrer Geschäfte mit Agrarrohstoffen zwischen 2008 und 2011 vervierfacht: von zusammen 1,1 Milliarden auf über 4,5 Milliarden Euro. Damit ist sie weltweit ein wichtiger Akteur bei den Preiswetten und nach der Allianz auf Platz zwei in Deutschland.

Alle anderen deutschen Anbieter kamen 2011 zusammen auf knapp 600 Millionen Euro in diesem Geschäft.

 

„Die Deutsche Bank, Allianz und Co. wollen der Öffentlichkeit einreden, Warenterminbörsen wären für die Landwirte in Europa unerlässlich, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Das ist Humbug“, sagte Moritz Schäfer von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

„Andersherum wird ein Schuh daraus: Über die Preiswetten wollen die Banken an der Landwirtschaft mitverdienen. Tatsächlich sind diese Warentermingeschäfte nur für spezialisierte Großbetriebe interessant.

Für die Mehrheit der Bauern verstärken sie das wirtschaftliche Risiko und lenken von der Notwendigkeit gerechter Preise ab.“ Warenterminbörsen spielten in Europa bisher kaum eine Rolle. Der Deutschen Bank gehe es um die Erschließung eines neuen Marktes.

 

Bei der Aktion standen ein Bauer mit Mistgabel und ein hungernder Mensch mit leerem Teller einem gesichtslosen Banker gegenüber (alle drei dargestellt von Aktivisten). „Spekulation macht unbezahlbar! Mit Essen zockt man nicht!“ hieß es auf einem großen Banner. Weitere Demonstrierende hielten Schilder mit Aufschriften wie „Deutsche Bank: Im Zweifel gegen die Hungernden“, „Bauern sagen Nein zum Zocken um die Preise“ und „Stoppt die Geschäfte mit dem Hunger!“.

 

 

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30. Januar 2013

fluter ein Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). schreibt über Marl

 fluter  schreibt über Marl:

http://www.fluter.de/heftpdf/issue117/artikel11146/pdf_article11146.pdf

 

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fluter ist ein  Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

Das Magazin gibt es seit Dezember 2001 als Print- und Online-Ausgabe. Die Printausgabe erscheint vierteljährlich als Print-Heft und mit zehn monatlichen Themenschwerpunkten im Internet.

Im Internet erscheinen regelmäßig zusätzlich Artikel in den Rubriken Lesen und Film, in denen wöchentlich alle aktuellen, bundesweiten Kinostarts, sowie neu erschienene Bücher und Klassiker besprochen werden.

Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 16 bis 22 Jahren, insbesondere Erstwähler.

Es werden pro Heft Themenschwerpunkte wie „Moral”, „Familie”, „Wirtschaft”, „Gewalt”, „Wasser”, „Megacitys” oder „Deutschland” aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, etwa aus der der Wirtschaft, der Politik, der Philosophie und der Religion.

In jeder Ausgabe gibt es außerdem ein Gewinnspiel, wobei die zweite Hälfte der Fragen auf der Webseite steht. Zu gewinnen gibt es Bücher, CDs und Filme, die entweder besprochen wurden oder Themenbezug haben.

Herausgeber:
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Adenauerallee 86
53113 Bonn

bpb Zentrale:

30. Januar 2013

Marl: Noch freie Plätze im Kurs „musikalische Früherziehung“

Musikalische Früherziehung
„Musikalische Früherziehung“: Noch freie Plätze im Kurs!

Gute Nachricht für alle Eltern, die ihre Kinder musikalisch fördern wollen: Die Musikschule bietet noch freie Plätze für einen Kurs zur „musikalischen Früherziehung“ an, der im Februar startet.

Der Kurs für Kinder (4 Jahre) ist auf eine Dauer von zwei Jahren ausgelegt (Kündigung halbjährlich möglich). Die Kosten betragen monatlich 24 Euro. Die Gruppe besteht aus 10 bis 15 Kinder und wird immer montags um 15.30 Uhr unterrichtet. Die Musikschule der Stadt Marl nimmt noch Anmeldungen unter der Rufnummer (02365) 698 62 48 oder -50, per Fax unter 698 62 51 oder via Email musikschule@marl.de entgegen. Mehr zur Musikschule gibt es hier.

Die musikalische Früherziehung…

…ist eine ganzheitliche Förderung für Kinder von vier bis sechs Jahren. Sie will Kinder auf vielfältige Art und Weise sensibilisieren, ihnen eine erlebnisreiche Einführung in die Musik bieten und sowohl Interesse als auch Freude an der Musik wecken. Die musikalische Früherziehung fördert das Hören, das Singen und Sprechen, das allgemeine Ausdrucksvermögen, die Konzentrationsfähigkeit, die Kreativität und das Sozialverhalten. Der Körper wird mittels Stimme, Sprache und Geräusche als Musikinstrument er-fahren. Die Kinder machen Melodie-, Rhythmus- und Klangerfahrungen und kommen dabei mit verschiedenen Instrumenten in Berührung. Die Erfolgserlebnisse beim gemeinsamen Singen und Musizieren ermöglichen den Kindern, auf spielerische Weise auch Selbstvertrauen und soziale Kompetenz zu entwickeln.

 

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30. Januar 2013

Die Ruhrfestspiele 2013: Vier Produktionen der Ruhrfestspiele werden auf der Marler Bühne gezeigt.

Aufbruch und Utopie

 

Ruhrfestspiele 2013
Die Ruhrfestspiele 2013 präsentieren 100 Produktionen und 318 Aufführungen in 16 Spielstätten – darunter auch das Theater Marl.

Unter dem Motto „Aufbruch und Utopie“ stehen vom 1. Mai bis 16. Juni bedeutende Werke der Epoche „Die Geburt der Moderne“ im Fokus der Ruhrfestspiele. In Marl gibt es vier Produktionen zu sehen.

In der deutschsprachigen Literatur und Dramatik gilt sie als eine der spannendsten schöpferischen Epochen: die Geburt der Moderne. Sie umfasst die Schaffensperiode vom Wilhelminischen Zeitalter und dem Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik bis hin zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Aufeinanderprallen von Euphorie und Ängsten erscheint diese Epoche wie eine einzige Explosion – der Ideen und Wissenschaften, der Theorien und Stile, der Triebe und Leidenschaften.

Von Brecht bis Kafka

Unter dem Motto „Aufbruch und Utopie“ zeigen die Ruhrfestspiele vom 1. Mai bis 16. Juni 2013 die Werke der bedeutendsten Vertreter dieser Epoche im Mittelpunkt der Ruhrfestspiele: darunter Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler, Frank Wedekind, Thomas Mann, Carl Sternheim, Franz Kafka, Hans Fallada, Bertolt Brecht und Ödön von Horváth. In ihrer Bandbreite bieten die Produktionen faszinierende Einblicke in die verschiedenen Strömungen dieser Zeit. Zugleich vergegenwärtigen sie uns die Parallelen zum Jahr 2013. Ganze einhundert Jahre später scheint so vieles noch – oder wieder – im Aufbruch zu sein, im Spannungsverhältnis zwischen Realität und Utopie.

Die Ruhrfestspiele 2013…

…präsentieren 100 Produktionen und 318 Aufführungen in 16 Spielstätten plus Open Air- Veranstaltungen. Auch die Marler Theaterfreunde können sich freuen: Vier Produktionen der Ruhrfestspiele werden auf der Marler Bühne gezeigt.

 

Hier geht’s zu den vier Produktionen in Marl

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30. Januar 2013

„Afrika“: Der Zauber der Serengeti im Marler Theater

Das gierige Hyänenvolk versammelt sich um Scar und unterstützt die dunklen Pläne des bösen Löwenonkels.
Das gierige Hyänenvolk versammelt sich um Scar und unterstützt die dunklen Pläne des bösen Löwenonkels.

Im ewigen Kreis des Lebens tanzen die Tiere der Savanne in Harmonie und Einklang mit der Natur.

Im ewigen Kreis des Lebens tanzen die Tiere der Savanne in Harmonie und Einklang mit der Natur.

Trauer im geweihten Land: Die Savannenbewohner verabschieden tänzerisch ihren verstorbenen König zu langsamen afrikanischen Rhythmen.

Trauer im geweihten Land: Die Savannenbewohner verabschieden tänzerisch ihren verstorbenen König zu langsamen afrikanischen Rhythmen.

Im ewigen Kreis des Lebens: Wenn sich am Sonntag, 3. Februar 2013, um 16 Uhr der Vorhang öffnet, dann verwandelt sich die Bühne im Marler Theater in die faszinierende Welt des afrikanischen Kontinents. Die Tanzgruppe „Jackback“ vom Tanztempel Gladbeck zeigt mit ihrer aktuellen Show „Afrika“ den Zauber der Serengeti zur Musik des bekannten Musicals „Der König der Löwen“. Der Kartenverkauf startet am 30. Januar 2013.

Geheimnisvolle Rhythmen

Nach dem Erfolg der ausverkauften Premiere im vergangenen September steht die Musicalgruppe mit ihrer aktuellen Produktion zum zweiten Mal auf der Marler Theaterbühne und erzählt mit geheimnisvollen Rhythmen, farbenprächtigen Kostümen und abwechslungsreichen Choreografien die Geschichte um das Löwenjunge Simba und den Kampf um den Königsfelsen. In den vergangenen Jahren hatte „Jackback“ das Marler Publikum bereits mit „Welcome to the 60’s“, „Rock You“, und „Es laden die Vampire zum Tanz“ begeistert.

Kartenverkauf startet am 30. Januar

Karten gibt es im Vorverkauf vom 30. Januar bis 1. Februar 2013 jeweils in der Zeit von 18 bis 20 Uhr im Tanztempel Gladbeck (Theodorstraße 6, Gladbeck), von 20 bis 21 Uhr telefonisch unter 0179-1318888 und am Veranstaltungstag ab 14 Uhr an der Abendkasse. Weitere Infos: www.jackback.de.

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29. Januar 2013

Deutscher Volkshochschul-Verband ehrt Fernsehregisseur / „Inszenatorisch virtuoser und handwerklich hochversierter Fernsehkünstler“

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Besondere Ehrung geht an Matti Geschonneck

 

Der erste Preisträger im Rahmen des 49. Grimme-Preises 2013 steht fest. Dem Fernsehregisseur Matti Geschonneck wird die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV) zugesprochen. Dies gab das Grimme-Institut am 29. Januar in Düsseldorf bekannt.

 

Mit Matti Geschonneck, so heißt es in der Begründung des DVV, werde die Besondere Ehrung einem Fernsehregisseur zugesprochen, der „in der Summe seiner Eigenschaften den deutschen Fernsehfilm seit Anfang der 90er Jahre geprägt hat wie kaum ein zweiter“. Mit ihm werde ein „inszenatorisch virtuoser und handwerklich hochversierter Fernsehkünstler“ ausgezeichnet, „der in außergewöhnlich vielfältiger Weise und mit attraktivem Genre-Reichtum die komplexen Beziehungsgeflechte der menschlichen Welten und der gesellschaftlichen Verhältnisse interpretiert und in seltener Intensität darstellt.“

 

Damit sei Geschonneck, dem es in der Grundimprägnierung seiner Themen und Sujets um die elementaren Dinge des Lebens gehe, „ein Fernseh-Aufklärer durch und durch, jemand, der den Idealen vielfältiger Bildung in jeder Hinsicht verpflichtet ist.“ In seiner Kunst wiederum sei er „immer nah beim Publikum, das sich in seinen Filmen nahezu beiläufig selbst näherkommt und erkennen kann – auf beste Art spannend und subtil unterhalten.“

 

Der besondere formale Reichtum seiner Filme werde, so hebt es die Begründung weiter hervor, „nie ausgestellt, sondern eingehegt und in den einzelnen Spiel-Zutaten genau abgemessen, um jede aufdringliche Opulenz und aufgeschäumte Schaustücke zu vermeiden“. Nicht zuletzt werde – wenn auch rarer – die Kunst ironischer Brechungen und komödiantischer Elemente eingesetzt, immer in feiner Ziselierung.

 

Bei dieser auch klar auf die „Autorität des Könners“ setzenden Meisterschaft sei es „kein Wunder, dass die erste Schauspielerriege sich mit eben so viel Respekt wie Lust Geschonnecks zugewandter Animation und seiner handwerklichen Sicherheit anvertraut und daraus gesteigerte Spiel-Räume gewinnt: von Iris Berben bis Axel Milberg, von Conny Froboess bis Jan Josef Liefers, von Martina Gedeck bis Ulrich Tukur.“

 

Die Anfangsjahre von Geschonnecks Regiearbeit waren stark von Krimireihen wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ bestimmt, bevor er sich immer stärker Einzelstücken widmete. Zu den bekanntesten seiner bald 50 Filmtitel gehören „Der Mörder und sein Kind“, „Angst hat eine kalte Hand“, „Jenseits der Liebe“, „Die Tote am Deich“, „Mord am Meer“, „Duell in der Nacht“ und zuletzt „Tod einer Polizistin“. Für den Politthriller „Die Nachrichten“ und das Psycho-Kammerspiel „Liebesjahre“ wurde Geschonneck 2006 und 2012 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

 

Matti Geschonneck, geboren 1952 in Potsdam als Sohn des Schauspielers Erwin Geschonnek und der Schauspielerin Hannelore Wüst, studierte am Eisenstein-Institut in Moskau vier Jahre Regie. Weil er sich von Wolf Biermann nach dessen Ausbürgerung aus der DDR nicht distanzierte, wurde er vom Studium abberufen und ihm der Wechsel in die damalige Bundesrepublik nahegelegt. Hier arbeitete er zunächst als Regieassistent, so bei Eberhard Fechner, bevor der Anfang der 90er Jahre selbst Regie führte. Außer den Fernseharbeiten drehte er zwei Kinofilme: „Moebius“ und „Boxhagener Platz“.

 

Die Besondere Ehrung im Rahmen des Grimme-Preises wird vom Stifter dieser Fernsehauszeichnung, dem Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV), verliehen. Sie wird laut Statut Persönlichkeiten zugesprochen, die sich in herausragender Weise um das Fernsehen verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern der letzten Jahre gehören Elke Heidenreich, Iris Berben, Klaus Doldinger, Alexander Kluge, Thomas Gottschalk und Hannelore Hoger.

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29. Januar 2013

Nominierungen zum 49. Grimme-Preis 2013 bekanntgegeben

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„Ansehnliches und Diskussionswürdiges“

Das Grimme-Institut hat heute in Düsseldorf die Nominierungen zum 49. Grimme-Preis 2013 bekanntgegeben. Von insgesamt 807 Einreichungen und Vorschlägen können sich 57 Produktionen Hoffnung auf eine Auszeichnung bei der Preisgala am 12. April in Marl machen.

„Wie gewohnt gibt es eine Reihe von Spitzenproduktionen bei der Fiktion, in der Information durchaus eine Reihe von Sendungen mit Klasse bei ziemlich viel Masse, und in der Unterhaltung einiges, was gegen den Strich gebürstet ist“, so der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. „Das Fernsehjahr 2012 bot eine ganze Menge Ansehnliches und Diskussionswürdiges.“

Im Wettbewerbskontingent „Information und Kultur“ sind 23 Produktionen im Rennen um einen Grimme-Preis. Unter anderem wurden „Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel“ (ZDF), „Arbeit Heimat Opel“ (WDR), „Kolumbiens Trauma“ (ZDF/ARTE) sowie „Propaganda, Hass, Mord – Die Geschichte des rechten Terrors in Europa“ (MDR/ARTE) für eine Auszeichnung nominiert. Auch Jakob Augstein und Nikolaus Blome gehören für ihr gleichnamiges Format bei Phoenix dazu. Hoffnungen auf eine Spezial-Auszeichnung als bester Dokumentarfilmer des Fernsehjahres 2012 kann sich Eric Friedler machen, der mit „Der Sturz – Honeckers Ende“, „Charly Graf – Ein deutscher Boxer“ und „Nichts als die Wahrheit – 30 Jahre Die Toten Hosen“ (alle NDR) drei viel beachtete Dokumentationen gestaltet hat.

„Erfreulich, dass Information und Kultur bei den Einreichungen und Vorschlägen ein Rekordjahr verzeichneten, und ebenso erfreulich ist das breite Spektrum an Themen und Bearbeitungsformen“, erklärte Grimme-Direktor Uwe Kammann in Düsseldorf zu dieser Kategorie.

22 Produktionen wurden von der Grimme-Kommission im Kontingent „Fiktion“ für einen Preis nominiert. Darunter finden sich neben anderen „Zappelphilipp“ (BR), „Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie“ (NDR), „Polizeiruf 110 – Schuld“ (BR) sowie „Das Ende einer Nacht“ (ZDF). Als Serien- und Mehrteiler sind unter anderem „Aufschneider“ (ARTE/ORF) und „Deckname Luna (ZDF) nominiert. Anke Greifeneder (TNT) und Quirin Berg (Wiedemann & Berg) können sich mit „Add A Friend“ (glitz) neben den Machern von „Hänsel und Gretel“ (rbb/SR) Hoffnungen auf einen Grimme-Preis machen.

Uwe Kammann: „Zu bedauern ist in der Fiktion ein Schwächeln der Serien, während viele Einzelstücke wieder glänzen. Eine Überraschung: das frische Konzept bei der ersten eigenproduzierten Serie im Bezahlfernsehen, ‚Add A Friend‘ bei TNT“.

Chancen auf einen Grimme-Preis in der Kategorie „Unterhaltung“ haben insgesamt 12 Formate, darunter „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (RTL), „Die Wiwaldi Show“ (WDR), „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt“ (ProSieben) sowie „Ausflug mit Kuttner“ (SWR/EinsPlus). Die WDR-Serie „Mord mit Aussicht“ kann neben anderen einen Grimme-Preis für Serien und Mehrteiler gewinnen. Günther Jauch wurde für seine herausragende Leistung in der „Wer wird Millionär?“-Ausgabe (RTL) vom 24. September 2012 nominiert, in der er im Zusammenspiel mit einem Kandidaten vom üblichen Ablauf komplett abweicht.

„In der Unterhaltung wurde das mögliche Kontingent für die Endjury nicht ganz ausgeschöpft, schlicht, weil es an ausreichend Neuem, Besonderem und Weiterentwickeltem fehlte“, so Grimme-Direktor Uwe Kammann. „Aber die Jury wird sich über Überraschungen in ihrem Korb freuen dürfen.“

Das Grimme-Institut gibt am 27. März 2013 bekannt, welche Produktionen mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet werden. Die 49. Grimme-Preisverleihung findet am 12. April 2013 im Theater der Stadt Marl statt.

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29. Januar 2013

Ruhrfestspiele 2013: Aufbruch in die Moderne mit Nina Hoss

 

In der deutschsprachigen Literatur und Dramatik gilt sie als eine der spannendsten schöpferischen Epochen: die Geburt der Moderne. Sie umfasst die Schaffensperiode vom Wilhelminischen Zeitalter und dem Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik bis hin zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Aufeinanderprallen von Euphorie und Ängsten erscheint diese Epoche wie eine einzige Explosion – der Ideen und Wissenschaften, der Theorien und Stile, der Triebe und Leidenschaften. Unter dem Motto Aufbruch und Utopie stehen vom 1. Mai bis 16. Juni 2013 Werke der bedeutendsten Vertreter dieser Epoche im Mittelpunkt der Ruhrfestspiele: darunter Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler, Frank Wedekind, Thomas Mann, Carl Sternheim, Franz Kafka, Hans Fallada, Bertolt Brecht und Ödön von Horváth. In ihrer Bandbreite bie¬ten die Produktionen faszinierende Einblicke in die verschiedenen Strömungen dieser Zeit. Zugleich vergegenwärtigen sie uns die Parallelen zum Jahr 2013. Ganze einhundert Jahre später scheint so vieles noch – oder wieder – im Aufbruch zu sein, im Spannungsverhältnis zwischen Realität und Utopie.

Eröffnet werden die diesjährigen Ruhrfestspiele mit „Hedda Gabler“ von Henrik Ibsen, den man fast als einen der „Geburtshelfer“ der Moderne bezeichnen darf. Der gleichnamigen Hauptfigur wird die vielfach preisgekrönte Film- und Theaterschauspielerin Nina Hoss Leben einhauchen. Es folgen Hauptmanns „Rose Bernd“ in einer Inszenierung von Frank Hoffmann, Wedekinds „Frühlings Erwachen“, Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (mit Angela Winkler) und „Ein Fräulein wird verkauft“, Manns bzw. Mahlers „Tod in Venedig/Kindertotenlieder“ (mit Josef Bierbichler), Schönherrs „Der Weibsteufel“ (mit Birgit Minichmayr und Tobias Moretti) Falladas „Kleiner Mann was nun?“ und „Der Trinker“ (mit Samuel Finzi), Sternheims „Die Hose / Bürger Schippel“, Kaisers „Gas“, Brechts „Die Kleinbürgerhochzeit“ und Schnitzlers „Anatol“. „Wer ist die Waffe, wo ist der Feind“ heißt die Uraufführung von Oliver Bukowski, ein Auftragswerk der Ruhrfestspiele, das inmitten der spannungsgeladenen Jugendbewegung des Jahres 1913 spielt.

Die Reihe der Uraufführungen sowie zwei weitere ungewöhnliche Projekte finden in der Halle König Ludwig 1/2 an der Alten Grenzstraße ein neues Zuhause. Nicht nur ist die Zeche in ihrer ehemaligen Bergbaufunktion eng mit der Ruhrfestspielgeschichte verwoben, auch mit dem diesjährigen Festspielthema ist sie historisch verbunden: Denn 1889 – zur Geburtsstunde der Moderne – wurde unweit von Schacht 1 der Schacht 2 abgeteuft. Hier findet im Rahmen des Festivals der Uraufführun¬gen das diesjährige Gewinnerstück des Kleistförderpreises „Brandung“ von Maria Milisavljevic eine faszinierende Kulisse.

Mit „Red Giselle“ präsentiert das international gefeierte Eifman State Academy Ballett St. Petersburg hochkarätiges Tanztheater, die artistischen Produktionen „Popcorn Machine“ und „Cirkopolis“ lassen ihr Publikum eintauchen in eine atemberaubende Welt aus Akrobatik und Tanz. Die „Alpensinfonie“ nimmt die Besucher dank groß projizierter Bildimpressionen von Tobias Melle mit auf eine überwältigende Reise für Auge und Ohr durch die Berchtesgadener Alpen. Der alte Theatermagier Peter Brook kreiert ein unbekannteres Werk von Beckett, und die neuen Stimmen in unserer prominenten Lesereihe wie Harry Rowohlt, Hannelore Hoger, August Zirner, Corinna Harfouch und Sophie Rois ziehen die Zuhörer mitten hinein in die Zeiten des Aufbruchs.

Um Kinder und Jugendliche für das Theater zu begeistern, haben die Ruhrfestspiele ihr Programm für ihre jungen Besucher in diesem Jahr noch erweitert. Von „Uno a uno – Ein Spiel für zwei“ für Kinder ab 2 Jahren bis „Neun Leben“ für Jugendliche ab 13 Jahren ist für alle Altersgruppen etwas dabei. Darüber hinaus vereint „Sommer 13“ eine große Bandbreite von Jugendprojekten, die um das diesjährige Festspielthema kreisen.

Im sogenannten EntertainTent (vormals Theaterzelt) wird 2013 auch das Unterhaltungsprogramm der Ruhrfestspiele erweitert. Elf Kabarettisten nehmen den politischen und gesellschaftlichen Status Quo unter die Lupe – und aufs Korn. Anschließend übernehmen zehn weitere Künstler das Zelt – ob in Form von mitreißender Musik oder kurzweiligem Schauspiel.

Auch das FRiNGE Festival wühlt auf, bewegt und überrascht sein Publikum! 2012 verdoppelte sich die Zahl der Besucher! Das zeigt: FRiNGE ist nicht nur „off“(-Festival), sondern auch „in“ – und innovativ! Vom 21. Mai bis 8. Juni 2013 zeigen 25 Ensembles in insgesamt 135 Aufführungen, wie kleine Räume zu großen Bühnen werden können! Darunter 13 Gruppen, die unserem internationalen Bewerbungsaufruf gefolgt sind und aus 200 Solokünstlern und Ensembles aus 32 Ländern ausgewählt wurden. Drei Wochen lang belebt das FRiNGE Festival zwei FRiNGEZELTE im Stadtgarten, ein Foyer der Sparkasse Vest, eine Kneipe und einen Rohbau in der Recklinghäuser Innenstadt.

Und zum Finale dürfen sich die Besucher am 15. Juni auf ein FANTASTISCHES Abschlusskonzert freuen!

Mit 100 Produktionen und 318 Aufführungen in sechzehn Spielstätten sprengen die Ruhrfestspiele 2013 die Programme der Vorjahre! Und DAS ist keine Utopie!

 

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