Archive for Juli 15th, 2012

15. Juli 2012

TextilWerk Bocholt: „Einer der attraktivsten Textilstandorte in Europa“

LWL-Industriemuseum wird Ankerpunkt auf der Europäischen Route der Industriekultur

 Industriegeschichte in Europa hat viele Gesichter, aber einen gemeinsamen Namen: ERIH. Hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich die „European Route of Industrial Heritage“. Orte von besonderer historischer Wichtigkeit und hoher touristischer Attraktivität werden zu Ankerpunkten der Hauptroute. Bislang waren dies 77, jetzt kommt ein 78. hinzu: das TextilWerk Bocholt. Das Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat  offiziell die Ernennung zum ERIH-Ankerpunkt erhalten.

„Ausschlaggebend für die Nominierung Bocholts war die Erweiterung des Textilmuseums um die historische Spinnerei Herding mit hochwertiger Ausstellungskonzeption und -architektur, vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, gelungener Präsentation der regionalen Textilgeschichte und hoher touristischer Attraktivität. Diese Kombination macht das Haus aus unserer Sicht zu einem der attraktivsten Textilstandorte in Europa“, erklärt Andreas Kuchajda. Der Schatzmeister des Netzwerks wird gemeinsam mit Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums, und Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp am Donnerstag ein Schild an der Spinnerei des TextilWerks anbringen, das den Standort als ERIH-Ankerpunkt ausweist.

„Das ist eine tolle Auszeichnung für uns und eine Bestätigung unseres Konzeptes eines Forums für Textilkultur, das deutlich über die Region hinausweist“, freut sich Museumsdirektor Dirk Zache.

Hintergrund ERIH
ERIH ist ein europäisches Netzwerk, das sich die touristische Vermarktung von Industriekultur in Europa zur Aufgabe gemacht hat. Aktuell sind im viersprachigen Internetportal http://www.erih.net über 850 Standorte in 32 europäischen Ländern gelistet. Zu ihnen gehören 78 Ankerpunkte der virtuellen ERIH-Hauptroute. Zehn Europäische Themenrouten, 15 Regionale Routen und über 100 Biographien von Persönlichkeiten, die die Industrialisierung Europas beeinflusst haben, geben vertiefende Einblicke.

Das Netzwerk wird ständig erweitert. Ziel ist es, ein stärkeres Bewusstsein für die europäische Industriekultur zu schaffen. Fachleuten bietet ERIH eine Plattform für den Austausch und entwickelt gemeinsame Vermarktungsideen. So wird bei der diesjährigen ERIH-Konferenz im September in Amsterdam über eine „Europäische Nacht der Industriekultur“ diskutiert.

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15. Juli 2012

Greenpeace, Undichter Ölbohrturm in Hamburg

 

In 40 Städten protestieren am  14.7.2012  Greenpeace-Aktivisten gegen die geplanten Ölbohrungen von Shell in der Arktis. Am Hamburger Dammtor-Bahnhof haben die Greenpeacer ein drei Meter hohes Modell eines Ölbohrturms aufgebaut, aus dem eine schwarze Flüssigkeit sprudelt und das darunterliegende Eis verschmutzt. Dies könnte bald Wirklichkeit werden, wenn Shell mit seinen geplanten Ölbohrungen in der Arktis beginnen sollte.

Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Shell-Tankstelle am Bahnhof Hamburg Dammtor

  • Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Shell-Tankstelle am Bahnhof Hamburg Dammtor

Auf auf den Bannern der Aktivisten ist zu lesen: Shell raus aus der Arktis! Sie verteilen an Passanten Informationsmaterial und sammelen Unterschriften für die Petition „Save the arctic“, die seit dem 21. Juni 2012 läuft. Das Ziel ist rund eine Million Unterschriften für den Schutz der Arktis.

Shell schickte kürzlich ein Bohrschiff, eine Ölplattform und Spezialschiffe in den hohen Norden, wo sie in wenigen Tagen ankommen sollen. Vor der Küste Alaskas will der Konzern im August mit den Bohrungen beginnen. Sollte es dabei zu einem Unfall kommen, hätte dies katastrophale Folgen für die ganze Region. Shell setzt mit seinen Plänen das Überleben der Arktis aufs Spiel. Wenn wir die Pläne von Shell nicht stoppen, wird eine der letzten unberührten Regionen dieser Erde von der Ölindustrie ausgebeutet, sagt Martin Hofstetter von Greenpeace.

Keine Methoden um möglichen Ölunfall zu stoppen

Die niedrigen Temperaturen in der Arktis, sowie die extremen Wetterbedingungen und die kurzen Sommermonate machen das Bohren nach Öl zu einem unberechenbaren Risiko. Laut Experten gibt es bisher noch keine Methode, wie man einen möglichen Ölunfall in dieser Region beherrschen könnte.

Vom Öltanker-Unfall Exxon Valdez vor Alaska sind heute, rund 23 Jahre später, immer noch Ölrückstände in den Kiesstränden der Küste zu finden. Damals liefen40.000 Tonnen Rohöl aus dem Schiff und verschmutzten rund 2.000 Kilometer der Küste schwer. Hunderttausende Tiere starben bei der Katastrophe, welche auch bei den Bohrungen von Shellpassieren und ein ähnliches Ausmaß mit sich bringen könnte.

Shell startet den Run in die Arktis

Sollte Shell bei den Bohrungen in diesem Sommer Öl in der Arktis finden, werden andere internationale Öl-Konzerne nachziehen und mit Milliardeninvestitionen ebenfalls in die Arktis gehen. Laut Experten sind ungefähr 90 Milliarden Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Öl unter dem Meeresboden der Arktis zu finden. Diese Menge an Öl würde den jetzigen Weltverbrauch für ungefähr drei Jahre decken.

Ob es sich lohnt die Gefahr einer Umweltkatastrophe für diese Menge in Kauf zu nehmen, ist mehr als fraglich. Hofstetter fordert, dass die Arktis für die Ölindustrie gesperrt wird, denn die Ölkonzerne sehen nur die Milliardengewinne und ignorieren dabei die Warnungen von Experten. Über die Möglichkeit einer eintretenden Naturkatastrophe und die Zerstörung einer noch unberührten Region, wird von den Ölkonzernen einfach hinweggesehen.

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