Archive for Juli 10th, 2012

10. Juli 2012

Dokumentationsstelle zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland

Bundestagspräsident Lammert eröffnet Expertenrunde im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

 

Als „Brücke der Verständigung“ und „wichtigen Schritt auf dem gemeinsamen Weg in eine gemeinsame Zukunft“ bezeichnete Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert am Dienstag (10.7.) zum Auftakt einer Expertenrunde in Dortmund die geplante Dokumentationsstelle zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland. 60 Vertreter polnischer Organisationen in Deutschland und Experten aus Kultur, Wissenschaft und Politik diskutieren im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern zwei Tage lang über die Machbarkeitsstudie für das neue Zentrum.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die Studie mit maßgeblicher Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) erstellt. Sie ist Bestandteil des Programms der Zusammenarbeit, das die Parlamente der beiden Staaten 2011 zum 20. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags beschlossen haben. Eingerichtet werden soll die Dokumentationsstelle im „Polnischen Haus“ in Bochum, dem Sitz des Bundes der Polen in Deutschland.

Ziel der geplanten Dokumentationsstelle ist es, die Orte der wechselvollen Geschichte und vielfältigen Kultur der Polen in Deutschland sichtbar zu machen, ein neues Bewusstsein für deren Bedeutung im europäischen Kontext zu schaffen und ein Forum für den Austausch über Erinnerung, Geschichte, Identität und Kultur herzustellen. Zentrales Medium wird ein digitaler „Atlas der Erinnerungsorte“, der in einem Internetportal bereitgestellt wird. Das Portal soll darüber hinaus die Informationen zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland bündeln und dabei die Möglichkeiten der digitalen sozialen Netzwerke nutzen.

„Deutschland und Polen haben eine große gemeinsame Vergangenheit. Gerade im Ruhrgebiet, das durch eine erstaunlich starke und erfolgreiche Migration erst entstanden ist, sind die polnischen Einflüsse bis heute prägend und vielerorts sichtbar“, so Lammert weiter. Er betonte darüber hinaus die enorme Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen für das neue Europa.

„Deutsche und Polen bekennen sich zu gemeinsamen Werten und Interessen und haben in Europa gemeinsame Ziele“, bekräftigte auch Krzysztof Miszczak, Direktor im Büro des Bevollmächtigten des polnischen Ministerpräsidenten für den internationalen Dialog. Trotz dieser Grundlagen sei das Wissen um die gemeinsame Geschichte und Kultur jedoch oft noch lückenhaft. Die Dokumentationsstelle, so hofft er, schließe diese Wissenslücke durch „Erfassen, Erforschen und Informieren“.

Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel sieht in der Dokumentationsstelle eine „entscheidende Wegmarke“. „Geschichte ist wichtig für eine gemeinsame Zukunft“, erklärte die Abteilungsleiterin beim BKM. Es freue sie besonders, dass nur ein Jahr nach den politischen Beschlüssen die polnischen Gruppen und deutschen Partner das Projekt jetzt gemeinsam umsetzten. Das BKM hatte die Machbarkeitsstudie wesentlich begleitet und bereits im Vorfeld einen intensiven Dialog zwischen den Vertretern von polnischen und deutschen Institutionen und Verbänden initiiert.

Als Träger der Dokumentationsstelle schlägt die Studie den LWL vor. „Wir sind dem BKM sehr dankbar für die Unterstützung. Der Landschaftsverband bringt als großer Kulturträger seine Erfahrung und Kompetenz gerne in dieses Projekt ein. Im Industriemuseum beschäftigen wir uns seit Jahren mit dem Thema Migration. Der deutsch-polnische Austausch ist dabei ein Schwerpunkt. Mit Ausstellungen und Veranstaltungen haben wir am Standort Zeche Hannover in Bochum in den letzten Jahren hier Akzente gesetzt. Inhaltlich wie räumlich bietet sich hier eine Kooperation an“, erklärte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

Auch Marek Wójcicki, Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland e.V., sieht in dem Dokumentationszentrum einen wichtigen Baustein für die gemeinsame Zusammenarbeit, wies jedoch darauf hin, dass dies erst der zweite von insgesamt 14 Punkten aus dem beschlossenen Programm sei: „Es liegt noch ein langer Weg vor uns.“

Autor der Studie ist Dr. Jacek Barski. Der in Breslau geborene Kulturwissenschaftler und Museumsexperte lebt seit 1981 in Deutschland und ist seit vielen Jahren im Bereich deutsch-polnischer Kulturprojekte tätig.

Hintergrund

In Deutschland leben heute mehr als zwei Millionen Menschen mit polnischer Muttersprache und polnischer Identität. Beide Völker können auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück blicken. Sie ist geprägt von Phasen des Kriegs, der Verfolgung und des Leids, aber vor allem auch vom friedlichen Zusammenleben, guter Nachbarschaft sowie vielfältigen kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen.

Die Polen in Deutschland haben wesentlich zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beigetragen. Neben gegenseitigen Beeinflussungen in Musik, Literatur und Politik vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert ist vor allem der Beitrag der polnischen Zuwanderer zu erwähnen, die Ende des 19. Jahrhundert als Landarbeiter und Industriearbeiter nach Deutschland kamen. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs lebte mehr als eine halbe Millionen Menschen polnischer Herkunft und polnischer Muttersprache im Ruhrgebiet. Sie arbeiteten dort nicht nur in Zechen, Eisenhütten und Stahlwerken und trugen damit zum Aufbau und Wohlstand des Landes bei, sondern etablierten in Bochum, im Herzen des aufstrebenden Ruhrgebiets, ein Zentrum der polnischen Verbände, Banken, Verlage und Vereine, das ins gesamte Deutsche Reich ausstrahlte.

Trotz des Wegzugs von zwei Dritteln der so genannten Ruhr-Polen aus dem Revier nach Wiedererstehen des polnischen Staates konnte Bochum als Zentrum der Polen bis 1939 seine Bedeutung erhalten.

Mit dem Überfall auf Polen, der Verschleppung und Vernichtung wurden in vielen Teilen Deutschlands die Wurzeln des gedeihlichen Zusammenlebens, des kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs zerschlagen. Die polnischen und deutschen Grenzverschiebungen und die Einbindung in unterschiedliche politische und militärische Bündnissysteme nach dem Zweiten Weltkrieg haben lange Zeit die Annäherung und Versöhnung der beiden Völker erschwert. Mit dem Aufbruch zur Demokratisierung der Ostblockstaaten, der Anfang der 1980er Jahre von Polen ausging, der endgültigen Bekräftigung der Grenzen und dem Vertrag zur guten Nachbarschaft und freundschaftlichen Zusammenarbeit haben beide Staaten 1991 die Weichen für die gemeinsame Zukunft in einem zusammenwachsenden Europa gestellt.

In der Phase des politischen Umbruchs sind hunderttausende Menschen aus Polen nach Deutschland gekommen. Im Gegensatz zu anderen Gemeinschaften von Zuwanderern tritt die Präsenz der Polen in Deutschland jedoch oft nur zurückhaltend in Erscheinung. Ihr weitreichender Beitrag zu einem gemeinsamen kulturellen Erbe, ihre Bedeutung für die Entwicklung und kulturelle Vielfalt in Deutschland ist daher vielen nicht bewusst.

Die Orte der wechselvollen Geschichte und vielfältigen Kultur der Polen in Deutschland sichtbar zu machen und ein Forum für den Austausch über Erinnerung, Geschichte, Identität und Kultur herzustellen ist, das Ziel der geplanten Dokumentationsstelle zur Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland.

 

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10. Juli 2012

Ärgern Sie sich öfter über unerwünschte Werbung im Briefkasten?

Widerspruch zwecklos: Meldeämter sollen zukünftig Ihre Adresse an Datenhändler verkaufen dürfen – ohne dass Sie das verhindern können. Doch noch kann und muss der Bundesrat diese Regelung stoppen. Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell!

Ärgern Sie sich öfter über unerwünschte Werbung im Briefkasten? Fragen Sie sich dann auch, woher die Werber Ihre Adresse haben? Künftig könnte es darauf eine einfache Antwort geben: von Ihrer örtlichen Meldebehörde! Still und leise, im Schatten von Eurorettung und Europameisterschaft, hat Schwarz-Gelb im Bundestag eine Neuregelung des Meldewesens beschlossen, die den Datenschutz faktisch aufhebt. Meldebehörden sollen Adressdaten an Werbetreibende und Adresshändler verkaufen dürfen – ohne dass Sie das verhindern können.

Doch noch ist das Gesetz für die Werbewirtschaft zum Glück nicht in Kraft: Erst müssen die Länder im Bundesrat mehrheitlich zustimmen. Bislang haben sie sich dazu noch nicht eindeutig positioniert. Mit einem Online-Appell fordern wir die Ministerpräsident/innen auf, die Regelung im Bundesrat zu Fall zu bringen.

Unterzeichnen Sie jetzt den Appell an die Ministerpräsident/innen!

Ursprünglich sollten die Rechte der Bürger/innen mit der Neuregelung gestärkt werden. Doch dieses Ziel wurde genau ins Gegenteil verkehrt. In letzter Minute haben Abgeordnete von Union und FDP die kritischen Änderungen in den Gesetzesentwurf eingeschleust. Sie schwächen den Datenschutz gleich doppelt: War zunächst vorgesehen, dass Daten nur nach ausdrücklicher Einwilligung weitergegeben werden dürfen, sollen sie nun grundsätzlich herausgegeben werden können – es sei denn, man hat der Weitergabe im Voraus aktiv widersprochen.

Aber selbst dieser schwache Schutz bleibt praktisch ohne jeden Wert. Werden die Daten zur Bestätigung oder Berichtigung bereits vorhandener Daten angefragt, soll der Widerspruch nicht gelten. Da man für eine Melderegister-Auskunft jedoch stets bereits vorhandene Daten benötigt, greift dieser Fall faktisch immer. Für Adress-Händler ist diese Neuregelung Gold wert: Bislang kamen sie nur über illegale Umwege an die Daten heran. Wieder einmal haben die Lobbyisten der Adressfirmen dafür gesorgt, dass eine geplante datenschutzfreundliche Regelung in ihr Gegenteil verkehrt wurde.

Im September entscheidet der Bundesrat voraussichtlich über das Gesetz. Bis dahin wollen wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, dem Datenschutz- und Bürgerrechtsverein FoeBuD e.V., mindestens 100.000 Unterschriften sammeln und sie den Ministerpräsident/innen im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Aktion überreichen. Schützen Sie Ihre Adresse vor den Datenhändlern und machen Sie mit – jede Unterschrift zählt!

Appell unterzeichnen!

Mehr Informationen im 5-Minuten-Info…

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10. Juli 2012

Marler Ferienspaß: Abenteuer ohne Grenzen!

Marler Ferienspaß: Abenteuer ohne Grenzen! Foto:Helix2012/fotolia.de

Endlich Sommerferien: die Schultasche in die Ecke stellen, Bücher und Hefte wegpacken und morgens lange schlafen. Für alle Stadtindianer, die auch zu Hause Abenteuer erleben wollen, gibt es zum 20. Geburtstag des kleinen Marler „Ferien-Drachen“ eine bunte Auswahl an Sportangeboten, Mitmachaktionen und Tagesausflügen: Von Piratenabenteuer im Legoland, über waghalsige Touren im Hochseilgarten bis hin zu Zoobesuchen. Hier ist für jeden Stadtindianer etwas dabei!

Beim Fotoworkshop im Intercent an der Bergstraße erlernen Kinder und Jugendliche unter Anleitung nicht nur das Fotografieren sondern auch den sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook (6.-8.8.). Und wer immer schon mal erleben wollte, welche Abenteuer Piraten und Dschungelforscher im Legoland in Duisburg erleben – beim Ferienspaß gibt es die Antwort. Natürlich werden auch wieder Tagesausflüge zu Zoos oder Hochseilgärten veranstaltet. Daneben stehen noch zwei neue „Kulturrucksack“-Projekte sowie zahlreiche weitere Spiel- und Sportangebote auf dem Plan.

Hier geht’s zum Ferienspaß-Programm

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10. Juli 2012

So sieht’s die Maus: Olympia und das alte Rom


Sommerferien im LWL-Römermuseum

Endlich da: die Sommerferien und die Maus. Vom 10. Juli bis 26. August 2012 bringt der orangefarbene Fernsehstar mit dem charmanten Augenklappern sein geballtes Wissen mit ins LWL-Römermuseum in Haltern am See. Hier stellt die Maus ihr Know-how den römischen Originalfunden gegenüber und sorgt für Ferienstimmung.

Ein Höhepunkt ist sicher der eigens geschaffene Olympia-Raum mit 2.000 Jahre alten griechischen Funden und einem rund 20 Quadratmeter großen Modell der antiken Wettkampfstätten. Fernsehautor Armin Maiwald ließ es speziell für ein Olympia-Special des WDR anfertigen, in dem er die antiken Spiele erklärt und das nun auch im Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf Großleinwand zu sehen ist.

Für die Dauerausstellung stellten Maiwald und weitere Leihgeber originale Requisiten aus 17 verschiedenen „Sendungen mit der Maus“ zur Verfügung. Filme, Mitmach-Stationen, große und kleine Modelle vermitteln einen Eindruck vom alten Rom und lassen die Erlebnisse der Römer in Germanien wieder lebendig werden. Dabei dürfen natürlich auch 15.000 Mini-Römer, kleine Spielzeugfiguren aus dem TV-Beitrag über die Varusschlacht, nicht fehlen.

Und auch über die Entstehungsgeschichte der „Sendung mit der Maus“ erfahren Besucher einiges. Was braucht es eigentlich, um die bekannten Filmbeiträge über die Entstehung von Kochtöpfen, Hämmern, Cremes und anderen Dingen des Alltags zu drehen? Und wie sahen all diese Dinge bei den Römern aus? „Besonders fasziniert hat mich einer der Druckbleistifte von Friedrich Streich. Über 20 Jahre hat er damit die Maus gezeichnet und dabei den Kunststoff fast bis auf die Mine abgenutzt – da sieht man die Passion, die dahinter steckt“, berichtet Projektleiterin Renate Wiechers. Plakate aus verschiedenen Jahren zeigen den Wandel, den die Maus und ihre typischen Posen und Utensilien durchlaufen haben.
Ein Begleit-Programm nimmt sechs Wochen lang große und kleine Maus-Freunde mit in die Zeit des alten Rom und zu den antiken Wettkampfstätten.

Begleit-Programm:
15.7., 22.7., 29.7., 5.8., 12.8. ,19.8. und 26.8.2012, jeweils um 14 Uhr
„Legionäre aus der Sendung mit der Maus verschwunden!“

Öffentliche Führung für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren durch die Sonderschau. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt.

29.7., 15.30 bis 17.30 Uhr
„Mögen die Spiele beginnen“

Die Fitness wird beim antiken Weitsprung mit Gewichten auf die Probe gestellt. Außerdem machen kleine Römer eine Probefahrt im Streitwagen – gezogen werden sie von ihren eigenen Eltern!

5.8., 15.30 bis 17.30 Uhr
„Möge der Bessere gewinnen“

Hoch hinaus geht’s beim antiken Speerwurf. Ins Schwitzen kommen Eltern bei der Probefahrt im Streitwagen – wenn sie ihren Nachwuchs eigenhändig ziehen.

12.8., 15.30 bis 17.30 Uhr
„Eine Vase für den Sieger“

Interessierte gestalten sich ihre eigene Siegervase nach antikem Vorbild. Materialkosten 2 €.

14. 8. bis 17. 8., jeweils von 10 bis 12.30 Uhr oder wahlweise von 14 bis 16.30 Uhr
„Dabei sein ist alles“

Viertägiger Ferienworkshop für kleine Sportler zwischen acht und 12 Jahren. Kosten inklusive Eintritt: 40 €. Eine Anmeldung ist unter Tel. 02364 / 9376-0 während der Öffnungszeiten des Museums erforderlich.

Das ausführliche Programm gibt es im Internet unter http://www.lwl-roemermuseum-haltern.de.

Sommerferien-Aktion „So sieht’s die Maus: Olympia und das alte Rom“
10. Juli bis 26. August im LWL- Römermuseum Haltern

LWL-Römermuseum, Weseler Str. 100, 45721 Haltern am See

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