Archive for Januar, 2011

31. Januar 2011

Erklärung zu Afghanistan: Waffenstillstand und verantwortbarer Abzug statt weiterer Soldaten und Waffe

28.01.2011: Persönliche Erklärung der Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, Lisa Paus, Monika Lazar, Winfried Hermann, Mehmet Kilic, Hermann Ott und Uwe Kekeritz zur Verlängerung von ISAF: Stopp der gezielten Tötungen und der offensiven Kampfhandlungen – Her mit dem Strategiewechsel und Waffenstillstand

Erklärung zu Afghanistan: Waffenstillstand und verantwortbarer Abzug statt weiterer Soldaten und Waffen<a null

Persönliche Erklärung der Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, Lisa Paus, Monika Lazar, Winfried Hermann, Mehmet Kilic, Hermann Ott und Uwe Kekeritz

Wir lehnen eine erneute Verlängerung des ISAF-Mandats der Bundeswehr ab.

Vor einem Jahr weigerte sich die Bundesregierung, in Afghanistan von „Kriegseinsätzen“ der Bundeswehr zu sprechen. Inzwischen reden alle von „Krieg“, sogar die Kanzlerin.

Das ehemals defensive ISAF-Mandat für den Schutz der Regierung und Verwaltung in Kabul und mit dem Auftrag, Waffen nur einzusetzen zum Schutz der Bevölkerung oder zum Eigenschutz in der konkreten Situation, ist von NATO und Bundesregierung pervertiert worden in ein Mandat zum Krieg. Ein Krieg mit immer mehr Soldaten und mit immer mehr Opfern. Unter diesem Mandat wurden im letzten Jahr mehr Menschen getötet und verletzt als jemals zuvor unter dem Kampfmandat enduring freedom. Über 10.000 Zivilisten, Polizisten, Staatsangestellte, Soldaten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen haben ihr Leben verloren.

Die Zahl der NATO-Soldaten wurde um mehr als 30 Prozent auf ca. 140.000 erhöht, die der deutschen auf 5.350 aufgestockt. Die neue Strategie heißt „partnering“: Unter dieser Tarnbezeichnung zieht die NATO Seit an Seit mit Afghanen in Kampfeinsätze, zuweilen auch ohne diese. Großoffensiven in Helmand sowie im Norden, wo die Bundeswehr die Verantwortung trägt, dauern an und sind für Kandahar weiter geplant.

Die US-Streitkräfte verstärken den Offensivkrieg im Rahmen der „Counter Insurgency“ durch extralegale Hinrichtungen in nie gekanntem Ausmaß. Hunderte von Zielpersonen werden Opfer von Kommandooperationen. Immer mehr unbemannte Drohnen werden in Afghanistan und im angrenzenden Pakistan eingesetzt. Die USA verweigern jede nähere Auskunft zu diesen Operationen. Aber nach Medienberichten soll nur etwa ein Drittel der Getöteten zu den Aufständischen gehört haben.

Laut der New York Times gab es 2010 sechsmal mehr solcher Kommando-Operationen. Auch die Bundeswehr unterstützt dies, indem sie Zielpersonen für die Targeting-Listen von ISAF bzw. NATO benennt und nimmt so billigend in Kauf, dass die Gelisteten Opfer von extralegalen Tötungen werden.

Diese Geheimoperationen schüren zusätzlich Hass und Rachegefühle unter der afghanischen Bevölkerung. Sie treiben den Aufständischen immer mehr Kämpfer zu. Sie verhindern Verhandlungslösungen, denn wie soll mit denen verhandelt werden, die von Drohnen gejagt und getötet werden?

Die Bundesregierung stellt zwar eine Verbesserung der Sicherheitslage fest und gibt sich zuversichtlich. Stattdessen wird die militärische Lage jedes Jahr dramatisch schlechter. So werden trotz Großoffensiven aus der Provinz Helmand ein Jahr später schwerste Verluste der NATO gemeldet. Im letzten Monat starben 25 alliierte Soldaten, meist aus den USA. Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan von 2008 bis 2010, Kai Eide, stellte fest, dass aus der „clear – hold -build“-Strategie eine „clear and again clear“-Übung geworden ist. Das heißt: Die Regionen werden nicht gehalten oder gar aufbaut, sondern immer wieder gesäubert. In Marja wurde im Februar 2010 eine NATO-Offensive gestartet, die in drei Monaten erfolgreich beendet werden sollte. Heute steht fest, sie ist gescheitert.

Die deutschen Soldaten können die befestigten Militärlager nur in gepanzerten Wagen und in Konvois für Kampfeinsätze oder Patrouillenfahrten verlassen. Das Ansehen der Deutschen in Afghanistan sinkt rapide, und auch die Bundeswehr wird immer mehr als Besatzer wahrgenommen. Deutsche Hilfsorganisationen meiden deshalb die Nähe zum Militär. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen die sicheren Orte möglichst nur noch in besonders gesicherten Fahrzeugen.

Weiter werden 90 Prozent des Opiums in Afghanistan angebaut, ein immer größerer Teil davon schon im Land zu Heroin „veredelt“ und exportiert. Afghanistan ist auch zum größten Exporteur von Cannabis geworden. So sichern sich Warlords und ehemalige Kriegsfürsten ihre Macht und tragen zur weiteren Destabilisierung des Landes bei.

Die Fortsetzung des Krieges ein, vier oder mehr Jahre ist unverantwortlich. Es spricht nichts für die Zuversicht der Bundesregierung, dass die Sicherheitslage nächstes Jahr besser und in vier Jahren gut ist. Es spricht vieles dagegen, vor allem die Erfahrung der Verschlechterung der letzten Jahre. Jedes weitere Jahr Krieg kann weiteren zehntausend Mensch das Leben kosten.

Und was ist, wenn auch in vier Jahren die Sicherheitslage den Abzug nicht zulässt? Dann sind aber Zehntausende zusätzlich getötet und verletzt worden.

Wir fordern von der Bundesregierung einen wirklichen Strategiewechsel. Dazu muss die Bundeswehr unverzüglich alle militärischen Offensivoperationen und die Beteiligung an Kommandounternehmen stoppen. Sie muss sich auf Notwehr und Nothilfe beschränken. Die Bundesregierung muss zunächst die afghanische Regierung zu Waffenstillstandsvereinbarungen mit allen Aufständischen bewegen, die dazu bereit sind. Solche gab es immer wieder örtlich und regional. Auch die nationale Friedens-Jirga hatte sich bereits im Jahr 2009 bereit erklärt, die Gespräche mit Kommandeuren der Aufständischen in der Provinz Kunduz jederzeit wieder aufzunehmen. Die Verhandlungen zwischen der Regionalverwaltung und den Aufständischen muss unter Beteiligung von VertreterInnen der Zivilgesellschaft über die Zukunft dieser Region und des gesamten Landes geführt werden. Ziel sind Vereinbarungen zur Einhaltung der Menschenrechte und der afghanischen Verfassung, zu verstärkten Aufbauhilfen sowie zum raschen Abzug der Bundeswehr. Alle Finanzmittel, die durch die Einstellung der militärischen Operationen und Reduzierung des Militärs frei werden, werden der Bevölkerung bzw. dort aktiven Nichtregierungsorganisationen (NRO) unter internationaler Aufsicht für den Aufbau zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig muss sich die Bundesregierung bei den NATO-Partnern und in der UNO dafür einsetzen, dass alle militärischen Offensivoperationen, insbesondere die Drohnenangriffe, in Afghanistan sofort eingestellt und Waffenstillstandsvereinbarungen überall regional, in Provinzen und möglichst landesweit mit den Aufständischen und unter Beteiligung der Bevölkerung sowie der Nachbarstaaten für einen raschen Abzug des Militärs getroffen werden. Der von uns geforderte wirkliche Strategiewechsel sowie Bemühungen um ein Ende der Gewalteskalation sind nicht erkennbar.

Immer weiter Krieg zu führen macht keinen Sinn. Deutschland und die NATO müssen wenigstens versuchen, neue Wege zu gehen, da die bisherigen in die Irre geführt haben.

Die Bundeswehr darf keine Unterstützung für gezielte Tötungen und offensive Aufstandsbekämpfung leisten. Das gilt für Afghanistan genauso wie für Pakistan. Die Bundesregierung muss sich für Deeskalation und Waffenstillstände einsetzen, um den Krieg unverzüglich zu beenden.

Der Antrag der Bundesregierung ist zu finden unter: www.dip21.de Bundestagsdrucksachen-Nr.: 17/4402

Persönliche Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages zur namentlichen Abstimmung über den Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO auf Grundlage der Resolutionen 1386 (2001) und folgender Resolutionen, zuletzt Resolution 1943 (2010) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (BT-DRS: 17/4402)

Advertisements
Schlagwörter:
31. Januar 2011

CHRISTIAN STRÖBELE: Ändert endlich die Strategie!

Ändert endlich die Strategie!

Die Rede, die ich für die Grünen im Bundestag halten will, die sie mich 
aber nicht halten lassen. Doch wir können nicht einfach so weitermachen.

Ich lehne eine erneute Verlängerung des Isaf-Mandats der Bundeswehr ab.

Das ehemals fast friedliche Isaf-Mandat für die deutschen Soldaten für
den Schutz der Regierung und Verwaltung in Kabul und mit dem Auftrag,
Waffen nur einzusetzen zum Schutz der Bevölkerung oder zum Eigenschutz
in der konkreten Situation, ist von Nato und Bundesregierung pervertiert
worden in ein Mandat zum Krieg. Krieg mit immer mehr Soldaten und mit
immer mehr Opfern.

Unter diesem Mandat wurden im letzten Jahr mehr Menschen getötet und
verletzt als jemals zuvor unter dem Kampfmandat "Enduring Freedom". Über
10.000 Zivilisten, Polizisten, Staatsangestellte, Soldaten und
Mitarbeiter von Hilfsorganisationen haben ihr Leben verloren. Die Zahl
der Nato-Soldaten wurde um mehr als 30 Prozent auf ca. 140.000 erhöht,
die der deutschen auf 5.350 aufgestockt. Die neue Strategie heißt
"Partnering". Unter dieser Tarnbezeichnung zieht die Nato in
Kampfeinsätze Seit an Seit mit Afghanen, zuweilen auch ohne diese.
Großoffensiven in Helmand oder Kandahar sowie im Norden, wo die
Bundeswehr die Verantwortung trägt. Und die Nato unterstützt die Tötung
von Zielpersonen (Targeting).

Säuberung statt Aufbau

Die Bundesregierung stellt eine verbesserte Sicherheitslage fest und
gibt sich zuversichtlich. Stattdessen aber verschlechtert sich die
militärische Lage jedes Jahr dramatisch. So werden trotz Großoffensive
aus der Provinz Helmand ein Jahr später schwerste Verluste der Nato
gemeldet. Im letzten Monat starben 25 alliierte Soldaten, meist aus den
USA. Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan von 2008 bis 2010, Kai
Eide, stellte fest, "aus der "Clear - hold - build"-Strategie sei eine
"Clear and again clear"-Übung geworden." Das heißt: Die Regionen werden
nicht gehalten oder gar aufbaut, sondern nur immer wieder gesäubert. In
Marja begann im Februar 2010 eine Nato-Offensive, die drei Monate später
erfolgreich beendet sein sollte. Heute steht fest, sie ist gescheitert.

Die US-Streitkräfte verstärken den Offensivkrieg im Rahmen der "Counter
Insurgency" durch extralegale Hinrichtungen in nie gekanntem Ausmaß.
Hunderte von Zielpersonen werden Opfer von Kommandooperationen. Immer
mehr unbemannte Drohnen werden in Afghanistan und im angrenzenden
Pakistan eingesetzt. Die USA verweigern jede nähere Auskunft zu diesen
Operationen. Aber nach Medienberichten sollen nur etwa ein Drittel
Aufständischen gegolten haben. Laut New York Times gab es 2010 sechsmal
so viele solcher Kommandooperationen. Auch die Bundeswehr benennt
Zielpersonen für die Targeting-Listen von Isaf bzw. Nato.

Verschlechterte Sicherheitslage

Diese Geheimoperationen treiben den Aufständischen immer mehr Kämpfer
zu. Sie verhindern Verhandlungslösungen. Denn wie soll mit denen
verhandelt werden soll, die mit Drohnen gejagt und getötet werden?

Das Ansehen der Deutschen in Afghanistan sinkt rapide, und auch die
Bundeswehr wird immer mehr als Besatzer wahrgenommen. Deutsche
Hilfsorganisationen meiden deshalb die Nähe zum Militär. Ihre
Mitarbeiter verlassen die sicheren Orte möglichst nur noch in besonders
gesicherten Fahrzeugen.

Die Fortsetzung des Krieges ein, vier oder mehr Jahre ist
unverantwortlich. Nichts spricht für die Zuversicht der Bundesregierung,
sondern vieles dafür, dass sich die Sicherheitslage weiter
verschlechtern wird, vor allem die Erfahrung der Verschlechterung der
letzten Jahre. Jedes weitere Jahr Krieg kann weitere zehntausend Mensch
das Leben kosten. Und was ist, wenn auch in vier Jahren die
Sicherheitslage den Abzug nicht zulässt? Dann sind Zehntausende
zusätzlich getötet und verletzt worden. Der von uns geforderte wirkliche
Strategiewechsel sowie Bemühungen, die Gewalteskalation zu beenden, sind
nicht erkennbar. Immer weiter Krieg führen macht keinen Sinn. Wir
brauchen den wirklichen Strategiewechsel.

Die neue Strategie

Die Bundeswehr stoppt unverzüglich alle militärischen
Offensivoperationen. Sie stellt die Beteiligung an Kommandounternehmen
ein. Sie beschränkt sich auf Notwehr und Nothilfe. Sie strebt zunächst
Waffenstillstandsvereinbarungen mit allen Aufständischen an, die dazu
bereit sind. Solche gab es immer wieder örtlich und regional. Auch die
nationale Friedens-Jirga hatte sich bereits im Jahr 2009 bereit erklärt,
die Gespräche mit Kommandeuren der Aufständischen in der Provinz Kundus
jederzeit wiederaufzunehmen. Es beginnen Verhandlungen mit den
Aufständischen und der Regionalverwaltung unter Beteiligung von
VertreterInnen der Zivilgesellschaft über die Zukunft dieser Region und
des Landes. Ziel sind Vereinbarungen zur Einhaltung der Menschenrechte
und der afghanischen Verfassung, zu verstärkten Aufbauhilfen sowie zum
raschen Abzug der Bundeswehr. Alle Finanzmittel, die durch die
Einstellung der militärischen Operationen und die Reduzierung des
Militärs frei werden, werden der Bevölkerung bzw. dort aktiven
Nichtregierungsorganisationen (NRO) unter internationaler Aufsicht für
den Aufbau zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig setzt sich die Bundesregierung bei den Nato-Partnern und in
der UNO dafür ein, dass alle militärischen Offensivoperationen,
insbesondere die Drohnenangriffe, in Afghanistan sofort eingestellt
werden und Waffenstillstand überall regional, in Provinzen und möglichst
landesweit mit den Aufständischen vereinbart wird. Verhandlungen über
die Zukunft des Landes unter Beteiligung der Regierung und Vertretern
der Zivilgesellschaft werden mit den Aufständischen begonnen. Die
Nachbarstaaten Afghanistans werden in die Verhandlungen einbezogen.

Auch der UN-Beauftragte Kai Eide hat am 29. 12. 2010 vorgeschlagen, zu
prüfen, wie die militärischen Aktionen zurückgefahren werden können, wie
begrenzte Einstellungen von Kampfhandlungen ermöglicht und wie sie
zunächst zeitlich und regional begrenzt sowie dann entsprechend
ausgedehnt werden können, falls sie sich als erfolgreich erweisen.

Deutschland und die Nato müssen wenigstens versuchen, neue Wege gehen,
da die bisherigen in die Irre geführt haben. CHRISTIAN STRÖBELE


Schlagwörter:
31. Januar 2011

Das Projekt Soziale Stadt Hüls-Süd!

Logo Soziale Stadt Hüls-Süd
Guter Start ins neue Jahr für das Projekt Soziale Stadt Hüls-Süd

Das Projekt Soziale Stadt Hüls-Süd kann sich über einen guten Start in das Jahr 2011 freuen. Zum Jahreswechsel traf ein neuer Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung Münster über fast eine Millionen Euro für die Umsetzung weiterer baulicher Maßnahmen ein. Auch für das ehemalige Ladenzentrum an der Max-Reger-Straße konnte eine neue Mieterin gefunden werden. Hier hat seit wenigen Tagen die „Praxisgemeinschaft Hüls-Süd für Ergotheraphie & Logopädie“ ihre Türen geöffnet! „Die Ansiedlung der Praxisgemeinschaft belebt das ehemalige Ladenzentrum und bereichert das Versorgungsangebot im Stadtteil Hüls-Süd“, sagt Dr. Barbara Duka.

Marls Sozialdezernentin, im Rathaus zuständig für das umfassende Projekt zur Erneuerung des Stadtteils, sagt weiter: „Die Belebung des Ladenzentrums ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Nachbarschafts- und Beratungszentrums, das hier bis Ende des Jahres entstehen wird“.

Hartes Stück Arbeit

„Es war ein hartes Stück Arbeit, doch dank der engagierten Unterstützung der Stadt Marl, des Eigentümers und vieler helfender Hände haben wir es geschafft, die Praxisräume innerhalb weniger Wochen umzubauen“ resümiert Ergotherapeutin Helen Uhrmann. Sie teilt sich mit Logopädin Claudia Clemens die insgesamt 230 qm großen Räumlichkeiten des ehemaligen Ladenslokals. Als kompetentes Expertenteam behandeln sie hier ab sofort zum Beispiel Kinder mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefiziten oder Kinder und Erwachsene mit Sprech-, Stimm- und Hörstörungen, beraten Eltern und Angehörige und bieten auch Hausbesuche an.

Kurze Wege zu Rat und Hilfe

Dagmar Schulden, Leiterin der Kindertagesstätte Hüls-Süd, begrüßt das neue ortsnahe Angebot. „Für viele Eltern sind kurze Wege zu Rat und Hilfe wichtig“, weiß die Erzieherin aus langjähriger Erfahrung. „Dank der kurzen Wege zur neuen Praxis können wir jetzt vor Ort und effektiver für die Entwicklung unserer Kita-Kinder zusammenarbeiten.“

Freude auf Nachbarschaft

Volker Mittmann, Leiter des Jugendamtes der Stadt Marl, freut sich schon darauf, „dass wir bald Nachbarn sein werden“. Denn im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ wird neben im ehemaligen Ladenzentrum neben der Gemeinschaftspraxis das neue Nachbarschafts- und Beratungszentrum entstehen. In das neue Zentrum wird unter anderem das Stadtteilbüro Hüls-Süd einziehen, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Diakonischen Werks und anderer Partnern den Bewohnern des Stadtteil mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aus der ehemaligen Ladenzeile wird so ein auch äußerlich attraktives Nachbarschafts- und Beratungszentrum – mit einer neuen Fassade und einem einladenden Quartiersplatz und Quartierspark im unmittelbaren Umfeld.

Informationen

Ausführliche und aktuelle Informationen zum Projekt Soziale Stadt Marl Hüls-Süd, zum städtebaulichen Handlungskonzept und zu den sozial-integrativen Maßnahmen gibt es auf den städtischen Internetseiten im Bereich Soziale Stadt.

Schlagwörter:
31. Januar 2011

Unkonventionelles Erdgas:

Studie untersucht Gefahrenpotential der Fracing-Chemikalien

Oliver Krischer schreibt im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

das Tyndall Centre for Climate Change Research der Universität Manchester hat eine
Studie zu Shalegas veröffentlicht, welche ich Ihnen im Anhang dieser Email übersende (Die WAZ berichtet in ihrer heutigen Ausgabe). Zum besseren Verständnis haben wir die Zusammenfassung der Studie ins Deutsche übersetzt, das Dokument hängt ebenfalls an.

In der Studie werden die in den USA beim Fracing verwendeten Chemikalien sehr genau aufgeführt und auf ihr Gefahrenpotential untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass 58 von 260 beim Fracing verwendete Substanzen aus verschiedenen Gründen bedenklich, teilweise toxisch und krebserregend sind.

Weiter wird darauf verwiesen, dass die Entsorgung des zurück an die Oberfläche
strömenden Fracwassers ein großes Problem darstellt, da es neben den Chemikalien
auch Schwermetalle und radioaktive Stoffe enthält, die in den Tiefengesteinen auf
natürliche Weise vorkommen.

Die Autoren der Studie empfehlen, in Europa bei der Erschließung von Shalegas sehr
vorsichtig und langsam vorzugehen, bis der Bericht der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA Ende 2012 vorliegt.

Schlagwörter:
31. Januar 2011

Genehmigungsstop für Bohrungen nach „Unkonventionellem Gas“.

Nachdem nun die EU-Kommission durch ein Rechtsgutachten prüfen lässt, ob bei der Förderung von Schiefer- und Kohleflözgasen europäische Umweltschutzstandards eingehalten werden, fordern die Grünen im Regionalrat der Bezirksregierung Münster einen sofortigen Genehmigungsstop für Bohrungen nach „Unkonventionellem Gas“. Dies müsse, so Fraktionssprecher Helmut Fehr, bis zur Klärung der offenen Fragen auch für die beantragten Probebohrungen gelten. „In Nordwalde wo in unmittelbarer Nähe eines Wasserschutzgebietes gebohrt werden soll, ist es fünf vor zwölf.“ Wenn der Bohrmeißel erst einmal unter Tage angekommen sei, wisse niemand mehr, welche Verfahren und Chemikalien dort zur Anwendung kämen. Das sei Betriebsgeheimnis.

Da der Regionalrat in Münster ohnehin am 19.01.2011 zu dieser Problematik eine Sondersitzung abhält, wollen die Grünen dort aktiv werden und – wie schon in Steinfurt und Borken erfolgt – auf einen überparteilichen Konsens in dieser Sache hinwirken. Die Grünen werden daher diesem Gremium vorschlagen, sich für einen Genehmigungsstop auszusprechen und die Bezirksregierung zu beauftragen ein solches Votum an die verantwortlichen Behörden sowie die Bundes- und Landesregierung weiter zu leiten.

Der Schutz des Grundwassers müsse erste und absolute Priorität haben und könne nicht ausgespielt werden gegen eine Förderung  des relativ umweltfreundlichen Erdgases, so Hedwig Tarner, Grünes Fraktionsmitglied. Denn auch die Abwassersituation sei bei den neuen Fördermethoden völlig unklar. Nach dem Aufbrechen der gasführenden Kohleflöze durch Wasserdruck werde ein Teil der wassergefährdenden Stoffe versetzt mit Salzen, Mineralien und radioaktiven Substanzen wieder zu Tage gefördert. Dieses Gemisch könne keine Kläranlage, geschweige denn ein natürliches Fließgewässer aufnehmen.

Als geradezu absurd empfinden die Grünen im Regionalrat Münster, dass die Kohleförderung ab 2018 auslaufen wird und nun gleichzeitig auf der Grundlage eines antiquierten Bergrechts eine Gasausbeutung und damit eine Industrialisierung des noch weitgehend ländlichen Münsterlandes einsetzen soll. Die Gasvorräte seien schon bald erschöpft, so Helmut Fehr. Der Konzern ziehe dann weiter und die Allgemeinheit müsse dann für später auftretende Folgeschäden haften, so jedenfalls die früheren Erfahrungen. Daher solle sich nun der Regionalrat klar und deutlich für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen gerade auch für die zukünftigen Generationen aussprechen. Tourismus, eine nachhaltige Landwirtschaft, eine mittelständische Wirtschaftsstruktur und die Erzeugung regenerativer Energien seien die richtigen Zukunftschancen des Münsterlandes.

Schlagwörter:
31. Januar 2011

Spaßrennen mit WC Pötten geht in die dritte Runde

Am 2. Juli werden Spaßbegeisterte aus dem ganzen Ruhrgebiet auf ihre selbstgebauten Pötte steigen und im dritten offiziellen „Ruhr Pott Rennen“ gegeneinander starten. Los geht das Familien-Event der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) gegen 13:00 Uhr. Bereits jetzt können sich die Renn-Teams anmelden, die dann auf der Imenkampstraße in Marl an den Start gehen werden. Im letzten Jahr nahmen 13 Teams und mehr als 450 Besucher an dem Spektakel teil. Die heißen Renngefährte stellen die bis zu vier Personen starken Teams in Heimarbeit selber her. Als besondere Regel gilt: Es muss eine Toilettenschüssel (Pott) in den mobilen Flitzer einbaut werden, auf welcher der spätere Rennfahrer Platz nimmt. Und es versteht sich von selbst, dass der WC Pott ungebraucht und frisch aus der Fabrik kommen sollte. Rennbegeisterte in jedem Alter können sich anmelden.

Das Spaßrennen der Spitzenklasse hat Evonik Betriebsrat Christian Bahn zusammen mit Jugendlichen des Marler IG BCE Jugendtreffs entwickelt. Unterstützung kommt von den Vorsitzenden der Ortsgruppe Drewer II Hans-Werner Kazmierczak und Karl-Heinz Rother. Ihre Teilnahme bereits bestätigt haben SPD Bundestagsmitglied Michael Groß und etliche Teams aus dem vergangenen Jahr. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Werner Arndt übernommen. Natürlich wäre das Ganze nur halb so witzig, wenn es nicht noch ein paar besondere Extras geben würde. So gewinnt nicht nur der schnellste Pott, es wird auch Preise für die schönste Rennschüssel und Kinderteams geben.

Am 02. Juli beginnt das Rennen für die Rennteilnehmer mit der technischen Abnahme um 11:00 Uhr. Und um 13:00 Uhr startet dann nicht nur das Rennen, los geht’s auch mit einem Straßen- und Familienfest rund um die Rennstrecke.

Hier gibt es das Anmeldeformular. [75 KB] Rennstrecke
Imenkampstraße – Kreuzung Saarlandstraße bis Kreuzung Wiesenstraße (über Startrampe)

Fahrzeuge
Zugelassen sind Fahrzeuge (Eigenbauten), in die eine Toilettenschüssel (selbstverständlich ungebraucht!) verbaut ist. Fahrer müssen während des Rennens auf der Toilettenschüssel (dem Pott) sitzen. Die Fahrzeuge erhalten Geschwindigkeit durch die Neigung der Startrampe und Straße. Nicht zugelassen sind motorisierte oder anderweitig angetriebene Fahrzeuge.

Sicherheitsbestimmungen
Während des Rennens ist das Tragen von ausreichender Schutzkleidung (Kopf, Gelenke, Hände, …) sowie eng anliegender Kleidung und festem Schuhwerk für die Renn-Teilnehmer Pflicht.

Abmessungen der Fahrzeuge (Pötte)
Mindestens drei Räder, Maximale Breite des Fahrzeugs von 100 cm, Funktionierende Lenkung (kein Lenkseil), Einbau eines Deckels als Sitz, Schlepphaken (zum hochziehen auf die Startrampe), Reifendurchmesser nicht größer als 55 cm. Die Fahrzeuge sollten handwerklich solide verarbeitet sein und werden vor der Zulassung zum Rennen technisch geprüft!

Schlagwörter: