Archive for Juli 3rd, 2012

3. Juli 2012

„Deutsche Luftverkehrsteuer –Weiterentwickeln statt abschaffen!“

 

Berlin, 03.07.2012: Nach Vorlage des Evaluierungsberichts der Bundesregierung zur Luftverkehrsteuer fordern Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Evangelische Entwicklungsdienst, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), Germanwatch, Greenpeace und WWF Deutschland den Ausbau der deutschen Luftverkehrsteuer zu einem Instrument des Klimaschutzes.

Basierend auf den Ergebnissen des Evaluierungsberichts wird sich nun der Deutsche Bundestag mit der Zukunft der Luftverkehrsteuer befassen müssen. Mit Blick auf das Drängen des Bundesverbandes der Deutschen Luftfahrtwirtschaft (BDL) die Luftverkehrsteuer abzuschaffen, hat das Bündnis aus Umwelt– und Entwicklungsorganisationen die TU Chemnitz gebeten, die volkswirtschaftlichen Effekte der Luftverkehrsteuer in einem Gutachten zu überprüfen.

Das Gutachten der TU Chemnitz zeichnet ein anderes Bild der Auswirkungen der Luftverkehrsteuer als das des BDL: Weder ein Rückgang der Passagierzahlen noch eine Abwanderung zu Flughäfen im Ausland aufgrund der Luftverkehrsteuer sind nachweisbar. Auch stellt die Steuer keine Bedrohung für Arbeitsplätze dar. Das Gutachten belegt dagegen überzeugend einen längerfristigen Veränderungstrend in der deutschen Flughafenlandschaft: weg von kleinen und subventionierten Flughäfen mit einem hohen Anteil an Billigfliegern und zwar unabhängig davon, ob diese Flughäfen in Grenznähe liegen oder nicht. „Dieser Trend ist einerseits logisch, weil niemand wegen nur acht Euro Mehrkosten vom Ausland abfliegt, und andererseits erfreulich, weil dadurch national die Umsetzung eines klimafreundlicheren Flughafenkonzepts erleichtert wird,“ kommentiert Dr. Werner Reh, Verkehrsexperte des BUND, dieses Ergebnis des Gutachtens. Auch nach Einführung der Luftverkehrsteuer und der Einbeziehung des Flugverkehrs in den europäischen Emissionshandel seit Januar 2012 wird der Luftverkehr in Deutschland noch immer mit 11,5 Milliarden Euro massiv subventioniert, insbesondere durch die Befreiung des Kerosins von der Mineralölsteuer und die Befreiung internationaler Flüge von der Mehrwertsteuer. Nach Auffassung der Umwelt– und Entwicklungsorganisationen ist die Luftverkehrsteuer daher nur ein erster Schritt zum Abbau der Subventionen für das mit Abstand klimaschädlichste Transportmittel Flugzeug.

Im Flugsektor bestehe dringender klimapolitischer Handlungsbedarf betont Heinz Fuchs, EED Tourism Watch: „Die CO2-Emissionen im deutschen Luftverkehr haben sich seit 1990 verdoppelt und machen die Einsparungen anderer Verkehrsträger zunichte. Und in der Frage globaler Klimagerechtigkeit gegenüber Entwicklungsländern, die verstärkt die Folgen des Klimawandels tragen müssen, besteht solange eine Lücke bis Flugreisende ihre Umweltkosten selbstverständlich selbst tragen.“

Das Bündnis von Umwelt– und Entwicklungsorganisationen fordert daher nicht nur die Beibehaltung der Luftverkehrsteuer, sondern auch deren klimawirksame und gerechte Weiterentwicklung. Dazu empfiehlt das Bündnis eine Anhebung der Sätze der Luftverkehrsteuer bei gleichzeitiger Staffelung nach Entfernung und Sitzklassen. Zugleich sollte die deutsche Luftverkehrsteuer genutzt werden, um europäische Lösungen zum Abbau der Subventionen im Luftverkehr voranzutreiben und damit die dringend benötigte ökologische Lenkungswirkung zu erreichen. Die Einnahmen der Luftverkehrsteuer sollten dem Verursacherprinzip entsprechend verstärkt für die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern eingesetzt werden.

Autor: WWF Deutschland
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3. Juli 2012

Herner Oldies und junge Bergleute

Wochenend-Programm im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

 Zum Auftakt der Schulferien bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am kommenden Wochenende ein vielfältiges Programm in seinem Industriemuseum Zeche Hannover.

Am Samstag, 7. Juli, steht Familien das Kinderbergwerk Zeche Knirps von 14 bis 18 Uhr bei der „Freien Schicht“ zur Verfügung. Während die Kinder unter museumspädagogischer Einleitung Kies schaufeln, Loren ziehen oder rutschen, erfahren die Eltern ab 15 Uhr mehr über die Geschichte der Zeche und des Ruhrgebiets. Auf dem „Wege der Migration“ folgen die Teilnehmer Spuren der Zuwanderer ins Revier.

Am Sonntag, 8. Juli, jährt sich das Treffen der „Herner Oldies“: Zum 10. Mal sind Interessierte eingeladen, auf dem Gelände der Zeche Hannover selbst Oldtimer zu präsentieren oder den schicken Fuhrpark einfach zu bestaunen. Von 10 bis 16 Uhr sorgt die Band „The Ordiant“ für musikalische Begleitung. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Standgebühren werden nicht erhoben.

Wer nebenbei noch etwas über die Zeche erfahren will, kann um 12 und 15 Uhr an der kostenfreien Erlebnisführung mit Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine teilnehmen. Auch das Kinderbergwerk Zeche Knirps von 11 bis 18 Uhr offen.

In der Maschinenhalle ist außerdem die Ausstellung „Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet“ geöffnet. Mit Fotos, Interviews und persönlichen Erinnerungsstücken gibt die Schau Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Zuwanderer aus Polen, den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und aus dem ehemaligen Jugoslawien. Im Malakowturm sind dazu Fotos aus dem Ruhrgebiet und aus Oberschlesien zu sehen.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Die Termine im Überblick:

Samstag, 7.7.
14-18 Uhr
„Freie Schicht“ auf dem Kinderbergwerk Zeche Knirps unter museumspädagogischer Anleitung

15-17 Uhr
Geschichts-Tour „Wege der Migration“
Treffpunkt: Zechenvorplatz, Kosten: 2,50 Euro
Anmeldung erwünscht unter 0234 – 61 00 874

Sonntag, 8.7.
10-16 Uhr
„Herner Oldies“, keine Standgebühren, kostenfrei
Weitere Informationen unter: http://www.herner-oldies.de
12 u.15 Uhr
Erlebnisführung mit Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine
Treffpunkt: Zechenvorplatz, kostenfrei
11-18 Uhr

„Freie Schicht“ auf dem Kinderbergwerk Zeche Knirps unter museumspädagogischer Anleitung

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3. Juli 2012

Antibiotikarückstände im Tränkwasser: Massenmedikation in Geflügelställen endlich beenden

Zur  von der nordrhein-westfälischen Landesregierung vorgestellten Untersuchung zu antibiotikabelastetem Tränkwasser in Geflügelställen.

 

Die Tatsache, dass 62 Prozent der Geflügelbetriebe Antibiotikarückstände im Tränkwasser aufweisen, offenbart die Folgen des Gießkannenprinzips bei der Massenmedikation. Gerade in den großen Geflügelbeständen werden Antibiotika massenhaft über das Tränkwasser verabreicht. Dieses System der prophylaktischen Antibiotikazufuhr muss beendet werden.

 

Die Bundesregierung muss endlich Änderungen im Arzneimittelgesetz vornehmen, so dass im Regelfall – und nur bei Krankheit – das einzelne Tier und nicht der gesamte Bestand mit Antibiotika versorgt wird. Das Leitbild muss die Einzeltierbehandlung sein.

Die Praxis der Massenmedikation ganzer Bestände ist unverantwortlich – auch hinsichtlich der immer stärkeren Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen.

 

Leider lässt Bundesministerin Ilse Aigner bis heute nicht erkennen, dass sie das System der massenhaften Antibiotikavergabe an den Wurzeln packen möchte. Sie beschränkt sich weiter auf kosmetische Korrekturen.

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